Dynamo gegen Hertha live: Der heutige Schiedsrichter bringt Dresden kein Glück
Dresden – Kann Dynamo Dresden heute Abend unter Flutlicht dem Tabellenführer Hertha BSC ein Bein stellen? Um 20:30 Uhr empfängt die SGD im Rudolf-Harbig-Stadion den Hauptstadtklub zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga.
Die „Alte Dame“ aus Berlin überrascht bisher mit einer makellosen Bilanz von fünf Siegen aus fünf Partien, während Dynamo vor heimischem Publikum den zweiten Saisonsieg einfahren möchte.
Nach den heftigen Ausschreitungen beim letzten Aufeinandertreffen im April steht diese Begegnung natürlich besonders im Fokus.
In unserem TAG24-Liveticker versorgen wir Euch heute mit allen wichtigen Informationen, Highlights, Toren und Hintergrundgeschichten zum spannungsgeladenen Duell.
Als Schiedsrichter wurde Christian Dingert aus Lebecksmühle angesetzt, der das heutige Top-Spiel leitet.
Für Dresden ist das kein gutes Vorzeichen, denn die letzten vier Partien unter Leitung des 46-Jährigen gingen allesamt verloren. Zudem zeigte der Unparteiische den Sachsen eine Rote sowie eine Gelb-Rote Karte. Der letzte Sieg der SGD mit Dingert am Pfiff stammt aus der Drittliga-Saison 2015/16 gegen den Chemnitzer FC. Insgesamt gewann die Mannschaft von Schwarz-Gelb lediglich drei Begegnungen, musste sich aber sechs Mal geschlagen geben und spielte fünf Mal unentschieden unter der Leitung des Diplom-Verwaltungswirts.
Bei Hertha sieht die Bilanz deutlich besser aus: In 19 Spielen mit Dingert als Referee feierten die Berliner zehn Erfolge, spielten viermal remis und verloren fünf Partien. Das letzte Aufeinandertreffen im Juli 2023 gegen Fortuna Düsseldorf ging allerdings verloren.
Dingert wird von seinen Assistenten Benedikt Kempkes und Daniel Bartnitzki unterstützt. Felix Grund fungiert als vierter Offizieller, während Patrick Hanslbauer als VAR im Einsatz ist.
Hertha BSC hat mit fünf Siegen zum Start bereits einen eigenen Rekord gebrochen, doch die Berliner könnten nun sogar die historische Bestmarke der 2. Bundesliga ins Visier nehmen.
Nur eine Mannschaft gelang es bislang, zu Beginn einer Saison mehr als fünf Erfolge in Folge zu erzielen: Hannover 96 schaffte dies in der Spielzeit 1986/87 mit acht Siegen hintereinander und stieg anschließend als Meister auf.
Toni Leistner, der aus der Dynamo-Jugend stammt, beendete kurz vor dem Duell seiner beiden ehemaligen Vereine seine Karriere. Nach drei Jahren bei Hertha lief sein Vertrag im Sommer aus, Gerüchte über eine Rückkehr nach Dresden zerschlugen sich, der 36-Jährige zog sich vom aktiven Fußball zurück.
Stattdessen ist Leistner nun Teil des DFB-Managementprogramms „Players Pathway Management 2026“, wo er unter anderem auf Stefan Kutschke traf.
Wer heute Abend nicht ins Rudolf-Harbig-Stadion kommen kann, darf sich freuen: Das Spiel wird auch im Free-TV zu sehen sein.
RTL überträgt die Begegnung ab 20:15 Uhr, moderiert wird die Sendung von Laura Papendick, als Experte steht Felix Kroos bereit. Kommentiert wird das Spiel von Robby Hunke ab Anpfiff um 20:30 Uhr.
Daneben läuft die Partie im Pay-TV bei Sky sowie in den kostenpflichtigen Streams von RTL+, WOW, SkyGo und OneFootball. Sky-Zuschauer benötigen Sky Sport Bundesliga 2 oder das Top-Event, da der Sender inzwischen zu RTL gehört und somit Programm und Kommentar identisch sind.
Beide Trainer können heute nahezu aus dem Vollen schöpfen.
Bei Dynamo fehlen lediglich die Langzeitverletzten Lars Bünning und Kenneth Schmidt sowie Lukas Boeder, der mit muskulären Problemen ausfällt. Alle anderen Spieler stehen zur Verfügung.
Bei Hertha freuen sich die Verantwortlichen über die Rückkehr von Ex-Dynamo Paul Seguin und dem Mittelfeldtalent Boris Mamuzah Lum, die beide ihre Sperren abgesessen haben. Verletzungsbedingt fehlt der Alten Dame niemand.
Vor Saisonbeginn wurde das kaum erwartet, doch Hertha BSC thront nach fünf Spieltagen mit der perfekten Punkteausbeute von 15 Zählern an der Tabellenspitze.
Zahlreiche Leistungsträger wie Torhüter Tjark Ernst, Marten Winkler, Michaël Cuisance, das Gesicht des Teams Fabian Reese und das Riesentalent Kennet Eichhorn verließen die Hauptstadt. Lange suchte man vergeblich nach Neuzugängen, am Ende kamen dann aber doch noch vier Verstärkungen: Linksverteidiger Mads Pedersen vom FC Augsburg, Offensivtalent Oluwaseun Adewumi vom FC Burnley, Bayer-Leihgabe Farid Alfa-Ruprecht und Stürmer Gustaf Nilsson.
Auch Dynamo-Trainer Thomas Stamm hat erkannt, dass das neue Mannschaftsgefüge die prominenten Abgänge gut kompensiert. Mit nur sechs Gegentoren stellt Hertha die drittbeste Defensive der Liga, und die fünf Auftaktsiege bedeuten den besten Saisonstart in der Vereinsgeschichte. Erstmals seit 2013 steht man wieder nach einem Spieltag in der 2. Bundesliga an der Spitze – damals war Jos Luhukay noch Cheftrainer.
Top-Torschütze bei den Berlinern ist Kapitän Josip Brekalo mit vier Treffern und zwei Vorlagen. Sturm-Talent Sebastian Grönning agiert als Wandspieler, während junge Offensivkräfte wie Adewumi, Soufian Gouram und Alfa-Ruprecht aktuell eine hervorragende Entwicklung nehmen.
Kommen wir zum sportlichen Teil: Historisch gesehen ist die Begegnung zwischen Dynamo und Hertha weniger häufig auf Pflichtspielebene ausgetragen worden, als man vermuten könnte – gerade einmal fünfmal trafen beide Teams bisher aufeinander. Die Bilanz spricht klar für die Berliner.
Vier Siege stehen für die Alte Dame zu Buche, nur ein einziges Mal setzte sich die SGD durch. In der vergangenen Saison gewann Hertha beide Duelle ohne Gegentor. Im Olympiastadion siegten die Berliner mit 2:0, im Rückspiel gelang Dresden ein knapper 1:0-Erfolg.
Hinzu kommt ein Sieg Berlins in der 2. Runde des DFB-Pokals 2019, als die Mannschaft unter Trainer Ante Covic nach einem 5:4 im Elfmeterschießen triumphierte. Die ersten Pflichtspielbegegnungen datieren aus der Saison 2012/13, wo beide Teams ihre Heimspiele mit 1:0 gewannen – jeweils durch Eigentore (Pierre-Michel Lasogga für Dresden, Romain Brégerie für Hertha).
Vor dem heutigen Duell sprach Dynamo-Coach Thomas Stamm in der Pressekonferenz darüber, dass die Vorfälle vom April kein Thema mehr seien.
„Wir blenden das komplett aus. Das war weder von uns noch von den Spielern jemals ein Thema. Einige Spieler waren damals gar nicht dabei, andere schon. (...) Das kann auch eine Chance sein, sowohl für Hertha als auch für uns, zu zeigen, wie man ein Spiel um 20:30 Uhr mit der richtigen Atmosphäre gestaltet und den Fokus auf den Fußball legt, statt auf Nebenschauplätze“, erklärte Stamm.
„Ich denke, es würde uns nichts bringen, das wieder aufzurollen. Stattdessen müssen wir uns auf andere Dinge konzentrieren“, fügte er hinzu.
Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen, wie das stark reduzierte Gästekontingent und die personalisierten Tickets, stießen bei den Berliner Fans auf wenig Gegenliebe.
Schon Ende August riefen Teile der aktiven Fanszene zum Boykott auf: „Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen, damit Kollektivstrafen durch die Verbände nicht wieder eingeführt werden. Kauft keine Karten für das Spiel in Dresden!“, hieß es vom Förderkreis Ostkurve.
Deshalb werden heute voraussichtlich nur 600 bis 700 mitgereiste Hertha-Fans erwartet. Normalerweise stehen dem Gästebereich rund 3000 Karten zur Verfügung, bei halber Stadionkapazität wären noch etwa 1500 Zuschauer möglich gewesen. Letztlich werden es aber wohl deutlich weniger. Für Hertha bedeutet das die geringste Anzahl an eigenen Anhängern seit fast zehn Jahren. In der Saison 2017/18 waren am 3. Adventsonntag lediglich 650 Fans beim Auswärtsspiel in Augsburg dabei, seither waren es stets mindestens 1000.
Bei Dynamo hingegen ist der Heimsektor komplett ausverkauft, die SGD rechnet mit etwa 30.000 Zuschauern.
Trotz der Ereignisse im April findet die Partie erneut an einem Samstagabend um 20:30 Uhr statt. Die Sicherheitsbehörden sind jedoch besonders aufmerksam.
Die Polizei stufte das Spiel als Veranstaltung der Kategorie 1 ein und erwartet ein „hohes Sicherheitsrisiko“, wie ein Sprecher gegenüber der Sport Bild mitteilte. Die Erfahrungen aus vergangenen Begegnungen, insbesondere jene der Vorsaison, würden sehr ernst genommen.
Eine von beiden Vereinen akzeptierte Maßnahme ist die Halbierung des Gästekontingents bei den diesjährigen Duellen sowie die Einführung personalisierter Eintrittskarten. Außerdem wird im Rudolf-Harbig-Stadion eine erweiterte Pufferzone eingerichtet.
Die Stadt hat wie üblich bei Hochrisikospielen eine Allgemeinverfügung erlassen, die am Spieltag das Mitführen bestimmter Gegenstände im Stadionumfeld untersagt. Verboten sind unter anderem Pyrotechnik, Messer, Arbeits- und Protektorenhandschuhe, Sturmhauben sowie Schlauchschals. Gültig ist die Verfügung von 17:30 Uhr bis Mitternacht für den Bereich Lennéplatz, Parkstraße westwärts bis zur Zinzendorfstraße, Zinzendorfstraße nordöstlich über die Lingnerallee bis zur Grunaer Straße, Grunaer Straße in Richtung Land zum Straßburger Platz sowie Lennéstraße vom Straßburger Platz bis zum Lennéplatz.
Ein kurzer Rückblick auf die Vorfälle aus der Vorsaison darf nicht fehlen: Am 4. April 2026 wurde die Rückrundenpartie am 28. Spieltag von schweren Ausschreitungen überschattet.
In der 19. Spielminute drangen Berliner Fans in den Innenraum ein und versuchten, in den Dynamo-Block auf der Gegentribüne vorzudringen. Es kam zu Schlägereien, woraufhin auch Dynamo-Anhänger den Platz betraten. Später wurden Pyrotechnik abgebrannt, bis die Polizei den Rasen stürmte. Insgesamt wurden 17 Personen verletzt. Nach einer längeren Spielunterbrechung setzte sich Hertha mit 1:0 durch.
Für die Ausschreitungen wurden beide Klubs hart bestraft: Hertha zahlte 152.000 Euro, Dynamo 91.200 Euro. Zudem verhängte der DFB für die SGD eine Sperre des K-Blocks für ein Spiel sowie eine weitere auf Bewährung. Gegen diese Maßnahmen wehrt sich Dynamo juristisch, weshalb die Sperre bislang ausgesetzt ist.
Herzlich willkommen zu unserem TAG24-Liveticker zum Zweitliga-Topspiel Dynamo Dresden gegen Hertha BSC.
Ab 20:30 Uhr rollt der Ball im Rudolf-Harbig-Stadion – vorab halten wir Euch mit allen wichtigen Neuigkeiten rund um die Begegnung auf dem Laufenden.