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Getroffen, aber unzufrieden: Was Dynamos Kapitän gar nicht gefiel

Dresden/Osnabrück – „Natürlich freut man sich persönlich, aber ehrlich gesagt wären mir die drei Punkte viel lieber gewesen, das ist vollkommen klar“, gab Niklas Hauptmann nach dem 1:1 (1:0) beim VfL Osnabrück zu. Der Kapitän hatte Dynamo Dresden zwar in Führung gebracht, doch das reichte am Ende nicht – aus bestimmten Gründen.

„Es gab kaum noch Raum und Zeit, da versucht man einfach nur noch irgendwie an den Ball zu kommen. Glücklicherweise ist das Tor dann gefallen“, erklärte „Haupe“ zu seinem Treffer.

Er hatte sich diesen erarbeitet, denn in den ersten 45 Minuten gab es für die SGD an der Bremer Brücke nur sehr wenig Freiraum.

Dennoch war der Auftritt Dresdens in der Anfangsphase enorm dominant. Bereits nach 25 Minuten lag der Ballbesitz bei 72 Prozent, die Zweikämpfe wurden mit 26:14 dominiert, zudem kamen 227 Pässe gegenüber 87 an. „Da hatten wir wenig Kontrolle“, räumte auch Osnabrücks Trainer Timo Schultz ein.

„Ich fand, dass wir mit dem Ball in der ersten Halbzeit sehr gut agiert haben und viel Kontrolle hatten. Im letzten Drittel können wir uns aber noch verbessern, was die entscheidenden Pässe und Abschlüsse betrifft, um solche Spiele früher für uns zu entscheiden“, erläuterte Hauptmann zuvor schon.

In der zweiten Halbzeit fehlte es jedoch deutlich an Entlastung.

Osnabrück hatte seine Taktik verändert und mehr Räume geschaffen. Dynamo nutzte diese Chancen jedoch nicht. „Wir spielen mit dem Ball nicht mehr so mutig und geradlinig nach vorne, sondern wählen eher den sicheren Pass, was dem Gegner immer wieder die Möglichkeit gibt, früh zu pressen“, kritisierte Dynamos Kapitän.

Der 30-Jährige machte deutlich: „Das hat man auch gesehen, Osnabrück wirft alles nach vorne, wir hatten keine Offensivaktionen mehr, um den zweiten Treffer nachzulegen. Zwar gab es noch zwei-, dreimal Ansätze, trotzdem ist das ärgerlich, weil aus dem Spiel heraus kam von Osnabrück nicht besonders viel.“

Die DFL verzeichnete nach dem Spiel 55:45 Prozent Ballbesitz, 7:6 Torschüsse (2:5 aufs Tor) und 96:72 gewonnene Zweikämpfe zugunsten der SGD. Eigentlich hätten drei Punkte Pflicht sein müssen – Hauptmann hatte in 15 Zweikämpfen die meisten Einsätze auf dem Feld.

Dennoch reichte es nicht, um aus dem Tabellenkeller zu entkommen. Und wie sieht es mit dem Selbstvertrauen aus? „Ich denke, dass wir trotzdem positive Aspekte aus dem heutigen Spiel mitnehmen können“, zeigte sich Hauptmann optimistisch. „Wir sollten nicht alles negativ sehen, denn nächste Woche müssen wir uns wieder aufrappeln. Dann wissen wir, worum es geht.“

Der 1. FC Magdeburg kommt ins Rudolf-Harbig-Stadion – da gilt es dann, endlich über zwei Halbzeiten hinweg zu überzeugen!