Dynamo und seine Torhüter: Warum Grill spielt und die anderen nicht
Dresden – Im Duell mit dem 1. FC Magdeburg blieb das Dynamo-Tor in dieser Zweitliga-Saison erstmals sauber. Die Gegentorquote sank nach der Länderspielpause von durchschnittlich 2,33 pro Partie auf nur noch 0,5. Ein erfreulicher Trend – hängt dieser Wechsel der Nummer eins im Tor damit zusammen?
Wahrscheinlich nicht ausschließlich. Lennart Grill (27) wurde in den zwei Spielen nur selten ernsthaft geprüft. Der vorherige Stammtorwart Tim Schreiber (24) konnte in den sechs Partien davor die Gegentore kaum als eigenes Verschulden verbuchen.
Dennoch scheint der Impuls von Trainer Thomas Stamm (43), der Wechsel vorzunehmen, die richtige Entscheidung gewesen zu sein.
"Man darf nicht davon ausgehen, dass unsere öffentliche Kommunikation immer mit der internen Ansprache an die Spieler übereinstimmt. Wir gehen da oft ins Detail und besprechen vieles individuell mit den Spielern", erklärt Dynamos Trainer.
Er ergänzt: "Natürlich hängt die Aufstellung immer von der Leistung ab. Wenn zwei Spieler auf einem ähnlichen Niveau agieren und der eine sich keine gravierenden Fehler geleistet hat, kann es trotzdem sein, dass man auf dem Platz einen anderen Spielertyp bevorzugt. Das gilt übrigens auch für andere Positionen."
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Es ist verständlich, dass Schreiber über den Torwartwechsel „sehr enttäuscht“ ist, wie Stamm berichtet:
"Seit meiner Ankunft war er meist die Nummer eins und hatte stets Rückhalt vom Team – das bleibt auch so. Er verhält sich professionell und trainiert weiterhin engagiert. Ich gehe davon aus, dass sich daran in den kommenden Wochen nichts ändern wird und er den Konkurrenzkampf so annimmt, wie es nötig ist."
Grundsätzlich hebt Stamm den fairen Wettkampf unter den vier Torhütern hervor. Während Daniel Mesenhöler (31) seine Rolle kennt, hatte sich Elias Bethke (23) seit seinem Wechsel im vergangenen Winter offenbar andere Erwartungen gesetzt.
"Es gibt zahlreiche Testspiele und bei jedem Training bietet sich jede Woche die Chance, sich zu beweisen. Jeden Tag hat man die Gelegenheit, sich zu zeigen", betont Dresdens Coach in Bezug auf diese Personalie.
Zwischen den Zeilen macht der Schweizer deutlich: „Letztlich zählt nur die Leistung – so funktioniert Leistungssport. Wir versuchen, unsere Entscheidungen streng nach Leistung zu treffen, darauf können Sie sich verlassen.“
Tabelle der 2. Bundesliga
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Verein, der am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der Zweiten Liga und steigt direkt in die Bundesliga auf. Das gilt ebenso für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.