Standard-Situation vor dem Zweitliga-Auftakt: Wie gut steht Dynamo bei ruhenden Bällen da?
Dresden – Halb voll oder doch halb leer? Wie präsentiert sich wenige Tage vor dem Beginn der 2. Bundesliga die Situation bei Dynamo Dresden in Sachen Standardsituationen? Die Meinungen der Beteiligten und Verantwortlichen nach der Generalprobe gegen Union Berlin fielen durchaus unterschiedlich aus.
„Natürlich hatten wir heute viele Standardsituationen zu verteidigen. Das sollte uns Zuversicht geben, denn wir sind gut darauf eingestellt“, erklärte beispielsweise Nicolai Rapp (29). „Union ist vor allem bei hohen Flanken sehr gefährlich, auch in der Bundesliga bei Standards. Dass wir diese größtenteils abwehren konnten, ist ein positives Ergebnis.“
Ein „Standard-Duell“ beim Training einige Tage zuvor soll seinen Beitrag dazu geleistet haben. „Das spürt man dann auch“, so der Mittelfeldspieler von Dynamo. Seiner Ansicht nach wollte jeder unbedingt den Ball verteidigen, was heute sehr gut gelungen sei.
Der Trainer sieht die Lage allerdings anders. „Wir haben ein Gegentor bekommen, deshalb würde ich eher sagen nein“, stellte Thomas Stamm klar. „Unser Anspruch ist es definitiv, bei Standards defensiv stabiler zu stehen. Der Schwerpunkt lag dabei sowohl auf der Defensive als auch auf der Offensive.“
Das 0:1 gegen Berlin resultierte aus einem Eckball. Insgesamt hatten die Eisernen 13 Eckstöße. Fügt man noch einige Freistöße und lange Einwürfe hinzu, kann man davon ausgehen, dass etwa 95 Prozent der gegnerischen Standardsituationen in der Defensive geklärt wurden.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
„In der Defensive liegt es auch an uns und dem Trainerteam, gemeinsam bessere Entscheidungen zu treffen. Bei Testspielen wissen wir nicht immer hundertprozentig, wie der Gegner agiert. In der Liga ist das vielleicht etwas einfacher. Deshalb war die zweite Hälfte besser“, erklärte Dynamos Coach.
Stamm zog eine Bilanz: „Standardgegentore haben wir nun schon zwei gegen Cottbus kassiert. Auch wenn eines ein direkter Freistoß war, sind von den letzten vier Gegentoren drei nach Standards gefallen. Wir müssen hier Fortschritte machen und ein Stück weit härter und konsequenter sein. Trotzdem war das Training zu Standards sehr wichtig und wurde unter der Woche defensiv sehr gut umgesetzt.“
Offensiv lief es gegen Union deutlich besser: Einer von vier Eckbällen, also 25 Prozent, führte zum 2:1-Siegtreffer, als Jonas Sterner (24) Vincent Vermeij (31) bediente. Gegen Cottbus war Till Neininger (19) nach einer kurz ausgeführten Ecke zur Stelle.
Stamm betonte: „Das Training zahlt sich offensiv aus. Wenn man die letzte Saison betrachtet, waren wir bereits überdurchschnittlich in der 2. Liga. Das ist aber auch unser Anspruch.“