Dynamo-Abwehr als Schwachstelle: Bei Trainer Stamm wachsen die Bedenken
Dresden – Insgesamt zwölf Gegentore musste Dynamo Dresden in fünf Partien hinnehmen, davon zehn auf fremdem Platz. Nur beim 1:0-Sieg gegen Darmstadt 98 blieb die Abwehr ohne Gegentreffer. Diese Entwicklung überrascht, da die Defensive seit Jahresbeginn weitgehend unverändert und eingespielt aufgestellt ist.
Häufig führen individuelle Fehlentscheidungen zu den Gegentoren – und diese Fehler sind nicht ausschließlich den Abwehrspielern anzulasten, wenngleich diese ebenfalls beteiligt sind. So ließ sich beispielsweise Jonas Sterner (24) sowohl beim 0:3 in Nürnberg als auch beim Ausgleichstreffer der Braunschweiger (1:1) von den gegnerischen Stürmern ausspielen.
„Wie wir das erste Tor bekommen, stimmt mich unzufrieden, weil wir genau diese Schwächen in den vergangenen Wochen schon thematisiert haben. Wir müssen in diesen Situationen cleverer und entschlossener auftreten. Es ist möglich, dass wir die Angriffe besser verteidigen“, ärgerte sich Dynamo-Coach Thomas Stamm (43). Seine Kritik richtete sich dabei nicht nur gegen Sterner, auch die Flanke auf Max Entrup (29) wurde nicht rechtzeitig unterbunden.
Besonders bei den fünf Gegentoren gegen den 1. FC Heidenheim wirkte die gesamte Hintermannschaft der Dresdner anfällig und unorganisiert.
Torwart Tim Schreiber (24) kann dabei am wenigsten dafür, dass es so häufig hinter ihm einschlägt.
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Es mangelt an Sicherheit im Defensivspiel, zudem werden immer wieder Fehlentscheidungen getroffen – bereits beim eigenen Ballbesitz im Angriff oder Mittelfeld bringt dies die Abwehr in Probleme. Das ist ein Problem, das sich klar zeigt. Ein weiteres sind die Standardsituationen gegen Dynamo.
„Ich bin froh, dass wir bei ruhenden Bällen offensiv sehr gut funktionieren. Defensiv allerdings, gerade wenn man sich die Entstehung des Elfmeters anschaut, besteht großer Handlungsbedarf. Hier müssen wir zwingend Fortschritte erzielen und konstanter werden“, so Stamm.
Er fügte hinzu: „Wir arbeiten daran im Training. Es ist ein Prozess. Momentan sind wir noch nicht dort, wo wir sein sollten. Grundsätzlich müssen wir in den defensiven Standardsituationen einen Schritt nach vorne machen.“
Der Trainer betont, dass der Schwerpunkt im Training verstärkt auf die Abwehr bei Standards gelegt wird. Doch die Mannschaft hat die Fehler bislang nicht vollständig abstellen können. Die Verbesserung wird Zeit benötigen.
Um diese Mängel auszubessern, reicht eine Einheit nicht aus. Daher dürfte Stamm der dreitägige Länderspielunterbrechung nach dem anspruchsvollen Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstagabend (20.30 Uhr) sehr willkommen sein.
2. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende ist Meister der Zweiten Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Das gilt ebenso für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.