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Warum für DSC-Neuzugang Maia Dvoracek in Dresden ein Lebenstraum wahr wird

Dresden – Maia Dvoracek (27) war gerade einmal zwei Monate alt, als der DSC im Mai 1999 erstmals das Double aus Meisterschaft und Pokal an die Elbe holte. Passend zu ihrem Geburtsjahr durfte die neue Diagonalangreiferin des Vereins am Mittwoch beim Fotoshooting das erfolgreiche Jahr 1999 verkörpern und zog dafür ein originales Trikot an, das einst Zuspielerin Beatrice Dömeland (53) getragen hatte.

Die 29. Ausgabe des alljährlichen Kalenders steht unter dem Motto „Erfolge.Tradition.Stolz“ – ein passender Titel zur bevorstehenden 30. Bundesligasaison, die der Klub ab Oktober bestreiten wird. „Das ist wirklich eine tolle Erfahrung, so ein Fotoshooting habe ich bisher noch nie mitgemacht“, zeigte sich die US-Amerikanerin begeistert über den Termin an ihrem trainingsfreien Tag.

Nach dem Styling mit Outfit-Anprobe, Make-up und Haarfrisur im Modehaus Papenbreer an der Wilsdruffer Straße posierte die 27-Jährige mit Pokalmedaille und Meisterschale. Für sie geht es mit dem DSC in der kommenden Saison nur nach oben. „Unser Ziel ist es natürlich, möglichst viele Spiele zu gewinnen“, ist sie sich der hohen Erwartungen in Dresden bewusst.

Dvoracek bringt bereits jede Menge Erfahrung mit Titelgewinnen mit: Bei Viteos Neuchatel sicherte sie sich zuletzt zwei Mal in Folge das Triple aus Supercup, Meisterschaft und Pokal. Der Abschied von diesem Club fiel ihr „herzzerreißend“ schwer, denn in der Schweiz entstanden wertvolle Freundschaften und sie verliebte sich in ihren Lebenspartner Yoann (29), einen Musikproduzenten aus Lausanne.

„Ich habe es geliebt, in der Schweiz zu spielen, aber ich suchte nach einer größeren Herausforderung und einem Umfeld, in dem ich mich intensiver beweisen und weiterentwickeln kann“, erläutert sie ihre Entscheidung für den Wechsel nach Dresden.

Ursprünglich begann sie als Kind mit dem Skirennsport, der Familiensport der Dvoraceks. Doch im Sommer zog es sie immer wieder zum Beachvolleyball an den See. „Schon als ich das erste Mal den Ball in der Hand hielt, war ich Feuer und Flamme. Seitdem fiel es mir schwer, mich vom Spiel zu trennen – ich wollte einfach ständig spielen“, erinnert sie sich.

Außerdem war Volleyball für sie auch eine Möglichkeit, sich von ihrem Bruder Addison (30) abzugrenzen, der ebenfalls Skirennläufer war und später im Europacup im Riesenslalom startete. „Ich wollte etwas haben, das ganz allein mir gehört und mein ganz eigenes Ding ist.“

Nach dem College verließ sie im Januar 2023 die USA und spielte anderthalb Saisons in Budapest. „Ich wurde gleich ins kalte Wasser geworfen, lernte dabei viel über Selbstständigkeit und merkte, dass Volleyball nun nicht mehr nur Spaß ist, sondern mein Beruf“, blickt sie auf den Beginn ihrer Profi-Karriere zurück.

Bereits damals berichtete ihr die ehemalige DSC-Spielerin Ágnes Pallag (32) ausschließlich Positives über Dresden, sodass für sie nach einem Telefonat mit Trainer Alexander Waibl (58) schnell feststand, die neue Herausforderung annehmen zu wollen.

Mit Schwierigkeiten kennt sich Maia Dvoracek bestens aus: Eine schwere Knieverletzung 2021, die sie 14 Monate pausieren ließ, sowie eine Fußoperation 2024 haben sie wichtige Lebenslektionen gelehrt. „Gesund zu sein und das zu tun, was ich liebe, ist das größte Geschenk überhaupt.“

Aufzugeben kam für sie nie in Frage. In Neuchatel entdeckte sie ab Sommer 2024 ihre große Leidenschaft für Volleyball wieder. Mit Teamkollegin Raeven Chase (26) spielte sie vor zwei Jahren bereits zusammen, während Morgan Geddes (24) in der vergangenen Saison öfter ihre Gegnerin war.

„Ich habe zahlreiche Bundesliga-Spiele gesehen und weiß, dass es sehr anspruchsvoll wird. Kein Match erlaubt es, den Kopf auszuschalten.“ Wenn sie mal eine Pause vom Volleyball braucht, liest die 27-Jährige gern Bücher oder widmet sich dem Nähen und Stricken.

Die Spiele in der Champions League gegen die Top-Teams Conegliano und Novara erfüllen für die US-Amerikanerin einen großen Lebenstraum. „Seit ich Volleyball spiele, träume ich davon, einmal in der Champions League zu stehen – und Italien ist ja ohnehin das Mekka unseres Sports“, freut sie sich riesig.

Auf nationaler Ebene hätte sie nichts dagegen, wenn sie – wie beim Fotoshooting im Aufzug am Mittwoch – am Ende der kommenden Saison mit Meisterschale und Pokalmedaille in der Hand dasteht.