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Herr Waibl, woran erkennen Sie eine erfolgreiche Saison?

Dresden – Am Samstag starten die DSC-Girls mit dem Heimspiel gegen MTV Stuttgart in ihre 30. Bundesliga-Saison. Untrennbar mit dem Erfolg des Vereins verbunden ist vor allem eine Person: Alexander Waibl (58). Im Gespräch mit TAG24 erläuterte der Trainer seine Ziele mit der Mannschaft, was ihn in seiner 18. Saison bei den Sachsen weiterhin motiviert und wie er eine erfolgreiche Spielzeit definiert.

TAG24: Herr Waibl, mit den Verpflichtungen für die neue Saison haben Sie einen starken Kader zusammengestellt. Wie schätzen Sie die Chancen auf den Titel ein?

Alexander Waibl: „Suhl, Stuttgart, Schwerin und wir zählen zu den Favoriten. Einige von außerhalb sehen uns sogar als klare Spitzenkandidaten. Das nehmen wir gerne so an, denn wir wissen genau, wo wir stehen. Wir sind uns bewusst, was wir leisten können und wo unsere Grenzen liegen.“

TAG24: Welche konkreten Ziele verfolgen Sie in dieser Saison?

Waibl: „Wir sind jetzt zweimal Vizemeister geworden. Da wäre es doch töricht zu sagen, dass wir keinen Meistertitel anstreben. Das ist definitiv unser Anspruch. Allerdings haben auch andere Teams diesen Ehrgeiz. Im Pokal haben wir mit Wiesbaden das schwerstmögliche Los gezogen. Trotzdem waren wir damals die ersten, die den Pokal in der SAP Arena gewonnen haben. Und wir möchten gern die Ersten sein, die den Pokal in der Lanxess Arena holen.“

TAG24: Welche Neuerungen und Besonderheiten erwarten Sie in der Liga?

Waibl: „Die Liga besteht wieder aus zwölf Teams, die alle ein hohes Niveau zeigen. Es gibt keine Mannschaft, die hier fehl am Platz wäre. Die größte Neuerung ist das Challenge-System, das jetzt in allen Spielen zum Einsatz kommt. Das erleichtert den Schiedsrichtern die Arbeit und sorgt für mehr Transparenz. Ich finde, wir haben in der Bundesliga stets viele Zuschauer, egal wo man spielt. Das zeigt, dass Frauenvolleyball in Deutschland zu den großen Sportarten gehört. Und ich bin überzeugt, dass noch viel Entwicklungspotenzial vorhanden ist.“

TAG24: Sie gehen nun in Ihre 18. Saison als Trainer der DSC-Girls. Was motiviert Sie jeden Tag aufs Neue?

Waibl: „Ich habe eine echte Leidenschaft für das Trainersein. Es bereitet mir Freude, Sportlerinnen und Sportlern dabei zu helfen, ihre besten Leistungen abzurufen und aus individuellen Fähigkeiten ein starkes Team zu formen. Auf dem Feld dann gemeinsam um den Sieg zu kämpfen – das ist schwer zu erklären, aber genau das treibt mich an. Ich finde es spannend, einen Anfangspunkt zu nehmen, daran zu arbeiten und zu sehen, wie sich alles entwickelt. Deshalb arbeite ich so gern in einem Verein wie dem DSC, wo wir ständig mit jungen Spielerinnen zusammen sind.“

TAG24: Was schätzen Sie an Ihrem Team in dieser Saison ganz besonders?

Waibl: „Im Vergleich zum Vorjahr sind wir insgesamt etwas erfahrener, haben mehr Lebenserfahrung ins Team eingebracht. Gleichzeitig haben wir junge Spielerinnen, die eine nicht selbstverständliche, aber nachvollziehbare Demut für ihre Aufgabe mitbringen – und auch für die Leistungen der anderen. Mir gefällt an unserer Mannschaft besonders, dass sie viel Leidenschaft und Energie ausstrahlt. Mir ist es lieber, wenn wir manchmal bremsen müssen, als wenn wir ständig antreiben müssen. Das macht einfach Spaß.“

TAG24: Ihr Kader ist breit aufgestellt. Wie verhindern Sie, dass die Tiefe des Teams zum Problem wird?

Waibl: „Die Herausforderung besteht darin, dass jede Spielerin mit ihrer Rolle zufrieden ist. Das hängt stark mit Vertrauen zusammen. Für mich ist es wichtig, von Anfang an offen und transparent zu kommunizieren, wie ich die aktuelle Rolle und die Perspektiven sehe. Dafür ist ein ständiger Dialog notwendig. Letztlich müssen alle begreifen, dass man als Gemeinschaft viel erreichen kann, wenn man persönliche Interessen zurückstellt. Nur wenn der Gruppe alles gelingt, kann auch der Einzelne glänzen. Sorgen mache ich mir dahingehend bei unseren Spielerinnen nicht.“

TAG24: Woran messen Sie persönlich den Erfolg einer Saison?

Waibl: „Für mich ist es entscheidend, dass sich die Spielerinnen, die bei uns trainieren, weiterentwickeln. Ich wünsche mir beispielsweise, dass unsere jungen Talente wie Florentine Rosemann sowie unsere Außenangreiferinnen, die sich noch nicht am Ende ihrer Entwicklung befinden, einen Schritt nach vorne machen. Außerdem habe ich den Anspruch, das Vertrauen, das Sarah Straube mir mit ihrer Rückkehr nach Dresden schenkt, zu rechtfertigen. Ich möchte sie unterstützen, eine noch bessere Nationalspielerin zu werden und ihr neue Werkzeuge mit auf den Weg geben.“