Verletzungs-Schock überschattet DSC-Startniederlage gegen Stuttgart
Dresden – Großes Spiel, Highlight, echter Kracher – so wurde der Bundesliga-Auftakt der DSC-Damen gegen die Volleyballerinnen aus Stuttgart angekündigt. Doch bei der 0:3-Niederlage (18:25, 24:26, 21:25) der Dresdnerinnen rückte das Ergebnis schnell in den Hintergrund, da die Verletzung von Patricia Nestler den Abend überschattete.
"Es schmerzt mich sehr, denn Patty ist nicht nur unsere Kapitänin, sondern auch eine meiner engsten Freundinnen", äußerte sich Sarah Straube nach dem Match zu dem Vorfall, der sie und alle Anwesenden in der Cyberport Arena tief bewegte.
Zum Auftakt sah es aus Sicht der Gastgeberinnen zunächst vielversprechend aus: Mit Annahme von Jette Kuipers, Zuspiel von Straube und der einzigen Veränderung im Vergleich zum Supercup – Maia Dvoracek startete anstelle von Lena Kindermann – gelang der Ballgewinn über den Stuttgarter Block, der zum 1:0 führte.
Doch die entscheidende Nachricht des Spiels war für den DSC keine sportliche, sondern eine äußerst bittere: Patricia Nestler musste frühzeitig ausgewechselt werden. Bei einer Abwehraktion zog sie sich eine Verletzung am rechten Knie zu und blieb schmerzverzerrt liegen.
Der Jubel nach Mette Pfeffers Block zum 4:4 verstummte rasch und wich einer beklemmenden Stille. Alle hielten den Atem bei ihrem Kapitän an.
Unterstützt von Physiotherapeut Oleksandr Selyavkin sowie Mannschaftsarzt Dr. Attila Höhne und begleitet von aufmunterndem Applaus der 2713 Zuschauer verließ die Libera zunächst das Spielfeld und setzte sich auf die Bank, bevor sie sichtlich angeschlagen in die Kabine ging.
Auch ihre Teamkolleginnen hatten Schwierigkeiten, den Schock zu verarbeiten. Im ersten Satz gelang das nicht, dieser ging an die Mannschaft aus Baden-Württemberg.
Ab Mitte des zweiten Satzes verfolgte Nestler das Spiel von der Bank aus und unterstützte ihre Nachfolgerin Emilia Schaarschmidt mit Zurufen. Dabei lag ihr rechtes Bein leicht erhöht auf einer Dehnrolle.
Doch auch als Glücksbringerin konnte Nestler beim zweiten Satzball der Gäste nichts ausrichten. Rylen Reid setzte den Ball knapp hinter das Feld – 0:2 aus Sicht des DSC.
Um 19:30 Uhr beendeten die Stuttgarterinnen mit einem Block gegen DSC-Außenangreiferin Mackenzie Foley das Spiel, das sich alle Anhänger der Sächsinnen ganz anders vorgestellt hatten, und besiegelten damit die zweite 0:3-Pleite in Folge für Dresden.
Zum Verletzungsstand von Nestler gab es am Samstagabend noch keine genauen Angaben. "Es wäre verfrüht zu spekulieren", so Alex Waibl: "Fakt ist, dass die Schmerzen stark sind und die Schwellung zunimmt."
Eine genaue Diagnose erwartet der DSC-Coach frühestens am Montag.