Stellungnahme zur Niederlage von Dynamo: Hört endlich auf mit dem Schreiber-Bashing!
Dresden – Wie schön war doch die Zeit vor den sozialen Medien! Früher reichte ein Anruf in der Redaktion, wenn jemand mit etwas unzufrieden war. Später wurden dann E-Mails verschickt – was auch heute noch üblich ist. Doch seitdem jeder ungefragt, oft unqualifiziert und zu jeder Gelegenheit seinen Kommentar unter Beiträge setzen kann, hat sich die Welt verändert. Und zwar keineswegs zum Besseren.
Besonders ärgerlich wird es, wenn ein eigener Spieler, der zudem aus der Region stammt, für alle möglichen Fehler und Probleme verantwortlich gemacht wird – das geht einfach zu weit.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Dynamo-Torhüter Tim Schreiber (24) auch noch für die hohen Benzinpreise in Deutschland verantwortlich gemacht wird. So fern ist das nicht mehr.
Solche Online-Angreifer sollten sich einmal in Schreibers Situation hineinversetzen. Möchten sie wirklich die dümmsten und menschlich unangemessensten Kommentare über sich selbst lesen? Wie würden sie persönlich damit umgehen? Würde es ihnen nicht wehtun? Und nein: Auch ein hochbezahlter Profi muss sich solche Angriffe nicht gefallen lassen. Er ist schließlich auch nur ein Mensch.
Das Traurigste an der Niederlage gegen Bochum: Die Kritik war völlig unbegründet. Schreiber trug keine Schuld an den Gegentoren und zählte an diesem Abend zu den besseren Spielern. Beim 0:1 beispielsweise hatte Nicolai Rapp (29) ausreichend Zeit und Raum, um den Ball zu kontrollieren.
Darum hört bitte auf mit dem unsinnigen und längst alltäglichen Schreiber-Bashing! Es ist einfach nur lästig! Wirklich!