Rekordschütze Finke kürt sich selbst – und die Monarchs im Endspiel?
Dresden – Für eine perfekte Saison fehlt den Dresden Monarchs nur noch der Höhepunkt am 3. Oktober im GFL Bowl! Dennoch setzte sich Florian Finke (30) bereits am Samstag symbolisch die Krone auf – teils im übertragenen Sinn, teils auch ganz konkret.
"Gestern Abend fragte ich mich natürlich, welche Frisur ich tragen soll. Dabei überlegte ich, ob ich mir das Diadem schon als Prinzessin oder Prinz aufsetzen soll – oder es lieber noch lasse. Letztendlich entschied ich mich dafür und habe damit schon mal ein kleines Zeichen gesetzt, dass es heute soweit ist", berichtete der Kicker der Monarchs stolz und präsentierte seine ausgefallene Kopfbedeckung.
Wöchentlich eine neue Frisur – das ist mittlerweile zur Tradition geworden. Für den 36:7-Sieg im Halbfinale gegen die Pforzheim Wilddogs rasiert sich Finke sogar ein Diadem in den Kopf – als Zeichen seiner Krönung.
Mit zwei Field Goals (5. und 24. Minute) sowie vier Extrapunkten nach Touchdowns von David Moore III (24, drei) und Montigo Moss (24, einer) avancierte Dresdens Nummer 0 zum erfolgreichsten Scorer in der 34-jährigen Geschichte der Monarchs (745 Punkte). Zudem belegt er nun den dritten Platz in der gesamten GFL-Historie.
"Ungefähr 160 Punkte fehlen mir noch, also etwa zwei weitere Saisons muss ich noch spielen. Das ist mein nächstes Ziel, der nächste Meilenstein, den ich erreichen will", erklärte der 30-Jährige, nachdem er von überraschend nur 4509 Zuschauern im Heinz-Steyer-Stadion gefeiert wurde.
Tobias Göbel (35), früherer Kicker bei den Braunschweig Lions, erzielte laut Finke insgesamt 906 Punkte in der GFL. Dafür benötigte er zwölf Jahre, während Finke nun in seine achte Saison bei den Monarchs geht.
"Kicker werden oft belächelt: Sind das überhaupt richtige Football-Spieler? Doch mental haben sie meiner Meinung nach die gleiche Herausforderung wie Quarterbacks, weil sie konstant Leistung bringen müssen. Wenn du nicht triffst, bist du schnell draußen", erläuterte Dresdens „Fußballgott“.
Am 3. Oktober könnte sein rechter Fuß besonders gefragt sein. Dann wollen die Monarchs im GFL Bowl zum dritten Mal in Folge den Titel verteidigen – diesmal gegen die Pokalverteidiger Potsdam Royals – und Deutscher Meister werden.
Es könnte ein defensives Duell werden, denn die Monarchs zeigten sich auch gegen Pforzheim in herausragender Verfassung und ließen über 42 Minuten und 25 Sekunden nicht einmal ein First Down zu.
Doch es ist das Gesamtpaket, das in diesem Jahr große Erwartungen weckt. Finke betont: „Wir haben definitiv eine starke Teamchemie. Es gibt keine Unterschiede zwischen Importspielern und Deutschen. Wir betreten das Feld als Einheit und verlassen es auch als Team. Das macht diese Saison besonders.“