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Beierlorzer erinnert sich an den tragischen Verlust von Diawusie (†25): „Wir mussten ihn leblos aus seiner Wohnung bergen“

Regensburg – Die Zeit vergeht, doch der Schmerz und die Fassungslosigkeit bleiben bestehen: Am 28. November jährt sich der Tod von Agyemang Diawusie (†25) zum dritten Mal. Damals war Achim Beierlorzer (58) als Sportgeschäftsführer beim SSV Jahn Regensburg tätig, dem Verein, bei dem „Agy“ unter Vertrag stand. Im Podcast „Im Kopf des Trainers“ sprach er nun erstmals offen über die schwierigen Stunden, Tage und Wochen nach dem tragischen Ereignis.

Diawusie, der von 2020 bis 2022 in der 2. und 3. Liga unter anderem 34 Partien für Dynamo Dresden bestritt, verstarb im Alter von 25 Jahren an einem plötzlichen Herztod. Vermutlich wurde dieser durch eine virale Infektion mit Verdacht auf eine Myokarditis ausgelöst.

Beierlorzer, inzwischen 58 Jahre alt, fällt es bis heute schwer, über diese Zeit zu sprechen. „Es war eine trainingsfreie Zeit für uns“, erzählt er.

„Wir mussten ihn tot aus seiner Wohnung holen“, sagt er mit schwerem Atem. „Ich kannte ihn schon seit seiner Jugend. Ein 25-Jähriger – und dann musst du zu seinen Eltern nach Fürth fahren und ihnen das mitteilen. Solche Dinge willst du eigentlich nicht erledigen, musst es aber trotzdem tun“, erklärt er.

Für ihn waren das Erfahrungen, mit denen er zuvor nie konfrontiert war. In diesem Moment funktionierten die Regensburger einfach, mehr war nicht möglich.

„Wir haben die Mannschaft in einem Raum versammelt und mussten ihnen die schlimme Nachricht überbringen. So etwas braucht niemand. Ich hätte mir gewünscht, dass es anders kommt und ich ‚Agy‘ lieber beim Fußballspielen zuschauen könnte. Aber manchmal spielt das Leben einem eben solche Karten“, so Beierlorzer.

Eine weitere Frage stellte sich: Wollten die Regensburger am darauffolgenden Wochenende überhaupt antreten? Es ging in der 3. Liga gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg – an der Seitenlinie stand übrigens Thomas Stamm (43).

„Kann man von den Spielern verlangen, in so einer Situation leistungsorientiert Fußball zu spielen? Die Mannschaft bat darum, das Spiel durchzuführen. Anfangs konnte ich mir das gar nicht vorstellen und sagte, ich wäre nicht in der Lage zu spielen“, berichtet Beierlorzer.

„Doch die Spieler hatten ein Argument: ‚Wenn wir nicht spielen, sitzen wir alle zu Hause und grübeln nur über das Geschehene nach.‘ Sie wollten für ‚Agy‘ auflaufen. Auch die Familie wurde eingebunden, denn Pietätlosigkeit kam nicht infrage.“ Diese gab ihr Einverständnis, und Regensburg gewann die Partie am Ende mit 3:2.

„Rückblickend muss man sagen, dass wir als Verein ziemlich gut damit umgegangen sind“, resümiert Beierlorzer abschließend und fügt hinzu: „So etwas gut zu bewältigen, ist natürlich eine enorme Herausforderung.“