EM-Drama bereits beim Aufwärmen! Deutsche Medaillenhoffnung scheidet verletzt aus
Birmingham (England) – Die Leichtathletik-Europameisterschaft hat gerade erst begonnen, doch schon zeichnet sich das erste deutsche Desaster ab! Simon Batz (23), der amtierende deutsche Weitsprungmeister und in Topform mit berechtigten Medaillenambitionen zum Großereignis angereist war, zog sich eine Verletzung beim Aufwärmen zu. Damit ist das Championat für ihn vorzeitig beendet.
Während des Einspringens startete der Oberbayer zu einem Sprint, doch beim Absprung war sofort zu erkennen, dass etwas nicht stimmte. Er brach den Sprung abrupt ab, griff sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den linken Oberschenkel und machte deutlich, dass er nicht weitermachen kann. So musste die Qualifikation ohne den 23-Jährigen stattfinden.
"Kurz gesagt: Beim Anlauf spürte ich wieder den Beuger, habe mir da einen Eingezogen. Daraufhin bin ich natürlich sofort gestoppt", erklärte der Olympia-Sechste von Paris in der Sportschau sichtlich bemüht, die Situation zu beschreiben.
Erst Ende Juli hatte Batz bei den deutschen Meisterschaften seine persönliche Bestleistung auf 8,29 Meter gesteigert und damit die sechstbeste Weite eines europäischen Springers in diesem Jahr erzielt. Entsprechend zuversichtlich war er nach Birmingham gereist, umso größer ist nun die Enttäuschung über die Verletzung.
"Ich erlebe gerade ein Wechselbad der Gefühle – von Wut bis Trauer. Ich war, glaube ich, in der besten Verfassung meines Lebens hier, habe mich wirklich top gefühlt und wollte vorne mitmischen. Umso bitterer ist das jetzt", sagte Batz. "Ich muss das erst einmal verarbeiten und mich damit abfinden. Aber es geht nicht anders, es muss weitergehen."
Nicht nur Batz musste in Birmingham einen Rückschlag hinnehmen: Auch der italienische Weltmeister Mattia Furlani (19) verletzte sich während der Qualifikation.
Der 19-Jährige brach seinen ersten Versuch beim Absprung ab, griff sich an den Oberschenkel und signalisierte sofort, dass er nicht mehr weitermachen könne. Schließlich wurde er im Rollstuhl aus dem Stadion gebracht.
Anders verlief das Geschehen für die deutsche Medaillen-Hoffnung im Kugelstoßen, Olympiasiegerin Yemisi Mabry (27). Bereits im ersten Versuch erreichte sie eine Weite von 19,25 Metern – über einen Meter über der geforderten Qualifikationsweite.
Hammerwerfer Merlin Hummel (24), der ebenfalls mit Ambitionen ins Rennen ging, erwischte hingegen keinen glücklichen Tag. In seiner Qualifikationsgruppe blieb der Vizeweltmeister deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück, belegte nur den zehnten Rang und musste bis zuletzt um einen Platz im Finale bangen.