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Tragisches Aus für Vingegaard bei der Tour: Topfahrer äußern besorgniserregenden Verdacht

Plateau de Solaison (Frankreich) – Seit 2021 liefern sich Tadej Pogačar (27) und Jonas Vingegaard (29) bei der Tour de France einen packenden Kampf um den Gesamtsieg. In diesem Jahr muss Pogačar die Rundfahrt allerdings ohne seinen wichtigsten Rivalen beenden, denn Vingegaard stürzte schwer auf der 15. Etappe und musste aufgeben. Beide Fahrer hegen einen ernstzunehmenden Verdacht.

In der Nacht zuvor wurden die beiden Spitzenfahrer von Dopingkontrolleuren besucht – Vingegaard wurde bereits um 2 Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen, Pogačar folgte um 5 Uhr, und das ausgerechnet zwischen zwei anspruchsvollen Bergetappen.

„Heute Nacht um 2 Uhr hatten wir eine Dopingkontrolle, das hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Vielleicht spielt das auch eine Rolle“, erklärte der Slowene nach der Zielankunft auf dem Plateau de Solaison im Interview mit Eurosport und fügte hinzu: „Wenn du nach einer schlechten Nacht nicht ausgeruht bist, bist du vielleicht in der Abfahrt nicht voll konzentriert.“

„Seine Tour ist zerstört. Ich möchte nicht behaupten, dass das der alleinige Grund ist, aber vielleicht hängt es irgendwie zusammen“, vermutete Pogačar, der als Gesamtführender nun ohne seinen letzten ernsthaften Herausforderer dasteht und seinem vierten Gesamtsieg kaum noch etwas im Weg steht.

„Es ist wirklich sehr traurig, dass Jonas aufgeben muss“, ergänzte er. „Vielleicht hatten wir am Anfang nicht das beste Verhältnis, aber in den letzten zwei Jahren sind wir zu respektvollen Rivalen geworden, fast schon Freunde. Ohne ihn wird die Tour nicht dieselbe sein.“

Vingegaard selbst, der sich bei dem Unfall einen komplizierten Bruch des Schlüsselbeins zuzog, kann die Überlegungen seines Konkurrenten gut nachvollziehen.

„Man kann sagen, dass die Kontrollen dem Rennen nicht gutgetan haben“, erklärte der Däne gegenüber TV2.

„Ob das der Auslöser war, möchte ich nicht bewerten. Es könnte sein, dass es einen Einfluss hatte, aber das kann ich nicht sicher sagen. Ich möchte die Schuld nicht darauf schieben, denn ein Radrennen ist immer mit Stürzen verbunden. Daher traue ich mich nicht, eine definitive Antwort zu geben.“

Die Diskussion um die nächtlichen Dopingtests war bereits vor der 15. Etappe entbrannt, durch den schweren Sturz des bis dahin Zweitplatzierten erhielt die Debatte nun neue Brisanz.

„Kontrollen um 2 Uhr nachts – das ist eine Frage der Menschenrechte. Ich bin fassungslos“, äußerte sich beispielsweise Lance Armstrong (54) in seinem Podcast „The Move“ zu dem Thema.