Neues Opfer bringt sie zum Handeln: Deutsche Surferin erhebt schwere Vorwürfe gegen Olympia-Teilnehmer
Australien – Mit erschütternden Worten hat die deutsche Surferin Noah Klapp nach einer Mitteilung des Weltverbandes schwere Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen ihren früheren Partner sowie gegen die gesamte Surf-Community erhoben.
„Ich habe Alan Cleland Junior einst gesagt, dass ich die ganze Wahrheit über unsere Beziehung offenlegen werde, falls ich von weiteren Opfern erfahre“, begann die 23-Jährige ihr Statement auf Instagram.
Im Anschluss schilderte sie ausführlich, wie der mexikanische Surfer und Olympia-Teilnehmer von Paris sie während ihrer Beziehung wiederholt körperlich und sexuell misshandelt habe.
„Er drückte mich oft zu Boden und hielt meine Handgelenke mit aller Kraft fest“, berichtete die ehemalige U16-Weltmeisterin, die in Barcelona geboren und in den USA aufgewachsen ist. „Er beleidigte mich als Schlampe und geltungssüchtige Hure. Er versperrte mir die Tür und ließ mich nicht gehen, bevor er mit mir fertig war.“
Zuvor hatten mehrere australische Medien, unter anderem ABC, über einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff von mindestens drei Männern gegen eine minderjährige australische Surferin während eines Profi-Surf-Events auf Tahiti berichtet. Eine Anzeige sei eingegangen, die örtlichen Behörden ermitteln.
Auch die „World Surf League“ (WSL) bestätigte, dass ein Athlet aufgrund von Anschuldigungen „äußerst schwerwiegender Art“ vorübergehend suspendiert worden sei.
Weder die Meldungen noch die WSL nannten Namen, doch laut dem Magazin „Surfing World“ handelt es sich bei dem suspendierten Sportler um Alan Cleland Jr. (24).
Daraufhin äußerte sich Klapp selbst. Zu Beginn der Beziehung mit ihrem Kollegen sei sie erst 17 Jahre alt gewesen.
„Das war eine schmerzliche Zeit in meinem Leben, und ich wünschte, ich hätte ihn nie kennengelernt“, erklärte die 23-Jährige. Aus Angst, nicht geglaubt zu werden, habe sie geschwiegen. Nun, da mehr Betroffene bekannt seien, sehe sie es als ihre „Pflicht als Frau“, ihre Geschichte zu erzählen.
Außerdem machte sie auf tief verwurzelte toxische Strukturen innerhalb der Surf-Szene aufmerksam: „Die Surf-Industrie hat diesen Mann auf ein Podest gestellt. ‚So ein cooler Typ, ein Olympionike‘“, schrieb sie weiter. „Doch ich habe in den vergangenen zehn Jahren das Verhalten solcher Idole beobachtet.“
„Männer, die weltweit mit Frauen schlafen, obwohl sie Partnerinnen und Kinder zu Hause haben. Giftige Männercliquen, die sich gegenseitig einreden, dass das in Ordnung ist oder sich sogar gegenseitig anstacheln“, so Klapp.
In einem späteren Beitrag bedankte sich die Sportlerin für die große Unterstützung und kündigte an, in den kommenden Tagen weitere Berichte von Frauen über sexuellen Missbrauch in der Surf-Community zu veröffentlichen, da ihr zahlreiche Betroffene geschrieben hätten.
Der beschuldigte Surfer, der bereits von mehreren Sponsoren fallen gelassen wurde, hat sich bislang nicht geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung.