St.-Pauli-Blog: David Nemeth feiert sein Debüt als Kapitän – „Das erfüllt mich mit großer Freude“
Hamburg – Nach zwei Jahren in der Bundesliga hat der FC St. Pauli am Sonntag die neue Zweitliga-Saison mit einem 1:1-Unentschieden gegen Greuther Fürth eröffnet.
In unserem St.-Pauli-Blog halten wir Euch stets über alle Neuigkeiten rund um die Mannschaft, mögliche Transfers und weitere Geschehnisse aus dem Millerntor-Stadion auf dem Laufenden.
Am Sonntag stand David Nemeth erstmals als Kapitän der Kiezkicker auf dem Platz. Nach dem Spiel gegen Greuther Fürth zeigte er sich zufrieden mit dem Saisonauftakt, wies jedoch auch auf Bereiche hin, in denen Verbesserungsbedarf besteht.
Vor allem aber betonte Nemeth, wie stolz es ihn mache, die Kapitänsbinde des FC St. Pauli zu tragen. „Es ist einfach unglaublich, die Verantwortung für so einen Verein übernehmen zu dürfen. [...] Trotzdem bedeutet das auch, hart zu arbeiten und sich kontinuierlich zu beweisen. Ich versuche, der Mannschaft mit meiner positiven Einstellung zu helfen.“
Seine erste Einschätzung als Führungsspieler lautete: „Vor allem in der Defensive müssen wir noch besser stehen. Sie wurden gefährlich, weil sie nach Ballgewinnen schnell hinter unsere Abwehrreihe gespielt haben. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Grundsätzlich haben wir aber gut gekämpft.“
Die nächste Verstärkung für den FC St. Pauli: Am Freitag wurde die Verpflichtung des defensiven Mittelfeldspielers Gísli Thórdarson (21) bekanntgegeben.
Der isländische Nationalspieler kommt auf Leihbasis vom polnischen Erstligisten Lech Posen an die Elbe. Nach Angaben des Klubs sicherte sich St. Pauli zudem eine Kaufoption.
Sportdirektor Andreas Bornemann (54) beschrieb Thórdarson als „einen körperlich robusten Mittelfeldspieler, der bereits in jungen Jahren viel Erfahrung, auch auf internationaler Ebene, sammeln konnte. Er verfügt über ein gutes Spielverständnis, arbeitet sowohl mit als auch gegen den Ball strukturiert und besitzt noch weiteres Entwicklungspotenzial.“
Thórdarson selbst äußerte sich begeistert: „Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung beim FC St. Pauli in Deutschland. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich überzeugt. Außerdem habe ich mich bei Spielern, die bereits in Deutschland aktiv sind, über den Club informiert und viele positive Dinge über die Atmosphäre im Stadion gehört.“
Emotional verabschiedete sich Jackson Irvine (33) am Freitag persönlich von St. Pauli, seiner Zeit in Hamburg und den Fans.
„Ich werde nie in Worte fassen können, was diese Jahre für mich und für uns alle bedeutet haben“, begann der ehemalige Kapitän der Kiezkicker seinen Abschiedsgruß auf Instagram. Neben seiner Zeit beim Club schätzte der Australier auch die Nachbarschaft und das Lebensgefühl im Stadtteil sehr: „Danke an Freunde und an alle Menschen, die uns in jedem Bereich des Lebens in dieser Stadt so herzlich aufgenommen haben.“
Er erinnerte sich an zahlreiche besondere Momente: „Ob die Musik bei Molotow, Mojo oder die Festivals bei Knust, auf der Reeperbahn und im Dockville, Hähnchen vom Mini-Grill, Pizza bei Tazzi oder ein Bier bei Schnalke – das war das echte Leben!“ Zum Abschluss betonte er: „Der Kiez wird immer Teil meines Lebens bleiben. Danke an alle, die mich als Teil von sich haben sein lassen.“
Es ist offiziell: „Abwehrspieler David Nemeth (25) wird in der Saison 2026/27 als Kapitän die Mannschaft anführen“, verkündete der FC St. Pauli am Donnerstagmorgen.
Der 25-jährige Österreicher wechselte vor fünf Jahren vom 1. FSV Mainz 05 nach Hamburg.
Seine Stellvertreter sind zwei Neuzugänge: Abwehrspieler Marcus Mathisen (30), der vom 1. FC Magdeburg kam, und Offensivspieler Branimir Hrgota (33), zuletzt bei Greuther Fürth aktiv. Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass Jackson Irvine zum japanischen Erstligisten Cerezo Osaka wechselt.
Was steckt dahinter? Am Dienstag fehlte Jackson Irvine (33) beim Training an der Kollaustraße.
Auf Nachfrage erklärten sowohl der Verein als auch Trainer Marcel Rapp, dass der Australier aktuell individuell trainiere und nicht mit der Mannschaft.
Das erste Pflichtspiel der Saison gegen Greuther Fürth steht kurz bevor, die Kapitänsfrage ist jedoch noch offen. Es bleibt abzuwarten, ob Irvine in seine frühere Rolle zurückkehrt oder ob Rapp einen neuen Spielführer bestimmt.
Eine Hiobsbotschaft: Rawley St. John (21) wird dem FC St. Pauli vorerst nicht zur Verfügung stehen, wie der Verein am Montag bekanntgab.
Der Australier erlitt im Testspiel gegen Deportivo am Samstag eine Meniskusverletzung am rechten Knie und wird voraussichtlich mehrere Wochen, möglicherweise sogar länger ausfallen.
Das Testspiel gegen Deportivo A Coruña endete am Samstagabend mit einem 2:2-Unentschieden. Ein spektakuläres Tor erzielte dabei Martijn Kaars.
Der Stürmer bezeichnete seinen Treffer als das Highlight der Partie. Die Szene war sehenswert: Nach einem Pass von Joel Fujita kombinierten sich Branimir Hrgota und Kaars geschickt durch die Abwehr, sodass der Niederländer freie Schussbahn hatte.
Unter Cheftrainer Marcel Rapp spielt der FC St. Pauli wieder offensiver, was Kaars zugutekommt. „So fällt es leichter, Tore zu erzielen“, erklärte er.
Es war bereits sein zweiter Distanzschuss in der Vorbereitung – am Samstag traf er aus etwa 19 Metern genau in den Winkel. In seiner früheren Zeit in Magdeburg erzielte er seine Treffer meist aus dem Strafraum. Grund für die neue Torgefahr: In Hamburg wird er häufiger als zentraler offensiver Mittelfeldspieler eingesetzt, weshalb seine Devise lautet: „20 Meter oder näher? Immer abschließen!“
Auch Trainer Rapp freut sich über die Entwicklung: „Er hat einen starken Abschluss. Wenn er frei zum Schuss kommt, darf man durchaus mit einem Torjubel rechnen.“
Weitere Transfer-News: Eine Woche vor Saisonstart hat sich der FC St. Pauli mit dem rechten Außenverteidiger Rony Jansson (22) vom schwedischen Erstligisten Kalmar FF verstärkt.
Der finnische Youngster wurde bei Kalmar ausgebildet und absolvierte bislang 69 Einsätze im Profiteam. Im Juni gab Jansson zudem sein Debüt in der finnischen A-Nationalmannschaft.
Sportdirektor Andreas Bornemann lobte: „Rony ist dynamisch und sehr aufmerksam im Umschaltspiel. Da die Saison in Schweden bereits läuft, kommt er topfit zu uns und kann sofort voll mitwirken.“
Cheftrainer Marcel Rapp betonte: „Rony bringt hervorragende körperliche Voraussetzungen mit und erfüllt seine defensiven Aufgaben verlässlich. Zudem ist er mit seinem Tempo und seinen präzisen Flanken auch offensiv eine Gefahr und findet durch sein gutes Timing immer wieder gute Positionen.“
Am Montagabend teilte Kapitän Nemeth auf Instagram freudige Nachrichten: Gemeinsam mit seiner Frau veröffentlichte er ein Foto mit Ultraschallbild und Babybauch.
Sie kommentierten lediglich mit „Oh, Baby!“ und erhielten daraufhin zahlreiche Glückwünsche von Fans und Freunden.
Jackson Irvine, der wegen der Weltmeisterschaft zuletzt eine Pause hatte, wird in Kürze wieder zum Team stoßen. Ob er weiterhin Kapitän bleibt, ist noch offen.
Er bleibt in Deutschland: Nach seinem Abschied vom FC St. Pauli hat Innenverteidiger Karol Mets (33) einen neuen Klub gefunden. Künftig läuft er für den VfL Bochum in der 2. Bundesliga auf.
„Mit ihm holen wir einen echten Führungsspieler, der unserer Defensive sofort Stabilität verleiht. Karol ist international erfahren und bringt genau die Qualität, Ruhe und Mentalität mit, die wir uns für diese Position gewünscht haben“, erklärte VfL-Sportdirektor Simon Zoller (35), der mit Mets bereits bei St. Pauli zusammenspielte.
Mets äußerte sich ebenfalls positiv: „Simon Zoller hat mir viel Gutes über den VfL erzählt. Das Stadion gefällt mir sehr – eng, kompakt, die Fans stehen dicht an der Mannschaft. Ich freue mich auf die Spiele hier. Vorher gilt es aber, hart zu arbeiten, denn die 2. Liga ist ein harter Wettbewerb“, in dem er nun auch auf seinen Ex-Klub trifft.
Für die Fans: Die DFL hat am Mittwoch die Ansetzungen der Spieltage 3 bis 6 der 2. Bundesliga terminiert. Darunter empfängt der FC St. Pauli am Samstagabend den VfL Wolfsburg zum Spitzenspiel.
Außerdem müssen die Kiezkicker zweimal an Sonntagnachmittagen antreten sowie ein weiteres Mal abends spielen.
Die Ansetzungen im Überblick:
Ein neuer Abschnitt beginnt für Nikola Vasilj (30): Nach dem Abschied von St. Pauli hat der Torwart laut übereinstimmender Medienberichte einen Vertrag bei Al Diriyah in Saudi-Arabien unterschrieben.
Der 30-Jährige soll bereits den medizinischen Check bestanden und einen Zweijahresvertrag unterzeichnet haben.
In fünf Jahren bestritt der bosnische Nationalkeeper 167 Pflichtspiele für die Kiezkicker. 2024 stieg er mit dem Team in die Bundesliga auf, in der letzten Saison erfolgte der Abstieg. Anschließend kündigte Vasilj seinen Abschied an.
Das nächste Testspiel steht fest: Am 19. Juli trifft der FC St. Pauli während des Trainingslagers in Flachau (17. bis 25. Juli) auf den kroatischen Erstligisten HNK Gorica.
Die Partie im Gartengestaltung Winkelhofer Stadion in Grödig wird um 16 Uhr angepfiffen, teilte der Verein am Freitag mit.
Damit bestreiten die Braun-Weißen zwei Testspiele in Österreich. Das zweite findet am 24. Juli gegen den AFC Bournemouth statt.
Transfer-Update: Der schwedische Offensivspieler Branimir Hrgota (33) verstärkt den FC St. Pauli für die kommende Saison.
Der gebürtige Bosnier war zuletzt vereinslos und wechselt nun ablösefrei zum FCSP. Er bringt 14 Jahre Erfahrung im deutschen Profifußball mit. 2012 wechselte er zur Bundesliga nach Borussia Mönchengladbach, vier Jahre später ging es zu Eintracht Frankfurt und 2019 letztlich zur SpVgg Greuther Fürth. Dort spielte er sieben Saisons, davon sechs als Kapitän.
Sportchef Andreas Bornemann sieht in Hrgota einen vielseitigen Spieler, der die offensiven Möglichkeiten des Teams erweitert. Auch Hrgota, der oft schon als Gegner am Millerntor stand, freut sich auf seine neue Aufgabe in Hamburg.
Trainer Marcel Rapp ist überzeugt: „Branimir weiß genau, worauf es in dieser Liga ankommt. Er ist ein sehr cleverer Spieler, der Räume erkennt und dank seiner technischen Fähigkeiten auch unter Druck Lösungen findet – sei es durch eigene Abschlüsse oder das Einsetzen seiner Mitspieler. Zudem ist er bei Standardsituationen eine große Stärke.“
Der FC St. Pauli startet mit einem kurzen Vorbereitungszeitraum in die neue Zweitliga-Saison. Bereits am Dienstag hat die DFL die exakten Termine für die ersten beiden Spieltage bekanntgegeben.
Die Saison beginnt für die Kiezkicker am Sonntag, den 9. August, um 13:30 Uhr mit einem Heimspiel gegen Greuther Fürth. Nur fünf Tage später, am Freitag, den 14. August, steht um 18:30 Uhr das Auswärtsspiel bei Holstein Kiel an.
Die Spieltage 3 bis 6 werden voraussichtlich kommende Woche zeitgenau festgelegt.
Tabelle der 2. Bundesliga
Die Bedeutung der Tabelle in der 2. Bundesliga ist folgende: Der Erstplatzierte am Saisonende wird Zweitliga-Meister und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Das gilt auch für den Tabellenzweiten. Der Drittplatzierte muss in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.