Zuerst unsportlich, dann sexistisch: Darts-Profi zieht nach Fehltritt entschlossen zurück
Basel (Schweiz) – Mensur Suljovic (54) geriet am vergangenen Wochenende bei der Swiss Darts Trophy gleich mehrfach in unangenehme Situationen. Zunächst zeigte sich der Österreicher sportlich unsauber und verteidigte sein Verhalten anschließend mit zweifelhaften Äußerungen. Mittlerweile hat der Darts-Experte jedoch deutlich zurückgerudert.
„In dem Moment haben mich die Gefühle einfach überwältigt“, schrieb der 54-Jährige am Montag in seiner Instagram-Story.
Dies bezog sich auf das Achtelfinale gegen Ross Smith (37), während dem „The Gentle“ das Publikum immer wieder dazu verleiten wollte, seinen englischen Gegner auszubuhen – selbst als dieser kurz vor dem Sieg stand und einen Matchdart ausführen konnte. Letztlich setzte sich der Wiener mit 6:5 durch.
„Ich wollte die Zuschauer auf meine Seite bringen und habe nicht realisiert, dass Ross gerade einen Matchdart hatte. Rückblickend sehe ich, dass das Timing unpassend war und als unfair empfunden wurde. Dafür möchte ich mich bei Ross entschuldigen“, erklärte Suljovic nun.
Ursprünglich zeigte der Österreicher jedoch kaum Selbstkritik und legte nach seinem Viertelfinalsieg gegen Dirk van Duijvenbode (34, 6:1) sogar noch eine Schippe drauf.
Im Interview auf der Bühne wurde die Weltranglisten-Nummer 55 nämlich auf sein Verhalten sowie Smiths Reaktion angesprochen. Der Brite hatte sich inzwischen auf „X“ zu dem Vorfall geäußert und Suljovic als „absoluten Idioten“ bezeichnet, dem das Karma schon noch seine Rechnung präsentieren werde.
„Was regt der Typ sich auf? Er soll sein Spiel durchziehen, sonst kann er gleich nach Hause fahren. Frauen beschweren sich, sorry, das macht man nicht“, polterte der Österreicher daraufhin.
Für seine sexistische Bemerkung erntete Suljovic nicht nur sofort Buhrufe aus dem Publikum, sondern auch Kritik von Zeremonienmeister Philip Brzezinski (32).
Inzwischen hat der Darts-Profi auch diesen unangebrachten Kommentar in seiner Stellungnahme bedauert: „Meine Äußerung über Frauen im Interview war völlig fehl am Platz“, gab er zu. „So etwas hätte ich niemals sagen dürfen. Ich möchte mich bei allen Frauen aufrichtig entschuldigen.“
„Darts lebt von Leidenschaft, doch Fairness und Respekt sind genauso wichtig. Gestern haben die Emotionen leider die Oberhand gewonnen“, fasste der 54-Jährige zum Schluss zusammen.
Im Halbfinale schlug das Karma tatsächlich zu: Suljovic unterlag Luke Humphries (31) mit 4:7. Die Swiss Darts Trophy sicherte sich schließlich der Waliser Jonny Clayton (52).