Shubitidze nach erneuter Aue-Niederlage enttäuscht, Gegner hofft auf „ruhige Arbeitsbedingungen“
Aue – „Ich wünsche dir für die kommenden Wochen ein ruhiges Arbeitsumfeld“, gab Greifswalds Trainer Alain Karim (39) seinem Kontrahenten auf die lange Heimfahrt zurück ins Erzgebirge mit. Ob Ruhe einkehren wird, hängt vor allem davon ab, inwieweit sich der FC Erzgebirge Aue von den Online-Kommentaren aus der Fassung bringen lässt. Nach der dritten Pflichtspiel-Pleite in Folge kochten die Emotionen erneut hoch.
Dass die Anhänger die Lage kritisch sehen und entsprechend frustriert sind, ist grundsätzlich verständlich – auch wenn der Tonfall dabei stets eine Rolle spielt. Wie bereits in der Vorwoche erwähnt, ist Aue ein Verein mit großer Durchschlagskraft, aber zugleich einem turbulenten Umfeld.
Irgendwann zeigt sich dann, wer wirklich belastbar ist: Wer den Aufstieg schaffen und somit wieder im Profifußball Fuß fassen möchte, muss mit diesem Druck umgehen können. Andere Clubs wirken momentan gefestigter, allen voran der Chemnitzer FC.
Und wie sieht es bei Aue aus? „Wir sind sehr enttäuscht, da wir eigentlich Punkte mitnehmen wollten. Es tut mir leid, dass wir für unseren guten Auftritt nicht belohnt wurden“, erklärte Chefcoach Khvicha Shubitidze (52) in Richtung der eigenen Anhängerschaft.
„Meiner Ansicht nach waren wir das dominierende Team und hatten genügend Chancen, um ein Tor zu erzielen“, zog der 52-Jährige insbesondere im Hinblick auf die erste Hälfte Bilanz. Nach dem Seitenwechsel sei die Durchschlagskraft jedoch etwas abgeebbt.
Sein Resümee lautete: „Dieses Spiel hätte man nicht verlieren müssen.“ Gleichzeitig erinnerte er daran, dass der FC Erzgebirge in dieser Saison auch schon manches Spiel spät für sich entscheiden konnte – etwa gegen BFC Dynamo, BFC Preussen oder Lok Leipzig. Dort sei ein Sieg nicht zwangsläufig Pflicht gewesen, ebenso wenig wie die Punkteteilung in Erfurt.
Aktuell hat sich die Situation auf dem Platz und auch in den sozialen Netzwerken etwas gewandelt. Was vor einigen Wochen noch funktionierte, läuft derzeit nicht rund. Ein Problem, das die Lila-Weißen von Anfang an nicht in den Griff bekommen, ist ihre Defensive – ebenso wie die oftmals fehlende Schnelligkeit im Denken.
Gerade bei Standards, die im Strafraum verteidigt werden, ist das äußerst gefährlich. So wie beim 0:1 für Greifswald, als nach Martin Männels (38) Parade der Verteidiger weit weg vom Gegenspieler stand.
Wie es nun im Lößnitztal weitergeht? „Wir müssen uns sammeln und die nötigen Punkte woanders holen“, meint Shubitidze.
Regionalliga Nordost Tabelle
In dieser Saison steigt der Meister der Regionalliga Nordost direkt in die 3. Liga auf.