zurück

Wer soll all die Fanartikel kaufen? Händler in Chemnitz zeigen sich nach WM-Aus enttäuscht

Chemnitz – Nach dem Aus der deutschen Mannschaft bei der WM bleibt den Chemnitzern neben sportlicher Enttäuschung vor allem eines erhalten: prall gefüllte Regale mit Trikots, Schals und Fahnen. Gibt es für den Handel noch eine zweite Chance? Was passiert mit den zahlreichen schwarz-rot-goldenen Fanartikeln, die plötzlich keiner mehr benötigt?

Die Auswirkungen der Niederlage gegen Paraguay am Montag sind im Einzelhandel spürbar, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt. „Das frühe Ausscheiden bei der WM führt nicht überall, aber in einzelnen Warengruppen zu entgangenen Zusatzumsätzen“, erklärt René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen (50).

Auch bei der Tedi-Filiale im Rosenhof fällt die Bilanz gemischt aus: „Servietten und Partydeko verkauften sich während des Turniers recht gut“, berichtet Mitarbeiter Joel Latschin (22). Besonders gefragt waren außerdem Auto-Fahnen.

Eine Aktion mit Gratis-Trikot ab 5 Euro Einkaufswert und Anmeldung zum Newsletter lief hingegen schlechter. „Die Aktion funktionierte hier nicht so gut wie in anderen Städten“, so Latschin.

Übrig gebliebene Fanartikel werden jetzt entweder mit Rabatt verkauft oder zurück ins Lager gebracht.

Beim „EuroShop“ war der Turnier-Boom schnell vorbei. Viele WM-Produkte sind bereits aus dem Verkaufsraum entfernt worden. „Den Wühltisch und den Verkaufsständer vor dem Laden habe ich bereits abgebaut und eingelagert“, berichtet Mitarbeiter Daniel Klemp (26). Der Umsatz blieb insgesamt gering: „Wir haben schätzungsweise 200 bis 250 Artikel verkauft.“

Auch beim Edeka in der Ermafa-Passage fällt die Bilanz eher verhalten aus: „Wir haben in diesem Jahr nur wenig verkauft, wobei wir ohnehin nie große Umsätze mit Fanartikeln hatten“, heißt es aus dem Markt.

Als Grund wird unter anderem die heterogene Kundschaft genannt. „Für die Produkte gibt es feste Rücknahmetermine – sie bleiben noch etwa eine Woche im Verkauf, bevor sie ins Zentrallager zurückgehen.“