Misslungener Saisonauftakt! Fehler des Chemie-Keepers verlängert sieglose Phase auf 1632 Tage
Leipzig – Ein enttäuschender Start in die Saison für die BSG Chemie Leipzig! Der Angstgegner SV Babelsberg, der den Leutzschern in der vergangenen Spielzeit acht Tore eingeschenkt hatte, setzte sich auch am Sonntagnachmittag vor ausverkauftem Haus im Alfred-Kunze-Sportpark mit 2:0 (0:0) durch.
Nach einer vielversprechenden Vorbereitung, in der Siege gegen die Regionalligisten Eichstätt (3:1), Wiedenbrück (1:0) und Hannover II (2:1) gefeiert wurden, aber auch Niederlagen gegen den 1. FC Magdeburg (1:4) und den österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck (0:1) hingenommen werden mussten, legten die Grün-Weißen im heimischen AKS einen energischen Beginn hin.
Die Angriffe der beiden Neuzugänge Luca Bürger (5. Minute) und Marc Sodji (14.) blieben allerdings erfolglos. Auch Elias Kratzer (38.), Julius Hoffmann (41.) und Rajk Lisinski (43.) fanden keine Lücke in der Abwehr oder am starken Torhüter Maximus Babke.
Die Motivation bei einigen Chemie-Spielern war besonders hoch, da mit Laurin von Piechowski, Min-gi Kang und Theo Ogbidi gleich drei frühere Spieler des Erzrivalen Lok in Michael Braunes Startformation standen.
Dass die Offensive bei beiden Mannschaften noch nicht rund lief, war angesichts zahlreicher Zu- und Abgänge nachvollziehbar. So muss Chemie weiterhin ohne Stanley Ratifo (17 Tore, nun beim Halleschen FC) auskommen, während SV Babelsberg den Verlust von George Didoss (11, Frankfurt II) und Linus Queißer (11, Aue) kompensieren muss.
Trainer Alexander Schmidt von der BSG hatte offensichtlich mehr von Sodji erwartet. Zur Pause blieb dieser in der Kabine, während der ehemalige Plauener Tyron Profis eingewechselt wurde. Auch Valon Aliji musste Platz machen, für ihn kam mit Conner Schulze ein weiterer Neuzugang.
Chemie war entschlossen, vor erneut großartiger Kulisse das erste Tor zu erzielen und die seit 1632 Tagen andauernde Niederlagenserie gegen die Filmstädter zu beenden – das letzte erfolgreiche Spiel datiert auf Februar 2022, als man 3:1 gewann.
Doch nach einem gefährlichen Kopfball von Hoffmann (49.) schlugen die Gäste zu. Der auffällige Ebel, der aus der U19 aufrückte, erzielte nach Vorarbeit von Tino Schmidt ins verwaiste Tor das 1:0 für den SVB (63.).
Es sollte noch schlimmer kommen: Zwölf Minuten später (75.) machte der 18-jährige Offensivspieler mit dem 2:0 alles klar. Torhüter Marcel Bergmann ließ sich an die Seitenlinie drängen und spielte den Ball unglücklich zu Ebel, der erneut ins leere Tor traf.
Damit schreibt die Leutzscher Sieglos-Serie gegen Babelsberg ein weiteres, trauriges Kapitel. Am kommenden Samstag (1. August, 16 Uhr) soll bei BFC Dynamo der Fehlstart korrigiert werden.