Kann Hertha den Fluch zum Saisonstart endlich brechen? „Ich habe ein sehr, sehr gutes Gefühl“
Berlin – Zum dritten Mal seit dem Abstieg startet Hertha BSC nun in eine neue Spielzeit. Nach den Auftaktspielen in Düsseldorf (2023) und Gelsenkirchen (letzte Saison) steht diesmal Bochum auf dem Plan (Freitag, 20.30 Uhr/Sky/Sat.1). Wirklich als „Frühstarter“ kann man die Alte Dame allerdings nicht bezeichnen.
In Düsseldorf sorgten die Dardai-Brüder zwar für eine historische Note bei Hertha, doch Punkte blieben aus. Nach drei Begegnungen hatte das Team noch keinen Treffer erzielt und noch keinen Zähler auf dem Konto.
Unter Christian Fiél (46) entfiel für die Berliner zwar das Eröffnungsspiel, doch auch das erste Heimspiel verlief enttäuschend. Gegen Paderborn unterlag man mit 1:2.
Besonders präsent sind die Erinnerungen an den Saisonauftakt vor einem Jahr. Mit großer Euphorie und dem Ziel Aufstieg reiste der Hauptstadtclub in die Veltins-Arena, musste sich dort aber Schalke 04 mit 1:2 geschlagen geben.
Wie sieht es nun in Bochum aus? Die Ausgangslage unterscheidet sich zumindest deutlich vom Vorjahr. Die teuren Leistungsträger wie Fabian Reese (28) und weitere wichtige Spieler haben den Verein verlassen. Insgesamt verließen 13 Profis den Klub, während bislang nur ein Neuzugang verpflichtet wurde. Dennoch fühlt sich Hertha bestens vorbereitet:
„Ich habe ein sehr, sehr gutes Gefühl“, sagt Stefan Leitl (48) voller Zuversicht. „Wir haben eine sehr gute Vorbereitung absolviert und konnten unser komplettes Programm durchziehen. Bis auf Gustav Christensen ist kein Spieler während der Vorbereitung ausgefallen.“ Der Trainer blickt optimistisch auf den Saisonstart: „Die Vorfreude auf das Spiel am Freitag ist riesig. Diese Energie wollen wir mitnehmen. Unser Plan soll auf dem Platz umgesetzt werden, und das letzte Testspiel der Vorbereitung wollen wir zeigen. Das ist unsere Aufgabe.“
Mit dem „letzten Testspiel“ meint Leitl das 2:2 gegen Köln in Österreich. Dieses Duell zeigte nicht nur, dass eine andere Hertha als zuvor auf dem Feld steht, sondern auch, dass sich die Spielweise verändert hat. Die Blau-Weißen setzen künftig auf mehr Offensivgeist und ein höheres Pressing, um die Wege zum Tor zu verkürzen. Diese Ausrichtung kommt der relativ jungen Mannschaft entgegen.
„Das Feedback der Jungs ist durchweg positiv. Wir sind in vielen Bereichen schon sehr weit“, so Leitl. Dennoch ist man sich bewusst, dass man womöglich mehr Gegentore hinnehmen muss. „Fehler passieren nun mal, wenn sie passieren. Trotzdem sind wir überzeugt, dass wir mit unserer Spielweise mehr Fehler beim Gegner provozieren und dadurch auch mehr Tore erzielen können.“
Vom Aufstieg spricht in Berlin mittlerweile niemand mehr, auch nicht beim Hauptstadtclub. Das Ziel lautet ein einstelliger Tabellenplatz. Den Gegner aus Bochum schätzt Leitl etwas höher ein und traut ihm zu, unter den ersten sechs Teams zu landen. „Es ist eine Mannschaft, die eine gewisse Stabilität besitzt. Dazu kommt viel Emotion. Über das Stadion brauchen wir nicht sprechen: Freitagabend – da wird es richtig zur Sache gehen.“
Dennoch sollen die drei Punkte mit nach Berlin gebracht werden – damit der Fluch zum Saisonstart endlich der Vergangenheit angehört.