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Biathlon-Shootingstar richtet liebevolle Botschaft an ihre Anhänger – doch eine Tatsache überraschte sie

Norwegen – Ingrid Landmark Tandrevold (30) kann bereits auf vier Weltmeistertitel und zwei kleine Kristallkugeln zurückblicken. Dennoch quälen die norwegische Biathletin immer wieder starke Selbstzweifel. Unterstützung findet sie dabei vor allem bei ihren Fans, die sie auf Schritt und Tritt begleiten. Allerdings bringt das Leben im Rampenlicht auch einige negative Seiten mit sich.

„Ich bin unendlich dankbar, dass meine Fans an mich glauben und mich stets anfeuern – ganz gleich, ob ich gerade gute Leistungen zeige oder nicht“, berichtete die 30-Jährige im Gespräch mit „Biathlon Azzurro“. „Egal ob ich in Tschechien oder Frankreich unterwegs bin, überall sehe ich Plakate mit meinem Namen. Das ist manchmal kaum zu fassen.“

Die Drittplatzierte im Gesamtweltcup der Saison 2023/24 hat schwierige Zeiten hinter sich. Zunächst zwang sie eine Herz-Operation zu einer Auszeit, im vergangenen Winter fiel ihr der Wiedereinstieg schwer. Kürzlich musste sie zudem aufgrund eines Zeckenbisses auf die norwegischen Meisterschaften verzichten.

„Es war eine Herausforderung, und das ist es ab und zu immer noch“, erklärte Tandrevold. Dennoch ist sie überzeugt, dem Biathlonsport weiterhin viel zu geben.

„Manchmal braucht es harte Arbeit, um an sich selbst zu glauben, manchmal kommt das ganz von allein. Ich versuche, den Blick nach vorne zu richten und mich auf das Kommende zu konzentrieren – nicht auf das, was bereits war“, sagte die Linksschützin. „Die Unterstützung der Fans ist unglaublich wichtig für mich, sie geben mir Kraft, gerade wenn ich selbst mal an mir zweifle. Das hilft ungemein.“

Im Juni richteten allerdings nicht nur wohlwollende Anhänger ihre Aufmerksamkeit auf die Athletin, als sie auf Instagram Eindrücke von der Pride-Parade in Oslo teilte.

„Vielleicht war ich etwas naiv, denn eigentlich wollte ich nur einen Freund unterstützen, zu dessen Einladung ich gekommen bin“, erzählte Tandrevold. „Ich war ein wenig überrascht, dass dieses Thema immer noch so groß diskutiert wird.“

Neben zahlreichen positiven Rückmeldungen erhielt die Wintersportlerin jedoch auch abstoßende Kommentare und hasserfüllte Nachrichten.

„Ich dachte, dass im Jahr 2026 jeder Mensch so sein kann, wie er ist. An manchen Orten scheint das aber noch nicht der Fall zu sein. Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem das zumindest leichter möglich ist, auch wenn ich das nicht beurteilen kann“, erklärte sie. „Mir ist bewusst, dass homosexuelle Menschen viel Ablehnung erfahren können. Aber ich möchte einfach die Liebe feiern.“