„Zweiklassen-Gesellschaft!“: BFC-Trainer Volbert sieht den CFC als Favoriten auf den Aufstieg
Chemnitz – „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ hallte es am Freitagabend durch das gut gefüllte Stadion an der Gellertstraße, das 5639 Zuschauer zählte. Zuvor hatte der Gastgeber Chemnitzer FC seine Mannschaft vom BFC Preussen mit 3:0 (0:0) besiegt – eine Leistung, die Gäste-Coach Daniel Volbert (53) komplett anerkennt.
„In der ersten Halbzeit haben wir defensiv gut gearbeitet und alles abgeräumt. Doch in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel waren meine Spieler geistig einfach nicht präsent. Ich hatte sie davor noch gewarnt, dass die Chemnitzer nun gezielt auf ihre Südtribüne spielen würden und wir die erste Viertelstunde möglichst schadlos überstehen müssten“, äußerte sich der Fußballtrainer enttäuscht.
Sein Team zeigte sich in zwei Situationen unaufmerksam – mit entscheidenden Folgen. Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff köpfte Jonas Marx (21) völlig frei am Fünfmeterraum zur Führung für den CFC ein.
Kurz darauf war es erneut Marx, der an der Mittellinie gegen den deutlich größeren Innenverteidiger Lenny Stein (30) energisch in den Zweikampf ging, den Ball eroberte und so den Gegenangriff einleitete. Diesen schloss Marx nach einem präzisen Steilpass von Domenico Alberico (27) erfolgreich ab.
Volbert kommentierte die Szene: „Ich habe gelernt: Ein Foul ist erst dann ein Foul, wenn der Schiedsrichter pfeift. Warum meine Spieler in dieser Situation auf den Pfiff warten, anstatt weiterspielen, bleibt mir ein Rätsel.“ Kurz vor Ende der Partie krönte Alberico seine starke Leistung mit dem 3:0.
„Wir treffen Sekunden zuvor durch Nikolas Frank noch den Pfosten, doch im direkten Gegenzug erzielt Chemnitz in atemberaubendem Tempo den Treffer. Das zeigt deutlich, dass es in dieser Saison in dieser Liga vermutlich eine Zweiklassen-Gesellschaft geben wird. Es gibt sechs oder sieben Teams, die ganz oben mitspielen wollen, der Rest muss sich damit zufriedengeben, einfach nur mitzuhalten“, betonte BFC-Coach Volbert.
Die Chemnitzer selbst wollen ganz oben mitmischen, haben mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 7:0 einen perfekten Start hingelegt. Nun warten mit Zwickau, Halle, dem Drittliga-Absteiger Aue sowie Meister Lok Leipzig starke Gegner auf das Team von Trainer Benjamin Duda (38). „Das sind alles Hochkaräter. Wenn wir diese Mannschaften hinter uns lassen, wissen wir, wo wir wirklich stehen“, erklärte CFC-Innenverteidiger Dennis Slamar (31).