Freibier-Desaster in der Regionalliga: Aktion des Clubs geht nach hinten los
Berlin/Fürstenwalde – Mit großem Tamtam kündigte die VSG Altglienicke vor dem Berliner Derby gegen den BFC Dynamo (0:1) eine Freibier-Kampagne an. Doch die Ernüchterung folgte prompt: Die Gastgeber unterlagen im Spiel und die versprochene Aktion verpuffte wirkungslos.
Das Konzept war simpel: Für jedes Tor der VSG sollten 25 Liter Bier oder alkoholfreie Getränke an die Fans im Heimblock verteilt werden. Wären etwa drei Treffer gefallen, hätte somit jeder sechste Zuschauer ein kostenloses Getränk erhalten können.
Doch in der Praxis sah es ganz anders aus. Auf dem Spielfeld zeigte der Favorit der Staffel keine Derby-typische Leidenschaft und lief ab der 32. Minute einem Rückstand durch Diren-Mehmet Günay (23) hinterher.
In 90 Minuten hatte das hoch gehandelte Altglienicke kaum nennenswerte Torchancen und verließ die Fürstenwalder Spree-Arena ohne Torerfolg und Punkte.
VSG-Kapitän Tim Rieder (33), der die Aktion selbst initiiert hatte, äußerte sich bei Ostsport.TV: „In der ersten Halbzeit haben wir überhaupt nicht zu unserem Spiel gefunden, das war nicht würdig für ein Derby. [...] Der heutige 1:0-Sieg für den Gegner ist verdient.“
Auch auf den Rängen der Haupttribüne kam am regnerischen Freitagabend keine rechte Stimmung auf. Die im Nachhinein etwas überzogene Freibier-Ankündigung entpuppte sich als Luftnummer.
Doch damit nicht genug: Beim BFC Dynamo wirkte die Freibier-Aktion vor dem Spiel wie zusätzlicher Ansporn. Die Weinrot-Weißen zeigten sich an diesem Abend deutlich engagierter, entschlossener und zielstrebiger.
Trainer Sven Körner (44) ließ bei der Pressekonferenz durchblicken, dass dies ein Bestandteil seiner Ansprache gewesen sei: „Ich fühle mit den VSG-Fans, weil sie heute kein Freibier bekommen haben.“
Am Montagmorgen legte der Verein nach und titelte auf seiner Webseite spöttisch: „BFC lässt VSG-Fans leer ausgehen.“
Vor Saisonbeginn hätte kaum jemand damit gerechnet, dass nach zwölf Spieltagen der BFC (Platz vier) der VSG (Platz sieben) in der Tabelle die Nase vorne hat.
Regionalliga Nordost Tabelle
Der Meister der Regionalliga Nordost steigt in dieser Saison direkt in die 3. Liga auf.