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Mehr als nur eine Fahne: Betrunkener Linienrichter kämpft mit dem Gleichgewicht

Žamberk (Tschechien) – Bei einem Amateurspiel in Tschechien sorgte ein stark angetrunkener Linienrichter kürzlich für reichlich Erheiterung im Netz – allerdings nicht unbedingt aus den besten Gründen. Der betroffene Unparteiische musste seine Trunkenheit inzwischen jedoch offiziell verantworten.

Die Zuschauer beim siebtklassigen Duell zwischen dem 1. FC Žamberk und FO Lanškroun B waren am vergangenen Wochenende erstaunt, als sie einen Blick an die Seitenlinie warfen.

Dort stand nämlich Jan Sanak als Linienrichter auf dem Feld. Ob er zu diesem Zeitpunkt noch wusste, was Abseits bedeutet, scheint zumindest fraglich.

Mit der Fahne in der Hand schwankte der Offizielle sichtlich berauscht entlang der Auslinie und hatte oft große Schwierigkeiten, auf den Beinen zu bleiben. Ein Zuschauer filmte den wackelnden Linienrichter, dessen kurioser Clip anschließend in den sozialen Medien tausendfach geteilt wurde.

Das Schauspiel dauerte rund 22 Minuten, bis Schiedsrichter Miroslav Chladek schließlich Mitleid mit seinem angetrunkenen Kollegen hatte. Nach Rücksprache mit beiden Mannschaften wurde Sanak kurzfristig durch einen Ersatzschiedsrichter vom Feld genommen, wie die regionale tschechische Zeitung „Orlický deník“ berichtete.

Zunächst versuchte man wohl, den Vorfall zu vertuschen: Im offiziellen Spielbericht gab der Schiedsrichter als Grund für Sanaks Ausfall eine Knöchelverletzung an. Da ein verletzter Knöchel jedoch nichts mit Alkoholintoxikation zu tun hat, ließ sich der Versuch, die Sache zu verschleiern, schnell durchschauen.

Noch am selben Abend zog Sanak persönliche Konsequenzen. Der Linienrichter war nicht etwa nur ein einfacher Hobby-Schiedsrichter, sondern zudem Vorsitzender des regionalen Schiedsrichterverbandes von Pardubice.

In einer Facebook-Erklärung teilte er mit, dass er aufgrund seines „Fehlverhaltens“ sofort von seinem Amt zurückgetreten sei. „Der Vorstand des PKFS hat den Rücktritt angenommen und untersucht den Vorfall intensiv“, hieß es in dem Statement.

Sanak ist allerdings nicht der erste Schiedsrichter, der durch einen Alkohol-Fauxpas auffiel. Auch auf höherer Ebene, etwa in der Bundesliga, kam es schon zu ähnlichen Vorfällen.

So beendete Wolf-Dieter Ahlenfelder am 8. November 1975 ein Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Hannover 96 bereits nach 32 Minuten – offenbar aufgrund von Alkoholeinfluss. Zum 100. Jubiläum des Weserstadions erinnerte der SV Werder kürzlich an diesen Vorfall und servierte beim Legendenmatch gegen Real Madrid nach 32 Minuten das sogenannte „Ahlenfelder Gedeck“ – ein Bier und einen Malteser.