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Korruptionsaffäre erschüttert südkoreanisches WM-Team: Verband soll Schiedsrichtern mutmaßlich Sex-Massagen bezahlt haben

Seoul (Südkorea) – Der südkoreanische Fußballverband steht vor schweren Anschuldigungen! Die KFA soll im Verlauf eines Jahres ausländischen Schiedsrichtern, die für Länderspiele der südkoreanischen Nationalmannschaft angereist waren, sexuelle Dienstleistungen in Massagesalons finanziert haben.

Wie der Fernsehsender JTBC und die Nachrichtenagentur Yonhap übereinstimmend berichteten, soll die KFA zwischen März 2011 und März 2012 mittels geschäftlicher Kreditkarten für solche Gefälligkeiten an diverse Unparteiische gezahlt haben. Bereits im Jahr 2016 wurde dies in einem Bericht des Sportministeriums dokumentiert, doch erst jetzt gelangten die Vorwürfe an die Öffentlichkeit.

Insgesamt sollen etwa ein Dutzend Schiedsrichter und Offizielle bei sieben Länderspielen diese Sex-Massagen in Anspruch genommen haben. Die Betroffenen kamen aus Ländern wie Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Iran, Bahrain und Usbekistan. Die Kosten pro Salongesuch beliefen sich auf umgerechnet zwischen 300 und 660 Euro und wurden anschließend als Ausgaben für gemeinsame Mahlzeiten oder Ähnliches verbucht.

Ob die sexuellen Gefälligkeiten Einfluss auf umstrittene Entscheidungen zugunsten Südkoreas hatten, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Die "Taeguk Warriors" blieben bei diesen sieben Begegnungen ungeschlagen, erzielten fünf Siege und zwei Unentschieden.

Zu den Spielen zählten neben zwei Partien in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London auch ein WM-Qualifikationsmatch gegen Kuwait im Februar 2012 für die Weltmeisterschaft 2014. Südkorea gewann das Spiel mit 2:0 und sicherte sich so den Einzug in die nächste Runde.

Der südkoreanische Fußballverband kommt somit nicht zur Ruhe: Schon zuvor war die KFA in die Schlagzeilen geraten. Nach dem frühen WM-Aus erhielt der damalige Nationaltrainer Hong Myung-bo (57) Morddrohungen und musste seinen Posten räumen. Erst am vergangenen Donnerstag fand eine Razzia statt, die sich auf Unregelmäßigkeiten bei der Anstellung des Trainers bezog.

Einer Strafe durch die FIFA wegen möglicher Bestechungsversuche sieht Südkorea jedoch nicht entgegen: Laut Ethikreglement gilt eine Verjährungsfrist von zehn Jahren.