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Das Hertha-Wunder setzt sich fort: Was der spektakuläre Sieg gegen die Alte Dame verrät

Berlin – Diese Hertha bereitet einfach nur Freude! Drei Erfolge in der Liga, Tabellenführer, dazu der Einzug in die nächste Pokalrunde – all das mit überzeugenden Leistungen. Vor Saisonbeginn hätte kaum jemand mit einem solchen Verlauf gerechnet.

Nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Fabian Reese (28), Michaël Cuisance (27) und weiteren, herrschte in der Hauptstadt eher Zweifel. Doch Herthas Konzept geht bisher voll auf: Die jungen Talente grüßen sogar von der Tabellenspitze.

Bis kurz vor der Halbzeit sah es allerdings ganz anders aus. Nach 33 Minuten führte Braunschweig mit 2:0 und hatte die Möglichkeit, die Führung weiter auszubauen. Doch Hertha schlug unmittelbar vor dem Pausenpfiff zurück.

„Der Glaube war stets vorhanden, die Reaktion war großartig“, erklärte Stefan Leitl (49).

Zunächst verkürzte Jon Dagur Thorsteinsson (27), wenig später erzielte Josip Brekalo (28) mit einem sehenswerten 40-Meter-Schuss den Ausgleich. Im zweiten Durchgang nutzten die Berliner den Schwung und blieben am Drücker. Ein Eigentor, ein Strafstoß sowie ein Joker-Treffer von Oluwaseun Adewumi (21) entschieden die Begegnung endgültig zu Gunsten der Hertha.

Das 5:3-Spektakel offenbarte zwar auch einige Schwächen, zeigte aber vor allem: Die Mannschaft weiß, wie man mit einem Rückstand umgeht. Bislang verliefen die Partien stets nach Herthas Vorstellungen – sowohl in Bochum, gegen Heidenheim als auch in Saarbrücken gingen die Blau-Weißen jeweils früh in Führung.

In Braunschweig allerdings lieferte Hertha eine eindrucksvolle Demonstration, wie sie auf einen Rückstand reagiert: Sie machten unbeirrt weiter, weil sie an sich selbst und die neue Spielphilosophie glauben. „Wir haben eine fantastische Mentalität gezeigt“, freute sich Neuzugang Mads Pedersen (30) nach seinem Debüt. „Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, nervös zu sein oder nicht zurückzukommen. Nach dem 2:2 habe ich in der Pause die Energie gespürt, das fand ich einfach großartig!“

Die Berliner wollten dort anknüpfen, wo sie aufgehört hatten. Sie starteten gut in die zweite Halbzeit, sodass sogar Leitl den Eindruck hatte, die Führung sei nur eine Frage der Zeit. Doch dann unterlief Niklas Kolbe (27) ein folgenschwerer Fehlpass.

„Er brauchte ein wenig, um aus seinem Tief herauszukommen“, erklärte Leitl auf der Pressekonferenz. „Fehler gehören zum Spiel. Das Wichtigste ist, dass jeder bereit ist, Fehler zu akzeptieren, an die Mannschaft glaubt und überzeugt von unserem Spielstil bleibt.“

Das zeigte auch die Alte Dame. „Das sagt viel aus, denn die Mannschaft will immer“, zeigte sich Leitl zufrieden. Die Berliner Serie von Erfolgen geht somit weiter – weil sie mittlerweile auch Comebacks beherrschen. „Selbst beim 0:2-Rückstand hatten wir keine Hektik“, berichtete Kapitän Paul Seguin (31). „Entscheidend ist, dass wir in solchen Situationen ruhig bleiben, als Einheit auftreten und gemeinsam die Herausforderung meistern.“