Warum Dynamos herausragender Spieler Bobzien nach dem Pokal-Kantersieg „kurz vor der Explosion“ stand
Münster – Während Ben Bobzien (23) mit einer Hand noch schnell im Presseraum ein erfrischendes Getränk griff, hielt er mit der anderen seine Auszeichnung fest umklammert.
Nach dem 6:0-Sieg im DFB-Pokal gegen Westfalia Rhynern wurde Bobzien zum besten Spieler des Spiels gekürt – angesichts seines Treffers und zwei Vorlagen kaum überraschend. Doch seine starke Leistung erstreckte sich über die gesamten 90 Minuten.
Der 23-Jährige setzte seine Offensivaktionen unermüdlich über die linke Seite um und war mit 19 gewonnenen Zweikämpfen sogar der erfolgreichste Duellant auf dem Platz. Einmal jedoch kochte er fast über, als der gerade eingewechselte Patrick Franke (87.) ihn ohne Chance auf den Ball per Grätsche am Knöchel erwischte.
„Ja, da bin ich kurz wirklich auf 180 gewesen. Ich fand das unnötig, aber letztlich gehört das zum Fußball dazu, solche Situationen passieren. Nach dem Spiel ist alles wieder in Ordnung. Ich mache ihm keinen großen Vorwurf, aber während des Spiels sieht das natürlich anders aus“, erklärte Bobzien.
Mit der Trophäe in der Hand konnte er schnell vergeben – als einziger Dynamo war er an drei Toren direkt beteiligt. „Wir hatten definitiv eine Strategie, wie wir sie knacken wollen. Den Gegner haben wir sehr ernst genommen, sind stark ins Spiel gestartet und haben uns sofort zahlreiche Chancen erarbeitet. Ich selbst war an vielen Spielzügen beteiligt, das freut mich natürlich“, sagte der Stürmer.
Seinen Treffer erzielte er in der 34. Minute auf seine gewohnt typische Weise ins lange Eck zum 4:0. Zuvor hatte er nach einem seiner unwiderstehlichen Dribblings bereits auf Vincent Vermeij (30./3:0) aufgelegt. Auch beim letzten Treffer durch Robert Wagner (54./6:0) stand Bobzien bereit, um zu flanken – allerdings spielte er den Ball geschickt auf den Niederländer durch, der den Abschluss übernahm.
Was nimmt Bobzien aus so einem Spiel mit? „Vertrauen, vor allem mit dem Ball am Fuß, aber auch im Defensivverhalten. Wir haben ein starkes Gegenpressing gezeigt und vor allem unsere Tore gemacht.“
Weniger wichtig ist ihm, wer im nächsten Pokalspiel – gegen Schwarz-Gelb – wartet: „Für uns ist im DFB-Pokal jedes Spiel wie ein Endspiel. Darauf freue ich mich – dann spielt der Gegner keine so große Rolle.“