zurück

Beachvolleyball-Profi gesteht: „Ich hätte mir so sehr ein Vorbild im Leistungssport gewünscht“

Schweiz – Eine starke Botschaft und ein bedeutendes Zeichen! Der Schweizer Beachvolleyball-Spieler Leo Dillier (25) hat sich in einem emotionalen Video als homosexuell geoutet. Er möchte die Vorbildfunktion übernehmen, die ihm in seiner Jugend selbst fehlte.

„Mit 15 Jahren habe ich sehr mit meiner Situation gerungen und hätte mir in der Welt des Leistungssports jemanden gewünscht, der genauso ist wie ich und mit dem ich mich identifizieren kann“, erklärte der 25-Jährige am Freitag in einem Beitrag auf seinem Instagram-Kanal.

„So jemanden gab es damals einfach nicht, und ich hoffe nun, andere Menschen inspirieren zu können und ihnen als Vorbild zu dienen, damit ihr Weg leichter wird“, ergänzte Dillier.

Der in Möhlin bei Basel geborene Profi betonte, dass ein Coming-out im Leistungssport nach wie vor eine große Herausforderung darstellt, da man mit gewissen Klischees aufwächst.

„Da heißt es oft: Du musst sehr stark sein und darfst keine Schwäche zeigen. Doch das trifft nur auf einen bestimmten Typ Mensch zu“, erläuterte der Sportler. „Man glaubt dann, nicht gut genug zu sein, wenn man diesen Vorstellungen nicht entspricht.“

Es habe lange gedauert, bis er akzeptieren konnte, dass es in Ordnung ist, anders zu sein und zu lieben, wen man liebt.

Dillier ist seit 2019 auf höchstem Niveau im Beachvolleyball aktiv, wurde 2021 zum Schweizer „Youngster of the Year“ gekürt und sicherte sich 2022 gemeinsam mit Olympiateilnehmer Adrian Heidrich (31) den Schweizer Meistertitel.

„Ich weiß, wie steinig der Weg ist, und bin unglaublich stolz, heute hier zu sitzen und mit dieser Botschaft einigen Menschen Mut machen zu können“, beendete der Athlet sein Video.

Seit 2025 bildet Dillier zusammen mit Marco Krattiger (32) eines der erfolgreichsten Beachvolleyball-Teams der Schweiz.

Im vergangenen Jahr wurde er von „Swiss Volley“ als wertvollster Spieler (MVP) und Spieler mit der besten Entwicklung (MIP) ausgezeichnet.

Sein großes Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles, wie er Anfang des Jahres im Interview mit der „Neuen Fricktaler Zeitung“ verriet.