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Bayern-Ikone Hoeneß kritisiert FIFA-Chef Infantino scharf: „Das ist nicht mehr mein Fußball“

Von Meyel Löning

München – Lange Zeit hielt sich der Ehrenpräsident des FC Bayern München zurück, nun äußert sich Uli Hoeneß (74) mit gewohnt deutlichen Worten: Er hat FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) anlässlich dessen jüngster Vorhaben sowie der umstrittenen Aufhebung der Rotsperre bei der Fußball-WM heftig kritisiert.

„Herr Infantino hat im Laufe seiner Fußball-Karriere einige Fehler gemacht, doch dieser zählt zu den gravierendsten“, erklärte Hoeneß im Gespräch mit RTL/Sky in Bezug auf die Streichung der Sperre für den US-Angreifer Folarin Balogun nach einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump.

„Wenn man jemanden wie Donald Trump Einfluss darauf nehmen lässt, ob ein Spieler gesperrt wird oder nicht, ist das ein fatales Signal und das Ende des sportlichen Wettbewerbs. Wenn wir so etwas akzeptieren, dann ist das nicht mehr mein Fußball. Für mich war das einfach unverzeihlich“, äußerte Hoeneß zu der Entscheidung, die international auf viel Kritik stieß.

Auch Infantinos Pläne zur Ausweitung der bereits auf 48 Teams erweiterten WM auf möglicherweise 64 Mannschaften kommentierte der 74-Jährige deutlich: „Unsere Spieler sind jetzt schon sechs Wochen im Einsatz, und vermutlich wird das noch länger. Das ist wirklich unzumutbar.“

Hoeneß betonte, dass er durchaus Verständnis für kleinere Verbände habe. „Aber eine Weltmeisterschaft muss ein Wettbewerb der Besten bleiben.“ Ansonsten würden nur noch mehr Fernsehsender ins Spiel kommen, die Geld investieren. „Doch dabei geht der wahre Fußball verloren.“

Ende Juli hatte sich Hoeneß noch zurückhaltend gezeigt und gesagt: „Ich habe eine sehr klare Meinung, aber es ist noch zu früh, sie öffentlich zu machen.“ Mittlerweile hat der Bayern-Patron aber seine Haltung klar zum Ausdruck gebracht.