zurück

Erneuter Ärger um Banner in Bochum: Spielstart unterbrochen, danach jubelt Hertha

Bochum – Der Fluch zum Saisonauftakt ist gebrochen! Hertha BSC gewann das erste Spiel der 2. Bundesliga mit 1:0 (1:0) beim VfL Bochum. Für die Berliner ist es der erste Sieg nach sechs Jahren Durststrecke. Der letzte Erfolg datiert zurück auf 2020 in Bremen (4:1). Seitdem hatte die Alte Dame stets verloren – bis heute.

Allerdings gab es erneut Unruhe wegen eines Fanbanners der Gästefans, das eine Unterbrechung des Spiels zur Folge hatte.

Das Banner war vor einem Fluchttor platziert und blockierte dieses offenbar. Bereits nach 13 Minuten wies der Stadionsprecher darauf hin, das Banner zu entfernen, wiederholte die Aufforderung später noch einmal, doch es wurde kaum reagiert. Zusätzlich wurde auf den Videoleinwänden um die Entfernung gebeten.

Schiedsrichter Wolfgang Halsberger stoppte daraufhin in der 21. Minute die Partie. Zunächst suchte er das Gespräch mit den Kapitänen Timo Horn und Josip Brekalo.

Das erinnerte an frühere Vorfälle: Bereits im Januar 2024 gegen Stuttgart und im März 2025 gegen Frankfurt hatte es ähnliche Probleme mit versperrten Fluchttoren gegeben. Allerdings dauerte die Unterbrechung diesmal „nur“ knapp sechs Minuten und nicht wie im vergangenen Jahr rund 50 Minuten.

Die mitgereisten Hertha-Anhänger zeigten sich letztlich einsichtig – und durften am Ende jubeln. Sebastian Grönning erzielte kurz vor der Pause das Siegtor für die Gäste. Vorausgegangen war ein hervorragender Pass vom Hertha-Nachwuchstalent Soufian Gouram.

Der Däne erhielt überraschend den Vorzug vor Luca Schuler und rechtfertigte seine Aufstellung auf Anhieb. Frei vor Torwart Timo Horn platzierte er den Ball überlegt und mit Gefühl in die lange Ecke.

Im Vorfeld wurde viel über den großen Umbruch bei Hertha gesprochen: 13 Spieler verließen den Klub, darunter das Talent Kennet Eichhorn und der wichtige Akteur Fabian Reese. Doch die neue Mannschaft bestätigte eine solide Vorbereitung, führte verdient, hatte aber auch Glück, dass Berkan Taz die große Chance auf den schnellen Ausgleich nicht nutzte.

Auch nach der Pause blieb Hertha am Drücker und hinterließ insgesamt den besseren Eindruck, während sich der VfL allmählich steigerte. Dennoch vergaben die Gastgeber gleich zwei gute Möglichkeiten.

Die Berliner kamen dagegen kaum noch aus ihrer eigenen Hälfte heraus. Der Ausgleich lag zwar in der Luft, blieb aber aus.

Hertha erkämpfte sich diesen Auftaktsieg mühsam und sendet damit ein wichtiges Signal an die Liga und an sich selbst: Der eingeschlagene Weg in Berlin scheint der richtige zu sein.

VfL Bochum – Hertha BSC 0:1 (0:1)

VfL Bochum: T. Horn – Olsen, Steinwender, Karademir (46. Mets), Wittek – J. Mbom (46. Pannewig), Cokaj (86. Hanslik) – Miyoshi (76. C. Rasmussen), Taz, Crimaldi (61. Holtmann) – P. Hofmann
Hertha BSC: Gersbeck – Eitschberger (86. Marton Dardai), Gechter, Kolbe, Zeefuik – K. Sessa, Seguin (86. Klemens) – Winkler, Gouram (63. Thorsteinsson), Brekalo (86. Adewumi) – Grönning (63. Schuler)

Schiedsrichter: Wolfgang Halsberger (Freising)

Zuschauer: 26.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Grönning (39.)

Gelbe Karten: Wittek (1), P. Hofmann (1) / Eitschberger (1), Seguin (1), Brekalo (1), Zeefuik (1), Thorsteinsson (1)