Alle Neuzugänge bei Aue stammen aus der Regionalliga: „Das ist ganz bewusst so entschieden“
Aue-Bad Schlema – Obwohl die Chance auf den Klassenerhalt noch minimal vorhanden ist, herrscht beim FC Erzgebirge derzeit geschäftiges Treiben ähnlich wie beim Brezelbacken.
Die Personalplanung des sportlich abgestiegenen Vereins läuft auf Hochtouren. Am Montag wurde Willi Kamm (23, „U23“ Magdeburg) verpflichtet, am Dienstag folgte Aurel Loubongo (24) aus Oldenburg. Auffällig ist, dass alle Neuzugänge bislang aus der Regionalliga kommen. Das geschieht keineswegs zufällig.
Egal ob Norden, Westen, Osten oder Bayern – die neuen Spieler haben bisher ausschließlich in der vierthöchsten Spielklasse gekickt.
„Das ist eine bewusste Entscheidung“, erläutert Aues Kaderverantwortlicher Steffen Ziffert. „Die Jungs sind mit der Liga vertraut, kennen die Spielweise und die damit verbundenen Herausforderungen. Das ist der Hauptgrund für die Verpflichtungen. Außerdem“, fügt der 61-Jährige hinzu, „spielt der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle.“
Deshalb sei es für Aue schwierig, erfahrene Drittliga-Profis zu verpflichten, die für einen Neuanfang zur Verfügung stehen.
Seit Mitte Mai konnten die sportlichen Verantwortlichen des FC Erzgebirge bereits acht Neuzugänge präsentieren. Hinzu kommen drei Vertragsverlängerungen mit Marcel Bär (34), Maxim Burghardt (21) und Torhüter Max Uhlig (19).
Somit umfasst der Kader aktuell elf Spieler – es gibt also noch ausreichend Raum für Ergänzungen. Ziffert kennt diese Situation aus seiner Zeit als Sportdirektor im Jahr 2015 nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Damals standen im Juni gerade einmal drei Spieler im Kader. Sowohl damals als auch heute leitet er einen umfassenden Umbruch im Team – damals mit großem Erfolg.
Aus diesem Grund ist er zuversichtlich, den Kader weiterhin mit genügend Qualität ausstatten zu können. „In den kommenden Wochen werden viele Spieler keinen Vertrag erhalten und darauf hoffen, noch einen Verein zu finden. Der Markt ist sehr groß“, so der Kaderplaner.
Was aber passiert, falls Havelse keine Lizenz erhält oder auf den Aufstieg verzichtet? Ziffert meint: „Ich bin überzeugt, dass Havelse die Lizenz bekommt. Auch bei 1860 war ich sicher. Aber das bleibt ein Blick in die Glaskugel. Wir lassen alles auf uns zukommen und planen weiterhin für die Regionalliga.“ Mit aller Wahrscheinlichkeit wieder mit Spielern aus dieser Spielklasse.