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DFB-Pokal im Erzgebirge: Aue kämpferisch, aber ohne Chance – TSG sichert sich souveränen Sieg

Aue – Eine Überraschung blieb aus! Obwohl der FC Erzgebirge Aue einen ordentlichen Start erwischte, fehlten am Ende die klaren Torchancen. Die TSG 1899 Hoffenheim nutzte vor allem in der ersten Halbzeit ihre Möglichkeiten konsequent und schickte die Gastgeber mit einem deutlichen 4:0 (3:0) aus dem DFB-Pokal.

Beeindruckende Atmosphäre im Schacht! Bereits vor dem Abpfiff sorgten die Aue-Anhänger mit ihrer lautstarken Unterstützung für Gänsehautmomente. Doch auch der Gästeblock war gut gefüllt. Stadionsprecher Mario Dörfler heizte die Stimmung noch einmal an, als er fragte: „Wer ist Wismut Aue?“ Aus Tausenden Kehlen schallte die Antwort zurück: „Wir sind Wismut Aue!“

Im Vergleich zum letzten Spiel nahm Aue drei Änderungen vor: Levi Wagner ersetzte Stylianos Kokovas, Willi Kamm spielte anstelle von Linus Queißer und, wie bereits im Vorfeld bekannt, hütete Martin Männel das Tor anstelle von Max Uhlig.

Schon in der ersten Minute gab es die erste aufregende Szene: Nils Lihsek erkämpfte sich energisch den Ball im Mittelfeld, sofort schalteten die Veilchen um. Im Strafraum legte Marcel Bär auf Willi Kamm ab, doch dessen Schuss wurde von Mats Rots geblockt. Aue reklamierte sofort ein Handspiel.

Aus dem Blickwinkel war schwer zu beurteilen, ob der Ball den Rücken oder den Oberarm berührte. Der Schiedsrichter ließ das Spiel jedoch weiterlaufen.

Doch nur wenige Augenblicke später ging es schnell in die andere Richtung: Bereits in der 6. Minute erzielte der Bundesligist die Führung – ein herber Rückschlag für den Außenseiter! Hoffenheim eroberte den Ball am Strafraum, Nathan De Cat spielte weiter auf Patrick Wimmer, der rechts am Fünfmeterraum völlig frei zum Abschluss kam und Männel keine Abwehrchance ließ.

In der 17. Minute legte Hoffenheim nach, allerdings hätte das Tor nicht zählen dürfen, da Marcel Bär zuvor im Mittelfeld gefoult worden war. Die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm, während Aues Kapitän am Boden lag. So konterte die TSG zum 2:0, als Wouter Burger zentral durchbrach – trotz lauter „Schieber“-Rufe aus den Reihen der Hausherren.

Ein Video-Schiedsrichter (VAR) kommt im DFB-Pokal erst ab der zweiten Runde zum Einsatz, sodass Schiedsrichter Konrad Oldhafer allein die Entscheidung traf.

Wieder protestierten die Gastgeber nach einem robusten Zweikampf an Nils Lihsek in der 36. Minute, der ohne Konsequenzen blieb. Schiedsrichter Oldhafer zeigte sich sehr großzügig und ließ viele Zweikämpfe laufen. Die Veilchen müssen sich an diese Linie gewöhnen und ihr Spiel entsprechend anpassen.

Im Umschaltspiel zeigte sich Aue bislang solide, doch am Strafraum wurde es für Spieler wie Tim Maciejewski zu kompliziert. Auf der Gegenseite verhinderte Männel im Duell „Eins gegen Eins“ gegen Tim Lemperle, der zuvor von Wimmer geschickt worden war, einen weiteren Gegentreffer.

Die ohnehin schon schwierige Aufgabe wurde damit nahezu unlösbar! Kurz vor der Halbzeit erhöhte Wimmer erneut – trotz heftiger Proteste der Auer, die beim Pass von Lemperle eine Abseitsstellung Wimmers reklamierten. Da der Ball jedoch von Levi Wagner kam, zählte das Tor regelkonform.

Die Kraichgauer ließen Ball und Gegner geschickt laufen. In ihrem Passspiel im Dreieck kombinierten sie sich gekonnt und ließen Devin Angleberger hinterherlaufen. Nicht nur spielerisch war Hoffenheim eine Klasse für sich, auch körperlich zeigten die Gäste klare Vorteile. Umschaltmomente wie vor der Pause wurden für Aue immer seltener.

Eine halbe Stunde vor Schluss war die Partie entschieden: Nach einem Ballverlust von Lihsek in der Mitte, weil er zu zögerlich agierte, schaltete Hoffenheim blitzschnell um. Die Auer Defensive deckte zu lässig, Patrick Kapp war zu weit von Max Moerstedt entfernt, der auf 0:4 erhöhte.

Am Samstagnachmittag pilgerten 8.199 Zuschauer ins Lößnitztal. Trotz des deutlichen Rückstands blieb die Stimmung gut. Auffällig waren lediglich die zahlreichen freien Plätze im VIP- und Sponsorenbereich, ein Bild, das es schon vor zwei Jahren gegen Gladbach gab. Da in Aue die Kameras auf der Gegengeraden positioniert sind, fiel dies auch im Fernsehen deutlich auf.

Fazit: Die Sensation blieb aus! Erzgebirge Aue hielt insbesondere in der ersten Hälfte gut mit, ohne sich jedoch zwingende Torchancen zu erarbeiten. Das zweite Tor hätte wegen eines vorausgegangenen Fouls an Bär nicht zählen dürfen, dennoch geht der Sieg der Hoffenheimer in Ordnung. Hätte Hoffenheim in der zweiten Halbzeit weiter ernst gemacht oder Männel nicht einige starke Paraden gezeigt, wäre das Ergebnis noch höher ausgefallen. Nun gilt es, sich wieder auf die Regionalliga zu konzentrieren, wo am Mittwochabend das Heimspiel gegen die Hertha-Bubis ansteht.

Letzte Aktualisierung: 17:29 Uhr