Mit Stoppuhr im Einsatz! Breitenreiter startet in Rostock – und setzt gleich eine mediale Spitze
Rostock – André Breitenreiter (52) ist gestartet! Bei seiner ersten Pressekonferenz antwortete der neue Trainer von Hansa Rostock ganze 48 Minuten lang auf die Fragen der Journalisten – und ließ dabei auch eine spitze Bemerkung nicht fehlen.
Bis auf Jens Härtel (heute 57) und Frank Pagelsdorf (heute 68) hat kein Trainer von Hansa Rostock nach der Wende länger als zwei Jahre im Amt verweilt. Solche Erwartungen weist Breitenreiter gleich zu Beginn zurück:
„Sie haben sich sicher auch meinen Werdegang angeschaut, oder? Tatsächlich war ich nirgendwo fünf oder sechs Jahre als Trainer tätig. Im Prinzip wünscht sich das jeder Coach, aber wir wissen auch, dass sich das Geschäft heutzutage anders entwickelt.“
Auch den zahlreichen Debatten über Systeme und Taktiken, die es während der Zeit von Vorgänger Daniel Brinkmann (40) häufig gab, begegnet Breitenreiter von Anfang an mit klaren Worten:
„Wenn man während eines Spiels von oben ein Foto macht, entdeckt man etwa 75 verschiedene Systeme. Diese Grundformationen sind eigentlich nur etwas für die Medien“, erklärte der neue Hansa-Trainer scharf.
Vor seiner offiziellen Vorstellung gingen die Meinungen im Umfeld von Hansa auseinander. Breitenreiter nahm das gelassen und antwortete selbstbewusst: „Für uns alle gilt es, gute Arbeit zu leisten und die Menschen davon zu überzeugen, dass ihre Meinung womöglich falsch war.“
Er kenne die manchmal rauen Bedingungen an der Ostsee gut und sei es gewohnt, „Regen und Wind um die Ohren zu bekommen“.
Dieser Satz bezog sich zwar auf das Wetter, könnte aber ebenso für die Ausgangslage gelten.
Einige Anhänger sahen in der Trainerwahl einen Bruch mit dem bisherigen Stil. Breitenreiter wolle – im Gegensatz zu Brinkmann – „relativ schnell und direkt in die Nähe des gegnerischen Tores kommen“.
„Ich mag es nicht, minutenlang hinten herumzuspielen. Das ist für mich als ehemaligen Stürmer extrem langweilig“, verriet der neue Chefcoach seine Marschrichtung.
Vor der Pressekonferenz verfolgte Breitenreiter das erste Training seiner Mannschaft auf dem Platz – mit wachem Blick und Stoppuhr in der Hand.
Breitenreiter gilt als Vertreter der alten Schule und betont, wie bedeutend „Hierarchien“ im Fußball sind. Gleichzeitig sei er aber „kein Verwalter“, sondern wolle als moderner Cheftrainer so viele Aufgaben wie möglich an sein Trainerteam abgeben.
„Das wird keine One-Man-Show. Ich brauche Einigkeit und Zusammenhalt. Nur so kann es funktionieren.“
Breitenreiter und sein Team lernten sich bereits am Vorabend bei einem „wundervollen Abend“ kennen. Am ersten offiziellen Arbeitstag durchstreifte er nach eigenen Angaben die Büros und suchte aktiv das Gespräch mit den Mitarbeitern.
Bereits am Freitag der Vorwoche hatte er sich vor Ort umgeschaut und mit Überzeugung erklärt: „Ich konnte kaum einen Punkt finden, der gegen Hansa Rostock sprechen würde.“
3. Liga Tabelle
Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Das Team, das am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Drittliga-Meister und steigt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte schafft den direkten Aufstieg. Der Drittplatzierte tritt gegen den Drittletzten der 2. Liga in einer Relegation an, um den Aufstieg oder Verbleib in der Liga zu klären.