Hat Rossipal im Preußenstadion endlich die Dynamos langjährige Schwäche bei Standards überwunden?
Dresden – Wenn man Alexander Rossipal (30) nach seinen Lieblingsplätzen in Deutschland fragt, dürfte die Antwort ziemlich eindeutig sein. Der Außenverteidiger von Dynamo Dresden würde vermutlich (wenn auch nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) Stuttgart, Dresden und Münster – besonders das Preußenstadion – nennen.
„Ich freue mich jedes Mal, wenn ich hierher zurückkehre, schließlich habe ich hier auch eine Saison gespielt. Ich mag den Verein sehr, finde die Stadt großartig und offensichtlich auch das Stadion. Im letzten Jahr feierte ich hier nach einer Verletzung mein Comeback. Es ist immer wieder schön, an diesen Ort zurückzukehren“, verriet Rossipal nach dem 6:0-Erfolg gegen Westfalia Rhynern.
Am 18. Oktober 2025 gelang ihm im Preußenstadion bei seiner Rückkehr ein direkt verwandelter Freistoß, zudem bereitete er ein weiteres Tor ebenfalls nach einem ruhenden Ball vor. Auch am vergangenen Sonntag, im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten, konnte der linke Außenverteidiger wieder zwei Scorerpunkte verbuchen.
Bereits bei der zweiten Ecke des Spiels (8. Minute) bereitete Rossipal das 1:0 durch Jonas Sterner (24) vor. 31 Minuten später schlug er eine präzise Flanke auf Kaan Inanoğlu (21), der zum 5:0-Halbzeitstand traf.
Somit scheint der „Standard-Knoten“ in dieser Saison endlich geplatzt zu sein. Trainer Thomas Stamm (43) hatte bereits in der Vorbereitung sowohl offensive als auch defensive Defizite bei Standards bemängelt – nun gelang endlich der erste Treffer.
Bei insgesamt elf eigenen Eckstößen – von denen zehn ungenutzt blieben – kann man jedoch noch nicht von einem beeindruckenden Standardfeuerwerk sprechen. Vielmehr wirkte es wie ein weiteres Training unter Wettkampfbedingungen auf eher niedrigem Niveau. „Es hat oft nur wenig gefehlt. Ich denke, der Gegner hat das gut verteidigt, aber klar, es war auch ein gutes Training“, erklärte Rossipal, der den Großteil der Ecken hereingab. Nicht alle wurden optimal ausgeführt.
Deutlich besser präsentierte sich der direkte Freistoß von Thomas Keller (27., 63.), der den Torhüter von Rhynern zu spektakulären Paraden zwang. Diesen Freistoß hätte Rossipal wohl gern selbst geschossen, hatte er doch etwa zehn Monate zuvor aus ähnlicher Entfernung den Ball ins Netz gezirkelt.
„Ja, aber wir wechseln uns da ganz gut ab und haben ein gutes Gefühl, je nachdem, wie die Position ist“, so der Linksverteidiger. Er fügte hinzu: „‘Kelle‘ ist ein super Freistoßschütze, hat das öfter im Training und auch im Spiel gezeigt – wenn auch noch nicht bei Dynamo. Ich habe ihm gesagt: ‚Mach dein erstes Tor per Freistoß.‘ Wir tauschen uns gut aus und wenn er schießen möchte, stelle ich mich nicht quer.“
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