zurück

„Wir sind fassungslos“: Beim FCM herrscht nach katastrophalem Saisonstart große Verblüffung

Magdeburg – Nach der desaströsen Vorstellung und der 1:6-Heimniederlage gegen Braunschweig haben die Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg sichtlich Schwierigkeiten, passende Worte zu finden. Auch hinter den Kulissen zeigt man sich überrascht über die mangelhafte Leistung.

„Bis zum Anpfiff gab es für mich keinerlei Anzeichen dafür. Deshalb sind wir jetzt schlichtweg geschockt“, fasste Sportdirektor Peer Jaekel (44) den Nachmittag zusammen.

Bereits nach 30 Minuten lagen die Elbestädter vor den eigenen Fans nicht nur mit 0:3 hinten, sondern mussten wegen einer roten Karte zudem in Unterzahl weiterspielen. Alle Pläne und Erwartungen, die neue Saison anders zu beginnen als die vergangene, waren damit zunichtegemacht.

„Unser Spiel lebt vor allem von Mut und Selbstvertrauen. Beides habe ich zu keiner Phase des Spiels erkennen können“, versuchte Jaekel erste Gründe für das desolate Auftreten zu benennen. „In keinem Mannschaftsteil haben wir das gezeigt, was eigentlich möglich ist. So wie heute dürfen wir uns nicht wieder präsentieren.“

Dennoch möchte der Sportdirektor keine Panik verbreiten: „Wir werden jetzt keine große Krise ausrufen oder Ähnliches. Die Niederlage tut richtig weh, das steht außer Frage. Aber jetzt gilt es, zu unserem Mut und unserer Überzeugung zurückzufinden. Wir sind überzeugt von unserem Weg“, erklärte der 44-Jährige.

Auch FCM-Spieler Alexander Nollenberger (29) fand deutliche Worte für die Leistung seiner Mannschaft: „Totalschaden. Heute haben wir richtig eine auf die Mütze bekommen“, sagte der Linksverteidiger nach der Partie gegen Braunschweig.

Dass der Start in die neue Spielzeit so schnell zum Albtraum werden würde, hatte auch Nollenberger in keiner Weise erwartet. „Ich bin momentan einfach sprachlos“, gestand er ein.

Innenverteidiger Tobias Müller (32), der erst in der 66. Minute eingewechselt wurde, will die verbleibende Trainingswoche nutzen, um beim kommenden Spiel in Osnabrück eine bessere Reaktion zu zeigen: „Jetzt kommt es darauf an, wie wir mit der Situation umgehen, um die Saison dort vielleicht neu zu starten.“

Gleichzeitig ist sich Müller bewusst, dass ein derartiger Auftakt gefährlich sein kann: „Wir müssen das schnell verarbeiten, denn so etwas kann auch innerhalb der Mannschaft zu Verunsicherung führen. Darüber werden wir morgen nochmal sprechen, danach müssen wir aber wieder nach vorne schauen“, betonte der 32-Jährige.

„Ich möchte mich im Namen des Teams für die gezeigte Leistung entschuldigen. So will sich der 1. FC Magdeburg nicht präsentieren“, erklärte FCM-Trainer Petrik Sander (65) in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er machte deutlich, dass es auf jeden Fall Gesprächsbedarf gebe.

Auch der 65-Jährige zeigte sich vom Auftritt seiner Mannschaft mindestens ebenso überrascht. „Es gab absolut keine Anzeichen dafür, dass der Saisonstart sich so entwickeln würde“, sagte Sander.

Sanders Einschätzung stimmt mit der von Sportdirektor Jaekel überein: Auch er kritisierte vor allem die fehlende Courage mancher Spieler: „Für unsere Spielweise braucht es klare Ideen. Wenn ich aber andere Vorstellungen habe oder zu mutlos bin, diese umzusetzen, dann entsteht ein Problem – und dann hat auch die Mannschaft ein Problem“, analysierte der Trainer.

Trotz der von Sander beschriebenen „Bruchlandung“ zum Saisonbeginn ist er von den Fähigkeiten seiner Spieler überzeugt: „Wir haben das nötige Personal, und die Jungs können es. Das haben sie bereits unter Beweis gestellt.“