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Vierschanzentournee im Liveticker: Trainingsunfall! Skispringer muss um Olympia-Teilnahme bangen

Deutschland/Österreich – Auch über den Jahreswechsel hinweg ruht der Skisprung-Sport nicht. Stattdessen steht mit der Vierschanzentournee ein echtes Highlight auf dem Programm! Das renommierte Event begann mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf, bei dem Skisprung-Deutschland direkt einen Podestplatz feiern konnte.

Felix Hoffmann verpasste zunächst als Vierter knapp einen Platz auf dem Siegerpodest, rückte aber schließlich doch auf das Treppchen vor, da der zweitplatzierte Slowene Timi Zajc disqualifiziert wurde. Am Neujahrstag wird das zweite Springen der Tournee in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen.

Alle bedeutenden Informationen zur 74. Vierschanzentournee findet ihr im TAG24-Liveticker.

Eine doppelte Hiobsbotschaft: Der estnische Skispringer Artti Aigro (26) erlitt im Training vor der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen einen schweren Sturz. Damit ist seine Vierschanzentournee vorzeitig beendet – und auch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen steht auf der Kippe.

Im zweiten Training rutschte Aigro bei der Landung weg und musste mit dem Rettungsschlitten vom Schanzenbereich abtransportiert werden. Die Untersuchungen ergaben neben einem angerissenen Seitenband im Knie auch einen Bruch des Mittelfußknochens am linken Fuß. Damit rückt der Start bei den Olympischen Spielen, die am 9. Februar beginnen, für den Esten in weite Ferne.

Immerhin zeigte der 26-Jährige Humor: Auf Instagram veröffentlichte er ein Foto mit Krücken in seiner Story und versah es mit dem Spruch „New Year, New Me“.

Sechs deutsche Athleten haben sich für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen qualifiziert.

Unter ihnen sind auch Felix Hoffmann und Philipp Raimund, die bereits in Oberstdorf um Spitzenplätze kämpften. Auch Karl Geiger, der zuletzt etwas schwächelte, ist am 1. Januar wieder mit von der Partie. Ebenfalls dabei sind Pius Paschke, Andreas Wellinger und Ben Bayer. Den weitesten Sprung in der Qualifikation landete der Österreicher Stephan Embacher mit 145,5 Metern – ein neuer Schanzenrekord!

Das Qualifikationsspringen gewann erwartungsgemäß der bisher dominierende Athlet dieser Wintersaison, Domen Prevc. Der Slowene erzielte eine Weite von 139,5 Metern.

Eigentlich war Felix Hoffmann mit dem vierten Platz zufrieden, doch Bundestrainer Stefan Horngacher wurde während eines Interviews über die Disqualifikation von Timi Zajc informiert – seine Reaktion sorgte für Heiterkeit.

Als der Österreicher erfuhr, dass der bis dahin zweitplatzierte Slowene wegen eines Anzugs, der rund drei Millimeter zu groß war, aus dem Rennen genommen wurde, entfuhr ihm der Kommentar „Das ist der Falsche!“. Grund für den Ausruf ist die enorme Überlegenheit von Zajcs Landsmann Domen Prevc, der sich nach dem ersten Springen bereits von der Konkurrenz absetzen konnte.

Der 26-Jährige führt die Gesamtwertung mit fast zehn Metern Vorsprung auf den zweitplatzierten Österreicher Daniel Tschofenig an, während die Deutschen knapp dahinter folgen. Mit sechs Siegen in sieben bisherigen Wettbewerben ist ein Leistungseinbruch von Prevc kaum zu erwarten.

Positive Nachricht für Felix Hoffmann: Er rückt durch die Disqualifikation von Timi Zajc doch noch aufs Podium vor und belegt nun den dritten Platz.

Im Rahmen der Materialkontrolle wurde festgestellt, dass Zajcs Anzug minimal zu groß war – um lediglich drei Millimeter. Auch Philipp Raimund profitiert von Zajcs Ausscheiden und belegt nun den fünften Rang.

Für Hoffmann ist dies der erste Podestplatz seiner Karriere bei der Vierschanzentournee. Der 28-Jährige feierte in dieser Saison seinen Durchbruch, sprang kurz vor Tournee-Beginn erstmals aufs Podest und gehört seitdem zur erweiterten Weltspitze.

Dies ist vorläufig sein Karrierehöhepunkt, denn vor heimischem Publikum konnte er sich nun gebührend feiern lassen.

Nur zwei deutsche Skispringer erreichten den zweiten Durchgang – beide überzeugten: Beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee landeten Felix Hoffmann (132,5/136 Meter) als Vierter und Philipp Raimund (136/133 Meter) als Sechster unter den Top Ten.

Im Finaldurchgang verbesserten sich beide DSV-Athleten noch und Hoffmann verpasste das Podium am Ende nur um weniger als zwei Punkte. Der souveräne Sieg ging an den Slowenen Domen Prevc (141,5/140 Meter), der erneut in einer eigenen Liga sprang. Sein Landsmann Timi Zajc und der Österreicher Daniel Tschofenig teilten sich punktgleich den zweiten Platz und komplettierten das Podest.

Prevc führt die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 17,5 Punkten an, Hoffmanns und Raimunds Chancen auf das Gesamtpodium bleiben weiterhin bestehen.

Was sich in den letzten Wochen bereits abgezeichnet hatte, bestätigte sich in Oberstdorf: Außer Philipp Raimund und Felix Hoffmann können die DSV-Adler derzeit nicht mithalten. Nur diese beiden erreichten beim Auftaktspringen den zweiten Durchgang.

Dies allerdings mit starken Leistungen: Hoffmann belegte mit 132,5 Metern den sechsten Platz, Raimund (136 Meter) wurde Siebter.

Für die Deutschen gab es bereits früh Rückschläge: Pius Paschke verlor sein Duell gegen Robin Pedersen aus Norwegen nur knapp, auch Andreas Wellinger unterlag seinem Teamkollegen Hoffmann deutlich. Dass Constantin Schmid gegen Ryoyu Kobayashi aus Japan und Luca Roth gegen den Österreicher Jan Hörl klar ausschieden, war zu erwarten – keiner der vier schaffte es als Lucky Loser ins Finale.

An der Spitze dominierte der Slowene Domen Prevc (141,5 Meter) einsam das Feld, gefolgt von Jan Hörl und dessen Teamkollegen Jonas Schuster auf den Plätzen zwei und drei.

Die Vierschanzentournee verläuft traditionell etwas anders als die übrigen Weltcupwettbewerbe. Die 50 Springer, die sich qualifizieren, treten nicht einzeln an, sondern kämpfen in direkten Duellen um den Einzug in den zweiten Durchgang. Die besten fünf Verlierer, die sogenannten „Lucky Loser“, komplettieren das Finale mit 30 Athleten.

Für die deutschen Athleten, die in der Qualifikation in Oberstdorf nicht besonders stark abschneiden konnten, stellt dies eine besondere Herausforderung dar. So wird Constantin Schmid (44. der Qualifikation) gegen den Weltranglisten-Zweiten Ryoyu Kobayashi (7.) aus Japan antreten, Luca Roth (46.) trifft auf den Österreicher Jan Hörl (5.). Zudem kommt es zum direkten Duell zwischen Andreas Wellinger (39.) und Felix Hoffmann (12.).

Der Zweitplatzierte der Qualifikation, Philipp Raimund, muss gegen Junshiro Kobayashi (49.) springen, während Pius Paschke (21.) auf den Norweger Robin Pedersen (30.) trifft.

Eine herbe Enttäuschung für Karl Geiger! Der fünffache deutsche Weltmeister findet seine Formkrise nicht in den Griff und scheidet auf seiner Heimschanze in Oberstdorf bereits in der Qualifikation aus.

Beim Sieg des Slowenen Domen Prevc (139,5 Meter) kam Geiger nach einem Sprung von nur 106,5 Metern auf den 53. Platz – die besten 50 qualifizieren sich für das Auftaktspringen am Montag (16.30 Uhr).

Neben Geiger schieden auch Ben Bayer (52.) und Max Unglaube (60.) aus der nationalen Gruppe in der Qualifikation aus, während die übrigen deutschen Springer für das erste der vier Tournee-Events qualifiziert sind.

Als bester deutscher Athlet landete Philipp Raimund mit 132,5 Metern auf dem zweiten Rang, auch Felix Hoffmann schaffte als Zwölfter den Sprung unter die besten 15. Dahinter reihten sich Pius Paschke (21.), Andreas Wellinger (39.), Constantin Schmid (44.) und Luca Roth (46.) ein – was zum deutsch-deutschen Duell zwischen Hoffmann und Wellinger führt.

Wie gewohnt beginnt die Vierschanzentournee am 28. Dezember mit der Qualifikation für das erste Springen in Oberstdorf. Nach Stationen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck findet das große Finale am 6. Januar in Bischofshofen statt.

Die Termine im Überblick: