Vierschanzentournee live: Zajc erneut disqualifiziert!
Deutschland/Österreich – Auch über den Jahreswechsel hinweg ruht das Skispringen nicht. Mit der Vierschanzentournee steht eines der größten Highlights der Saison an! Das prestigeträchtige Event begann mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf, wo das deutsche Skisprungteam sofort einen Platz auf dem Podium feiern konnte.
Felix Hoffmann verpasste zunächst als Vierter knapp eine Medaille beim klaren Sieg von Domen Prevc, rückte aber dennoch bei der Siegerehrung nach, nachdem der ursprünglich Zweitplatzierte, der Slowene Timi Zajc, disqualifiziert wurde. Am Neujahrstag folgt das zweite Tournee-Springen in Garmisch-Partenkirchen.
Alle relevanten Informationen zur 74. Vierschanzentournee findet Ihr im TAG24-Liveticker.
Schon wieder eine Disqualifikation: Slowene Timi Zajc scheidet erneut wegen eines Regelverstoßes beim Anzug aus!
Mitten im ersten Durchgang erreichte die Nachricht die Zuschauer, dass Zajcs Anzug bei der Kontrolle nicht den Vorschriften entsprach – diesmal war er angeblich vier Millimeter zu groß. Ursprünglich hätte der 25-Jährige als Neunter der Qualifikation im hinteren Drittel des ersten Durchgangs starten sollen, doch nun bleibt sein Konkurrent MacKenzie Boyd-Clowes kampflos und steht automatisch im zweiten Durchgang.
Bereits am 29. Dezember war Zajc im Auftaktspringen disqualifiziert worden, nachdem sein Anzug wegen zu langer Beinlänge beanstandet wurde. Davon profitierte der Deutsche Felix Hoffmann, der dadurch aufs Podium rückte.
In wenigen Minuten steht das erste sportliche Highlight des neuen Jahres bevor: Ab 14 Uhr beginnt das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Zwei DSV-Athleten treten dabei direkt gegeneinander an.
So wie schon in Oberstdorf Andreas Wellinger und Felix Hoffmann gegeneinander sprangen, messen sich diesmal Karl Geiger (31. der Qualifikation) und Pius Paschke (20.). Nur einer der beiden kann direkt in den zweiten Durchgang einziehen, der andere muss auf den Lucky Loser-Platz hoffen.
Die übrigen deutschen Springer haben durch gute bis solide Qualifikationsleistungen ordentliche Gegner zugelost bekommen. Ben Bayer (28.) trifft auf den Schweizer Sandro Hauswirth (23.), Andreas Wellinger (27.) springt gegen den Norweger Robin Pedersen (24.). Felix Hoffmann (8.) bekommt es mit dem türkischen Skispringer Fatih Arda Ipcioglu (43.) zu tun, während Philipp Raimund (5.) gegen den Finnen Eetu Nousiainen (46.) antreten muss.
Eine doppelte Hiobsbotschaft für Estland: Artti Aigro (26) stürzte im Training vor der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen schwer. Dadurch ist seine Vierschanzentournee vorzeitig beendet, und auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen steht auf der Kippe.
Beim zweiten Training rutschte Aigro bei der Landung ab und musste auf einer Trage aus der Arena gebracht werden. Die Diagnose: Ein angerissenes Seitenband im Knie sowie ein Mittelfußbruch am linken Fuß. Somit ist der Start bei den Olympischen Winterspielen, die am 9. Februar mit den Skisprung-Wettbewerben der Männer beginnen, für den Esten äußerst fraglich.
Immerhin zeigt sich der 26-Jährige humorvoll: Auf Instagram teilte er ein Foto mit Krücken und schrieb dazu „New Year, New Me“.
Sechs deutsche Athleten haben sich für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen qualifiziert.
Dazu zählen mit Felix Hoffmann und Philipp Raimund auch zwei Springer, die bereits in Oberstdorf vorne mitmischten. Auch der zuletzt etwas schwächelnde Karl Geiger ist am 1. Januar wieder mit dabei. Pius Paschke, Andreas Wellinger und Ben Bayer komplettieren das deutsche Aufgebot. Den weitesten Sprung der Qualifikation erzielte ein Österreicher: Stephan Embacher stellte mit 145,5 Metern einen neuen Schanzenrekord auf!
Der Sieg in der Qualifikation ging erwartungsgemäß an den aktuellen Überflieger Domen Prevc. Der Slowene erreichte eine Weite von 139,5 Metern.
Bundestrainer Stefan Horngacher hatte sich bereits mit dem vierten Platz seines Schützlings Felix Hoffmann abgefunden, als er während eines Interviews von der Disqualifikation von Timi Zajc erfuhr – seine Reaktion sorgte für Heiterkeit.
Als der Österreicher erfuhr, dass Zajc, der bis dahin Zweiter war, wegen eines Anzugs, der etwa drei Millimeter zu groß war, ausgeschlossen wurde, entfuhr ihm spontan: „Das ist der Falsche!“ Hintergrund dieser Aussage ist wohl die enorme Überlegenheit von Zajcs Landsmann Domen Prevc, der sich bereits nach einem Springen in einem (hinter ihm) äußerst knappen Feld deutlich abgesetzt hat.
Schon jetzt hat der 26-Jährige fast zehn Meter Vorsprung auf den zweitplatzierten Österreicher Daniel Tschofenig, dicht gefolgt von den Deutschen. Nach sechs Siegen in den letzten sieben Wettbewerben ist ein Einbruch von Prevc kaum zu erwarten.
Positive Nachrichten für Felix Hoffmann: Der Deutsche rückt durch die Disqualifikation von Timi Zajc auf das Siegertreppchen vor und belegt nun den dritten Platz statt des ursprünglich vierten.
Während der Materialkontrolle wurde festgestellt, dass Zajcs Anzug um winzige drei Millimeter zu groß war. Auch Philipp Raimund profitiert vom Ausscheiden des Slowenen und belegt jetzt den fünften Rang.
Für Hoffmann stellt dies den ersten Podestplatz seiner Karriere bei der Vierschanzentournee dar. Der 28-Jährige feierte in dieser Saison seinen großen Durchbruch und zählt seit seinem ersten Podiumsplatz kurz vor Tournee-Beginn zur erweiterten Weltspitze.
Sein bisheriger Karrierehöhepunkt ist somit erreicht – vor heimischem Publikum durfte er sich auf dem Treppchen feiern lassen.
Nur zwei deutsche Skispringer erreichten den Sprung in den zweiten Durchgang, konnten dort aber voll überzeugen: Beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee landeten Felix Hoffmann (132,5/136 Meter) als Vierter und Philipp Raimund (136/133 Meter) als Sechster unter den Top Ten.
Im zweiten Durchgang verbesserten sich beide noch einmal und Hoffmann verpasste das Podium lediglich um weniger als zwei Punkte. Der überlegene Sieger Domen Prevc (141,5/140 Meter) sprang erneut in einer eigenen Liga; sein Landsmann Timi Zajc und der Österreicher Daniel Tschofenig teilten sich punktgleich den zweiten Platz.
Während Prevc bereits 17,5 Punkte Vorsprung in der Gesamtwertung innehat, sind die Chancen von Hoffmann und Raimund auf das Gesamtpodium weiterhin intakt.
Was sich in den vergangenen Wochen bereits abzeichnete, setzte sich in Oberstdorf fort: Abgesehen von Philipp Raimund und Felix Hoffmann können die DSV-Adler momentan nicht mit den Besten mithalten. Nur diese beiden erreichten den zweiten Durchgang beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee.
Und das sogar mit starken Leistungen: Hoffmann erreichte mit 132,5 Metern den sechsten Platz, Raimund (136 Meter) folgte auf Rang sieben direkt dahinter.
Für die ersten Überraschungen aus deutscher Sicht sorgte früh Pius Paschke, der sein Duell gegen den Norweger Robin Pedersen nur knapp verlor. Ebenso unterlag Andreas Wellinger seinem Teamkollegen Hoffmann deutlich. Dass Constantin Schmid gegen Ryoyu Kobayashi aus Japan sowie Luca Roth gegen Jan Hörl aus Österreich chancenlos blieben, war zu erwarten – keiner dieser vier schaffte es über die Lucky Loser-Regel ins Finale.
An der Spitze dominierte der Slowene Domen Prevc (141,5 Meter einsam das Feld, dahinter komplettierten Jan Hörl und sein Teamkollege Jonas Schuster die Top drei.
Bei der Vierschanzentournee wird das Wettkampf-Modell im Vergleich zu anderen Weltcup-Stationen etwas anders gestaltet. Die 50 qualifizierten Athleten treten nicht einzeln, sondern in direkten Duellen gegeneinander an. Die fünf besten Verlierer (Lucky Loser) komplettieren das 30-köpfige Finalfeld.
Für die deutschen Springer, die bei der Qualifikation in Oberstdorf nicht sonderlich erfolgreich waren, bedeutet das harte Gegner: So trifft Constantin Schmid (44. der Qualifikation) auf den Weltranglisten-Zweiten Ryoyu Kobayashi (7.) aus Japan, Luca Roth (46.) bekommt es mit dem Österreicher Jan Hörl (5.) zu tun. Zwischen Andreas Wellinger (39.) und Felix Hoffmann (12.) kommt es zum deutsch-internen Duell.
Der Zweitplatzierte der Qualifikation, Philipp Raimund, kämpft gegen Junshiro Kobayashi (49.), während Pius Paschke (21.) auf den Norweger Robin Pedersen (30.) trifft.
Eine herbe Enttäuschung für Karl Geiger! Der fünffache deutsche Weltmeister findet seine Formkrise nicht und scheidet in seiner Heim-Arena in Oberstdorf bereits in der Qualifikation aus.
Beim Sieg des Slowenen Domen Prevc (139,5 Meter) erreichte Geiger lediglich 106,5 Meter und belegte damit nur Rang 53 – für das Auftaktspringen am Montag (16:30 Uhr) qualifizieren sich nur die besten 50.
Neben Geiger konnten auch Ben Bayer (52.) und Max Unglaube (60.) aus der deutschen Mannschaft die Qualifikation nicht überstehen, alle anderen DSV-Springer qualifizierten sich für den ersten von vier Tournee-Wettkämpfen.
Als bester deutscher Athlet landete Philipp Raimund (132,5 Meter) auf dem zweiten Platz. Auch Felix Hoffmann schaffte es mit Rang zwölf unter die besten 15. Hinter ihnen folgten Pius Paschke (21.), Andreas Wellinger (39.), Constantin Schmid (44.) und Luca Roth (46.), wodurch es zu einem deutsch-deutschen Duell zwischen Hoffmann und Wellinger kommt.
Die Vierschanzentournee beginnt traditionell am 28. Dezember mit der Qualifikation zum ersten Springen in Oberstdorf. Nach Stationen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck findet das große Finale am 6. Januar in Bischofshofen statt.
Alle Termine im Überblick: