Vierschanzentournee im Liveticker: Sorgen um Deutschlands Spitzenduo? Probleme bei Hoffmann und Raimund
Deutschland/Österreich – Auch zum Jahreswechsel ruht das Skispringen nicht. Stattdessen steht mit der Vierschanzentournee ein echtes Highlight auf dem Programm!
Am Sonntag beendete der 24-jährige Japaner Ren Nikaido die bisherige Dominanz von Domen Prevc (26) und holte sich den Sieg auf der Bergiselschanze. Der Slowene wird somit nicht alle vier Wettkämpfe für sich entscheiden, konnte seine Führung in der Gesamtwertung vor dem Tourneeabschluss in Bischofshofen (5. bis 6. Januar) dennoch weiter ausbauen. Damit liegt der Goldene Adler für ihn schon in Reichweite.
Bestplatzierter Deutscher war Felix Hoffmann, der mit Rang fünf auch in der Gesamtrangliste diese Position hält. Einen deutschen Sieg nach Sven Hannawald 2002 müssen die Fans hierzulande vermutlich aber noch mindestens ein Jahr abwarten.
Alle relevanten Neuigkeiten zur 74. Vierschanzentournee findet Ihr im TAG24-Liveticker.
Vor dem letzten Wettbewerb in Bischofshofen kämpfen ausgerechnet die beiden deutschen Spitzenathleten Felix Hoffmann (Gesamtfünfter) und Philipp Raimund (Gesamtsiebter) mit gesundheitlichen Problemen.
Auf das erste Training vor der Qualifikation zum Dreikönigsspringen verzichtete Hoffmann aufgrund von Kniebeschwerden. Im Anschluss berichtete er bei Eurosport: „Mein Knie zwickt etwas. Wir versuchen, es nicht zusätzlich zu reizen, damit ich die Tournee noch gut zu Ende bringen kann.“
Bereits bei den letzten Wettkämpfen hatte er Schmerzen verspürt und denkt sogar darüber nach, nach der Tournee eine Pause einzulegen.
Auch Raimund klagte am Tag nach seinem Sturz in Innsbruck, bei dem er mit voller Wucht gegen die Bande im Auslauf prallte, über Schmerzen – konkret an der rechten Hüfte. „Ich hatte das zuletzt unter Kontrolle, doch der Aufprall hat leider einige Probleme verursacht“, erklärte der 25-Jährige.
Bundestrainer Stefan Horngacher zeigt sich angesichts der Beschwerden seiner Top-Athleten besorgt: „Wir haben einige Ausfälle“, sagte der Österreicher. Hoffmanns Behandlung sei allerdings ärztlich abgestimmt: „Es gibt einen Plan für das weitere Vorgehen. Für morgen sollte es kein Problem sein, aber Schmerzen hat er dennoch.“
Als letzter Starter der Qualifikation setzte Domen Prevc (26) mit 140 Metern ein Ausrufezeichen und ließ die Konkurrenz hinter sich.
Mit diesem starken Sprung sicherte sich der 26-jährige Slowene deutlich die Qualifikation zum letzten Wettbewerb auf der Paul-Außenleitner-Schanze in Bischofshofen. Nach Erfolgen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen sowie Rang zwei in Innsbruck zeigt er damit klar seine Favoritenrolle für das morgige Finale, bei dem außerdem alle fünf deutschen Springer antreten werden.
Philipp Raimund (25) katapultierte sich mit 136 Metern nach vorn.
Seine Landung war sauber, und mit einem Daumen nach oben sicherte er sich vorerst den vierten Platz.
Felix Hoffmann (28) war der zweitletzte deutsche Starter.
Mit Rückenwind erreichte er 128,5 Meter und belegte Rang sieben. Der Traum vom Podest erscheint zwar weiter entfernt, ist aber noch nicht außer Reichweite.
Nun durfte auch endlich Pius Paschke (35) an den Start!
Der gebürtige Münchner landete bei 126,5 Metern, was ihm voraussichtlich die Teilnahme am Abschlussspringen ermöglicht.
Im deutschen Team fehlen jetzt nur noch Felix Hoffmann (28) und Philipp Raimund (25).
DSV-Springer Andreas Wellinger (30) raste mit hoher Geschwindigkeit die Schanze hinunter und erreichte 128,5 Meter.
Damit belegte er vorerst den fünften Rang.
Karl Geiger (32) war der erste deutsche Springer in der Qualifikation in Bischofshofen.
Mit 117,5 Metern dürfte sein Ergebnis für das morgige Finale ausreichen, dennoch wirkte der 32-Jährige nach der Landung unzufrieden und schüttelte den Kopf.
Felix Hoffmann lieferte in Innsbruck mit Rang fünf erneut eine starke Leistung ab. Dabei war er zuvor sogar mit seinem Schuh am Balken hängen geblieben – ein Moment, der ihm einen Schrecken einjagte, wie er in seiner sport.de-Kolumne offen zugab.
Es sei „die Schrecksekunde der Saison“ gewesen, schrieb der deutsche Aufsteiger: „Im zweiten Durchgang blieb ich beim Loslassen mit dem Schuh hinten am Balken hängen, das hätte gefährlich werden können.“
Er schilderte, was ihm in diesem Augenblick durch den Kopf ging: „Innerhalb von Sekunden dachte ich daran, ob die Bindung beschädigt oder geöffnet sein könnte. Eine offene Bindung während des Flugs kann schlimme Folgen haben.“
Doch er verdrängte diese Gedanken und konzentrierte sich auf den Sprung, der dann auch gelang – im Auslauf konnte er schließlich „durchatmen“, denn alles verlief gut.
Der Sonntag in Innsbruck war für den Norweger Halvor Egner Granerud ein völlig misslungener Tag – nach mehreren Zwischenfällen übte er scharfe Kritik am Veranstalter.
Mehr dazu lest Ihr hier: „Skisprung-Star tobt nach Innsbruck: ‚Wünsche dem Veranstalter alles Schlechte‘“
Domen Prevc schafft also keinen Durchmarsch und wird nicht alle vier Springen gewinnen, baut aber seine Führung in der Gesamtwertung gegenüber Jan Hörl auf Platz zwei weiter aus. Felix Hoffmann festigt Platz fünf.
1. Ren Nikaido (Japan, 276,50 Punkte)
2. Domen Prevc (Slowenien, 276,00 Punkte)
3. Stephan Embacher (Österreich, 275,8 Punkte)
4. Jan Hörl (Österreich, 269,6 Punkte)
5. Felix Hoffmann (Deutschland, 267,2 Punkte)
Philipp Raimund belegte am Ende Rang 12 (247,4 Punkte), Pius Paschke wurde 28. (225,4 Punkte).
Das Bergiselspringen gewann Ren Nikaido! Der Japaner setzte sich mit einem Sprung auf 128 Meter an die Spitze, nachdem Jan Hörl bei 126 Metern scheiterte.
Stephan Embacher sorgte noch einmal für Spannung, landete jedoch hinter Prevc nur auf Rang drei. Felix Hoffmann wurde Fünfter.
Die deutsche Führung hielt nicht lange, denn Domen Prevc reichten 128 Meter zum vorübergehenden Spitzenplatz.
Den Sieg in Innsbruck hatte er damit allerdings keineswegs sicher.
Im Finale erzielte Felix Hoffmann, obwohl er zuvor am Balken hängen geblieben war, 130,5 Meter auf der Schanze.
Damit führte er vorerst das Feld an, während in Innsbruck „Oh, wie ist das schön“ angestimmt wurde.
Philipp Raimund war der zweite deutsche Springer im Finale, mit 125 Metern etwas weniger als im ersten Durchgang, blieb hinter Kobayashi und Forfang zurück.
Für den Göppinger wird es schwer, die Top Ten zu erreichen.
Als erster Deutscher im zweiten Durchgang sprang Pius Paschke ab, kam jedoch auf nur 118 Meter und zeigte sich enttäuscht.
Wahrscheinlich kann er keine Plätze mehr gutmachen. „Ich bin jetzt etwas enttäuscht“, sagte er anschließend am ZDF-Mikrofon. „Ich glaube an die Idee, aber mir fehlt momentan im Wettkampf noch etwas, um sie umzusetzen.“
Der erste Durchgang ist vorbei und brachte einige Überraschungen!
Domen Prevc (137,30 Punkte), der bis auf die gestrige Qualifikation keinen Durchgang gewonnen hatte, landete hinter den punktgleichen Stefan Embacher (Österreich) und Ren Nikaido (Japan) mit je 139,80 sowie Jan Hörl (138,7) nur auf Platz vier.
Bei den Deutschen überzeugten Felix Hoffmann (130,00 Punkte) und Philipp Raimund (126,4 Punkte) mit den Rängen sechs und zehn erneut. Alexander Geiger (114,00 Punkte) kam als Lucky Loser noch ins Finale, während Karl Geiger (111,00 Punkte) und Andreas Wellinger (110,00 Punkte) das Nachsehen hatten.
Besonders ärgerlich: Wellinger zeigte mit 120 Metern einen guten Sprung, verlor aber bei der Landung einen Ski, was letztlich sein Ausscheiden bedeutete.
Domen Prevc meisterte sein Duell gegen Valentin Foubert aus Frankreich souverän und zog mit 129,5 Metern in den zweiten Durchgang ein.
Foubert schob sich mit 120,5 Metern als zweiter Lucky Loser hinter Pius Paschke vor, der zuvor knapp gegen den Schweizer Gregor Deschwanden verlor.
Kurz darauf traf Philipp Raimund auf Felix Trunz, den er mit 126 Metern gegenüber 119 Metern deutlich schlug und vorerst auf Rang vier platzierte.
Die dritte Station der Vierschanzentournee gilt traditionell als Wegweiser für den Gesamtsieg. Wer in Innsbruck gewinnt, hebt nicht selten kurz darauf in Bischofshofen den Goldenen Adler in die Höhe.
Dies könnte heute auch für Domen Prevc gelten. Der Slowene entschied die ersten beiden Wettbewerbe der Tournee für sich und trat mit einem etwa 20-Meter-Vorsprung auf der Bergiselschanze an.
Sein schärfster Verfolger ist der Österreicher Jan Hörl auf Rang zwei, der jedoch die Qualifikation in Innsbruck gewann. Dort erlitt Prevc bei schwierigen Windbedingungen seinen ersten Rückschlag. Vielleicht kann ihn sogar ein deutscher Springer ärgern – Felix Hoffmann erreichte gestern einen starken fünften Platz und trifft im K.o.-Duell auf den Italiener Alex Insam.
Kurz vor dem dritten Wettkampf in Innsbruck zog ein ehemaliger Spitzenathlet die Reißleine: Marius Lindvik (27) kehrt nach Norwegen zurück und verzichtet auf eine Teilnahme in Bischofshofen.
Der 27-Jährige hatte die Qualifikation zum Bergiselspringen am Samstag als 51. knapp verpasst.
„Es ist so schlimm, dass es mir peinlich ist. Ich weiß nicht, warum es passiert ist. Es ist einfach nur ärgerlich“, kritisierte er anschließend beim „Dagbladet“ seine Leistung.
Die dritte Station der 74. Vierschanzentournee führt die Athleten zum Bergiselspringen in Innsbruck, wo sich am Samstag alle fünf Deutschen für das Finale der besten 50 qualifizieren konnten. Am Sonntag ab 13:30 Uhr treten sie in K.o.-Duellen gegeneinander an.
Der beste DSV-Springer bei der Qualifikation war Felix Hoffmann (28, Platz 5), der es nun mit Alex Insam (28, Platz 46) aus Norwegen zu tun bekommt. Philipp Raimund (25, Platz 16) trifft auf den Schweizer Felix Trunz (19, Platz 35), Pius Paschke (35, Platz 23) auf dessen Landsmann Gregor Deschwanden (34, Platz 28). Karl Geiger (32, Platz 39) kämpft gegen Rok Oblak (24, Platz 12) aus Slowenien, und Andreas Wellinger (30), der sich als 50. gerade so qualifizierte, springt gegen den Qualifikationssieger Jan Hörl (27) aus Österreich.
Domen Prevc (26), der bisher die Tournee dominierte, erlitt einen herben Rückschlag und landete bei schwierigen Windverhältnissen mit 112 Metern nur auf Platz 30.
Zweimal wurde Timi Zajc (25) während der Vierschanzentournee wegen eines Regelverstoßes bei seinem Anzug disqualifiziert, doch sein Verband sieht vor allem das Messverfahren als Ursache.
„Zajc benutzte den Anzug, weil er die Vorgaben bei der Messung vor dem Springen erfüllt hatte“, erklärte Sloweniens Skisprungchef Gorazd Pogorelcnik gegenüber der Nachrichtenagentur STA.
Die Messungen des Weltverbandes FIS zeigten jedoch Abweichungen – der Anzug war drei beziehungsweise vier Millimeter zu groß. Pogorelcnik vermutet, dass Wetterbedingungen oder natürliche Einflüsse wie Feuchtigkeit oder Temperatur die Ursache waren und kündigte an, hier künftig genauer hinzuschauen.
Gegen die Disqualifikation in Garmisch-Partenkirchen wurde bereits Einspruch eingelegt, da dort die Messung ungewöhnlicherweise vor dem Springen erfolgte.
Ein turbulenter zweiter Durchgang endete mit einem weiteren Sieg von Domen Prevc! Der Slowene blieb auch bei schwierigen Windbedingungen ruhig und gewann das Neujahrsspringen mit Sprüngen von 143 und 141 Metern deutlich vor den Österreichern Jan Hörl (141/131,5 Meter) und Stefan Embacher (134/141,5 Meter).
Während viele Konkurrenten um Hoffmann und Raimund bei starkem Rückenwind an Boden verloren, hielten die beiden Deutschen den wechselnden Bedingungen stand und gaben im zweiten Durchgang nur jeweils eine Position an den Japaner Ryoyu Kobayashi ab, der mit einem Satz auf 141 Meter sechs Plätze gutmachte. Pius Paschke verbesserte sich um zwei Plätze und wurde 21.
In der Gesamtwertung liegen Hoffmann und Raimund auf den Plätzen vier und sechs und bleiben somit in Reichweite zum Podium.
Das ging schneller als erwartet: Die Probleme mit dem Aufzug wurden behoben, sodass die Athleten die Schanze wieder normal hinauffahren können.
Der Kanadier MacKenzie Boyd-Clowes, der dank der Disqualifikation von Timi Zajc trotz seiner Weite weiterkam, eröffnete den zweiten Durchgang.
Ein Chaos beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen! Der Start des zweiten Durchgangs verzögerte sich, weil der Aufzug der Schanze streikte – die Springer konnten die Schanze nicht nach oben fahren.
Zwar gibt es Treppen, doch angesichts der Höhe der Schanze sind diese für die Sportler keine sinnvolle Option, da sie ihre Kräfte vor dem Sprung schonen müssen, erklärte ZDF-Experte Severin Freund.
Unbeeindruckt von der erneuten Disqualifikation von Timi Zajc zeigten sich die deutschen Hoffnungsträger Felix Hoffmann und Philipp Raimund im ersten Durchgang erneut von ihrer starken Seite!
Hinter dem Führungs-Trio Domen Prevc (143 Meter), Jan Hörl (141 Meter) und Ren Nikaido (137,5 Meter) landeten Hoffmann mit 134 Metern auf Platz fünf und Raimund mit ebenfalls 134 Metern auf Rang sechs, wodurch sie das Podium weiterhin im Blick behalten.
Nur Pius Paschke (126 Meter) schaffte es neben ihnen in den zweiten Durchgang und warf damit Teamkollegen Karl Geiger (122,5 Meter) aus dem Wettbewerb. Andreas Wellinger (124,5 Meter) und Ben Bayer (120,5 Meter) verloren ihre Duelle ebenfalls, konnten sich aber nicht als Lucky Loser in den Top 30 platzieren.
Diesmal durfte Timi Zajc gar nicht erst vom Balken abheben: Wieder wurde er aufgrund seines Anzugs disqualifiziert!
Mitte des ersten Durchgangs kam die Nachricht, dass der Anzug des 25-Jährigen bei der Kontrolle durchgefallen war – diesmal war er um vier Millimeter zu groß. Ursprünglich hätte er als Neunter der Qualifikation im letzten Drittel des ersten Durchgangs starten sollen, nun springt sein Gegner MacKenzie Boyd-Clowes alleine weiter und erreicht automatisch den zweiten Durchgang.
Am 29. Dezember war Zajc beim Auftaktspringen trotz eines zweiten Platzes nachträglich wegen eines Regelverstoßes bei seinem Anzug disqualifiziert worden. Davon profitierte der Deutsche Felix Hoffmann, der dadurch auf das Podest rückte.
In wenigen Minuten steht das erste sportliche Highlight des Jahres an: Ab 14 Uhr beginnt das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Dabei eliminieren sich zwei DSV-Adler gegenseitig.
Wie schon Andreas Wellinger und Felix Hoffmann in Oberstdorf treten Karl Geiger (31. der Qualifikation) und Pius Paschke (20.) gegeneinander an. Einer von ihnen hat somit nur über die Lucky-Loser-Wertung die Chance auf den zweiten Durchgang.
Die restlichen Deutschen bekamen durch solide bis gute Leistungen bei der Qualifikation machbare Gegner. Ben Bayer (28.) trifft auf den Schweizer Sandro Hauswirth (23.), Andreas Wellinger (27.) auf den Norweger Robin Pedersen (24). Felix Hoffmann (8.) misst sich mit dem türkischen Springer Fatih Arda Ipcioglu (43.), während Philipp Raimund (5.) gegen den Finnen Eetu Nousiainen (46.) antritt.
Doppelt bitter: Der estnische Skispringer Artti Aigro (26) verletzte sich im Training vor der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen schwer und ist damit für die Vierschanzentournee vorzeitig raus – zudem steht seine Olympia-Teilnahme auf der Kippe.
Aigro war im zweiten Training bei der Landung ausgerutscht und musste per Rettungsschlitten aus dem Stadion gebracht werden. Die Diagnose lautete: Ein angerissenes Seitenband im Knie sowie ein Mittelfußbruch am linken Fuß. Damit ist Olympia, das am 9. Februar mit den Männer-Wettbewerben startet, für den Esten in weite Ferne gerückt.
Immerhin bewies der 26-Jährige bereits Humor: Auf Instagram postete er ein Bild mit Krücken und kommentierte es mit „New Year, New Me“.
Sechs deutsche Athleten haben sich für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen qualifiziert.
Dazu zählen mit Felix Hoffmann und Philipp Raimund die beiden Springer, die bereits in Oberstdorf um Spitzenplätze kämpften. Auch der zuletzt schwächelnde Karl Geiger ist am 1. Januar mit dabei. Pius Paschke, Andreas Wellinger und Ben Bayer komplettieren das Team. Den weitesten Sprung bei der Qualifikation erzielte der Österreicher Stephan Embacher mit 145,5 Metern – das ist Schanzenrekord!
Den Qualifikationssieg errang erwartungsgemäß der bisherige Tournee-Dominator Domen Prevc mit 139,5 Metern.
Eigentlich hatte Bundestrainer Stefan Horngacher sich mit dem vierten Platz seines Schützlings Felix Hoffmann abgefunden, als er mitten im Interview von der Disqualifikation Timi Zajcs erfuhr – seine Reaktion sorgte für Schmunzeln.
Als der Österreicher hörte, dass es den bis dahin zweitplatzierten Slowenen erwischt hatte, dessen Anzug etwa drei Millimeter zu groß war, rief er spontan: „Das ist der Falsche!“ Hintergrund dieser Aussage ist die fast übermächtige Dominanz von Zajcs Landsmann Domen Prevc, der sich in einem (hinter ihm) sehr engen Feld nach nur einem Wettkampf schon deutlich abgesetzt hat.
Der 26-Jährige führt in der Gesamtwertung bereits mit fast zehn Metern Vorsprung vor dem zweitplatzierten Österreicher Daniel Tschofenig, knapp dahinter folgen die Deutschen. Nach sechs Siegen in den letzten sieben Wettbewerben wirkt ein Einbruch Prevcs äußerst unwahrscheinlich.
Gute Nachrichten für Felix Hoffmann: Der Deutsche rückt durch die Disqualifikation des zweitplatzierten Slowenen Timi Zajc doch auf das Siegerpodest vor. Aus ursprünglich Platz vier wird für ihn der dritte Rang.
Bei der Materialkontrolle wurde festgestellt, dass Zajcs Anzug um winzige drei Millimeter zu groß war. Auch Philipp Raimund profitiert vom Ausscheiden des Slowenen und steigt auf Rang fünf.
Für Hoffmann ist es das erste Mal in seiner Karriere, dass er bei der Vierschanzentournee auf dem Podium steht. Der 28-Jährige feierte in dieser Saison seinen Durchbruch, sprang kurz vor Tourneebeginn erstmals aufs Podest und zählt seitdem zur erweiterten Weltspitze.
Dies ist nun sein vorläufiger Karrierehöhepunkt, vor heimischem Publikum konnte er jubelnd auf dem Siegertreppchen stehen.
Nur zwei deutsche Skispringer schafften den Einzug in den zweiten Durchgang, konnten dort aber überzeugen: Beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee erreichten Felix Hoffmann (132,5/136 Meter) als Vierter und Philipp Raimund (136/133 Meter) als Sechster die Top Ten.
Im zweiten Durchgang verbesserten sich beide noch leicht nach vorn, am Ende verpasste Hoffmann das Podest um weniger als zwei Punkte. Dominator Domen Prevc (141,5/140 Meter), der erneut in einer eigenen Liga sprang, siegte überlegen, während Timi Zajc und der Österreicher Daniel Tschofenig punktgleich Platz zwei belegten.
Prevc führt die Gesamtwertung bereits mit 17,5 Punkten Vorsprung an, während Hoffmann und Raimund weiterhin Chancen auf das Gesamtpodium haben.
Was sich in den letzten Wochen abgezeichnet hatte, bestätigte sich in Oberstdorf: Abgesehen von Philipp Raimund und Felix Hoffmann können die DSV-Adler aktuell nicht mit den Besten mithalten. Nur diese beiden erreichten beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee den zweiten Durchgang.
Dabei zeigte sich ihre Leistung auf hohem Niveau: Hoffmann erreichte mit 132,5 Metern den sechsten Platz, Raimund (136 Meter) folgte als Siebter direkt dahinter.
Für eine Überraschung sorgte der frühe DSV-„Paukenschlag“, als Pius Paschke sein Duell gegen Robin Pedersen (Norwegen) knapp verlor. Auch Andreas Wellinger unterlag deutlich seinem Teamkollegen Hoffmann. Wie erwartet mussten Constantin Schmid gegen Ryoyu Kobayashi (Japan) und Luca Roth gegen Jan Hörl (Österreich) deutliche Niederlagen hinnehmen. Keiner der vier konnte sich über die Lucky-Loser-Wertung für das Finale qualifizieren.
An der Spitze dominierte der Slowene Domen Prevc (141,5 Meter) einsam, dahinter komplettierten Jan Hörl und Jonas Schuster (beide Österreich) die Top drei.
Die Vierschanzentournee unterscheidet sich traditionell von anderen Weltcup-Springen: Die 50 qualifizierten Athleten treten nicht einzeln an, sondern in direkten Duellen um den Einzug in die zweite Runde. Die fünf besten Verlierer (Lucky Loser) runden das 30-köpfige Starterfeld im Finale ab.
Für die deutschen Athleten, die in Oberstdorf eine eher schwache Qualifikation zeigten, bedeutet das harte Aufgaben beim Auftakt: Constantin Schmid (Quali 44.) trifft auf den Weltranglisten-Zweiten Ryoyu Kobayashi (7.) aus Japan, Luca Roth (46.) misst sich mit dem Österreicher Jan Hörl (5.). Außerdem kommt es zum deutschen Duell zwischen Andreas Wellinger (39.) und Felix Hoffmann (12.).
Der Zweite der Qualifikation, Philipp Raimund, steht Junshiro Kobayashi (49.) gegenüber, Pius Paschke (21.) trifft auf den Norweger Robin Pedersen (30.).
Für Karl Geiger gab es eine herbe Enttäuschung: Der fünffache deutsche Weltmeister kam auf seiner Heimschanze in Oberstdorf nicht zurecht und schied bereits in der Qualifikation aus.
Beim Sieg des Slowenen Domen Prevc (139,5 Meter) landete Geiger nach 106,5 Metern nur auf Rang 53 – für das Auftaktspringen am Montag (16:30 Uhr) qualifizieren sich jedoch nur die besten 50.
Auch Ben Bayer (52.) und Max Unglaube (60.) aus der nationalen Gruppe schieden bereits in der Qualifikation aus, während die übrigen Deutschen sich für das erste von vier Tournee-Springen qualifizierten.
Als bester DSV-Springer landete Philipp Raimund mit 132,5 Metern auf Platz zwei, auch Felix Hoffmann erreichte als Zwölfter die Top 15. Dahinter folgten Pius Paschke (21.), Andreas Wellinger (39.), Constantin Schmid (44.) und Luca Roth (46.), was zu einem deutschen Duell zwischen Hoffmann und Wellinger führen wird.
Wie üblich beginnt die Vierschanzentournee am 28. Dezember mit der Qualifikation in Oberstdorf. Nach Stationen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck endet das große Finale am 6. Januar in Bischofshofen.
Die Termine im Überblick: