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Vierschanzentournee im Liveticker: Sechs deutsche Athleten schaffen Qualifikation, Österreicher erzielt neuen Schanzenrekord

Deutschland/Österreich – Auch zum Jahreswechsel gönnt sich das Skispringen keine Verschnaufpause. Stattdessen steht mit der Vierschanzentournee ein absolutes Highlight auf dem Programm! Das prestigeträchtige Event begann mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf, bei dem Skisprung-Deutschland gleich den ersten Podestplatz feiern konnte.

Felix Hoffmann verpasste beim deutlichen Sieg von Domen Prevc zunächst knapp das Podium als Vierter, rückte jedoch dennoch zur Siegerehrung vor, da der zweitplatzierte Slowene Timi Zajc disqualifiziert wurde. Am Neujahrstag folgt das zweite Springen der Tournee in Garmisch-Partenkirchen.

Alle wichtigen Infos zur 74. Vierschanzentournee halten wir im TAG24-Liveticker für euch bereit.

Sechs deutsche Springer qualifizierten sich für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen.

Unter ihnen befinden sich mit Felix Hoffmann und Philipp Raimund zwei Athleten, die bereits in Oberstdorf um Top-Platzierungen kämpften. Auch der zuletzt etwas schwächelnde Karl Geiger wird am 1. Januar wieder an den Start gehen. Zudem sind Pius Paschke, Andreas Wellinger und Ben Bayer mit dabei. Den weitesten Sprung in der Qualifikation gelang einem Österreicher: Stephan Embacher setzte mit 145,5 Metern einen neuen Schanzenrekord.

Der Sieg in der Qualifikation ging wenig überraschend an den bisherigen Winter-Dominator Domen Prevc. Der Slowene erzielte eine Weite von 139,5 Metern.

Zunächst hatte Bundestrainer Stefan Horngacher sich mit dem vierten Platz seines Athleten Felix Hoffmann abgefunden, bis er während eines Interviews von der Disqualifikation von Timi Zajc erfuhr. Seine Reaktion sorgte für Heiterkeit.

Als dem Österreicher bekannt wurde, dass der bis dahin zweitplatzierte Slowene wegen eines um etwa drei Millimeter zu großen Anzugs disqualifiziert worden war, äußerte er lachend: "Das ist der Falsche!" Hintergrund des Kommentars ist wohl die absolute Überlegenheit des Landsmannes von Zajc, Domen Prevc, der sich in einem engen Teilnehmerfeld nach dem ersten Springen deutlich abgesetzt hat.

Der 26-Jährige führt die Gesamtwertung bereits mit fast zehn Metern Vorsprung vor dem zweitplatzierten Österreicher Daniel Tschofenig an, dicht gefolgt von den deutschen Athleten. Nach sechs Siegen in den letzten sieben Wettkämpfen ist ein plötzliches Nachlassen von Prevc kaum zu erwarten.

Positive Nachrichten für Felix Hoffmann: Durch die Disqualifikation von Timi Zajc rückt der Deutsche vom vierten auf den dritten Platz vor und steht somit erstmals in seiner Karriere bei der Vierschanzentournee auf dem Podest.

Bei der Materialkontrolle wurde festgestellt, dass Zajcs Anzug minimal, nämlich um drei Millimeter, zu groß war. Auch Philipp Raimund profitiert vom Ausschluss des Slowenen und verbessert sich auf den fünften Rang.

Für den 28-jährigen Hoffmann ist dies ein großer Karrieremeilenstein. In dieser Saison feierte er seinen Durchbruch und schaffte kurz vor Beginn der Tournee erstmals den Sprung aufs Podium. Seither zählt er zur erweiterten Weltspitze.

Der vorläufige Höhepunkt seiner Laufbahn gelang ihm vor heimischem Publikum, wo er gebührend gefeiert wurde.

Nur zwei deutsche Skispringer erreichten den zweiten Durchgang, konnten dort jedoch überzeugen: Beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee sprangen Felix Hoffmann (132,5/136 Meter) auf Platz vier und Philipp Raimund (136/133 Meter) auf den sechsten Rang – beide in den Top Ten.

Im Finale verbesserten sich die DSV-Athleten noch und Hoffmann verpasste das Podium nur um weniger als zwei Punkte. Der überlegene Sieg ging erneut an den Slowenen Domen Prevc (141,5/140 Meter), der in einer eigenen Liga sprang. Das Podium komplettierten sein Landsmann Timi Zajc und der Österreicher Daniel Tschofenig punktgleich auf dem zweiten Rang.

Mit einem Vorsprung von 17,5 Punkten in der Gesamtwertung ist Prevc klarer Favorit, während Hoffmann und Raimund weiterhin Chancen auf das Gesamtpodium haben.

Die Entwicklung, die sich in den letzten Wochen bereits abzeichnete, setzte sich auch in Oberstdorf fort: Abgesehen von Philipp Raimund und Felix Hoffmann können die deutschen Springer derzeit nicht mithalten. Nur diese beiden erreichten den zweiten Durchgang beim Auftaktspringen.

Dies gelang ihnen jedoch mit starken Leistungen: Hoffmann landete mit 132,5 Metern auf Platz sechs, Raimund (136 Meter) folgte auf Platz sieben.

Bereits früh gab es eine erste Enttäuschung aus deutscher Sicht: Pius Paschke verlor sein Duell gegen den Norweger Robin Pedersen nur knapp. Auch Andreas Wellinger musste sich Hoffmann klar geschlagen geben. Gegen den Japaner Ryoyu Kobayashi unterlag Constantin Schmid, ebenso Luca Roth gegen den Österreicher Jan Hörl. Alle vier hatten keine Chance, über die Lucky-Loser-Regel ins Finale einzuziehen.

An der Spitze dominierte der Slowene Domen Prevc (141,5 Meter), während Jan Hörl und Jonas Schuster aus Österreich die Plätze zwei und drei belegten.

Bei der Vierschanzentournee läuft der Wettkampfmodus etwas anders als bei herkömmlichen Weltcupspringen ab: Die 50 qualifizierten Athleten treten nicht nur einzeln an, sondern bestreiten direkte Duelle, um sich für den zweiten Durchgang zu qualifizieren. Die besten fünf Verlierer („Lucky Loser“) runden das 30-köpfige Finale ab.

Für die deutschen Springer, die in der Qualifikation von Oberstdorf nicht besonders gut abschnitten, bedeutet das harte Gegner zum Auftakt: So traf Constantin Schmid (44. der Quali) auf den Weltranglisten-Zweiten Ryoyu Kobayashi (7.) aus Japan, Luca Roth (46.) musste gegen den Österreicher Jan Hörl (5.) antreten. Zwischen Andreas Wellinger (39.) und Felix Hoffmann (12.) kam es zum internen deutschen Duell.

Der Qualifikationszweite Philipp Raimund traf auf Junshiro Kobayashi (49.), Pius Paschke (21.) bekam es mit dem Norweger Robin Pedersen (30.) zu tun.

Eine herbe Enttäuschung erlebte Karl Geiger: Der fünffache deutsche Weltmeister konnte seine Formkrise nicht überwinden und scheiterte auf seiner Heimschanze in Oberstdorf bereits in der Qualifikation.

Während Domen Prevc mit 139,5 Metern siegte, reichte Geigers Sprung auf 106,5 Meter nur für den 53. Platz – für das Auftaktspringen am Montag (16:30 Uhr) qualifizieren sich nur die besten 50.

Neben Geiger schieden auch Ben Bayer (52.) und Max Unglaube (60.) aus der nationalen Gruppe bereits in der Qualifikation aus. Die übrigen deutschen Springer schafften den Sprung zum ersten von vier Wettkämpfen der Tournee.

Als bester DSV-Starter belegte Philipp Raimund mit 132,5 Metern den zweiten Platz. Felix Hoffmann landete als Zwölfter ebenfalls unter den Top 15. Dahinter folgten Pius Paschke (21.), Andreas Wellinger (39.), Constantin Schmid (44.) und Luca Roth (46.). Somit kommt es im zweiten Durchgang zum deutschen Duell zwischen Hoffmann und Wellinger.

Die Vierschanzentournee beginnt traditionell am 28. Dezember mit der Qualifikation für das Eröffnungsspringen in Oberstdorf. Nach Stationen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck endet das große Finale am 6. Januar in Bischofshofen.

Die Termine im Überblick: