Neuer Job nach langem Hin und Her: Schon jetzt gibt es Streit um Ex-Bundestrainer
Krakau (Polen) – Nach wochenlangen Unsicherheiten steht nun offiziell fest: Der langjährige Bundestrainer im Skispringen, Stefan Horngacher (56), nimmt nach seinem Abschied aus Deutschland eine neue Position als Trainingskoordinator beim polnischen Skiverband an. Doch kritische Stimmen lassen nicht lange auf sich warten.
So zeigt sich beispielsweise Krzysztof Sobański, ehemaliger Coach von Polens Skisprung-Star Kamil Stoch (38), wenig begeistert von der Rolle, die Horngacher in Polen übernehmen soll.
"Ich wurde auch einmal zum Koordinator gemacht. Meine Aufgabe war es nur, herumzufahren, nichts zu erledigen – und dafür bekam ich Geld", erklärte Sobański gegenüber Interia. "Deshalb habe ich schnell gekündigt. Für mich ist das eine recht unklare Position. Sie kann wichtig sein, muss es aber nicht."
Ursprünglich war geplant, dass der Österreicher, der bereits von 2016 bis 2019 als Nationaltrainer der polnischen Skispringer tätig war, als Sportdirektor zu seinem früheren Arbeitgeber zurückkehrt. Doch nach langem Hin und Her und Protesten seitens der polnischen Verbandsfunktionäre wurde seine künftige Funktion modifiziert.
Genau aus diesem Grund sieht Sobański großes Konfliktpotenzial zwischen Horngacher und den Verantwortlichen in Polen.
"Wir erinnern uns sehr gut an die Zeit, als Horngacher zuvor die polnischen Skispringer betreute und wie viele Spannungen es damals mit den Funktionären gab. Es könnte sich nun erneut ähnlich entwickeln", sagte Sobański. "Der Österreicher arbeitet sehr kompromisslos, und die Leute im Verband sind ebenfalls schwer im Umgang. Diese Ernennung birgt einige Fallstricke. Konflikte könnten sowohl zwischen Trainer und Koordinator als auch zwischen Koordinator und Vorstand entstehen."
Zwar gilt Horngacher als "eine herausragende Persönlichkeit, ein exzellenter Skispringer und ein sehr guter Trainer", und auch Nationaltrainer Maciej Maciusiak (44) unterstützt seine Berufung zum Trainingskoordinator.
Dennoch warnte Sobański: "Falls etwas schiefläuft, wird Horngacher der Erste sein, der seinen Posten verliert. Sollte er versuchen, sich gegenüber dem Trainer zu stark durchzusetzen, wird es Reibereien geben – und wie das endet, ist ungewiss."
Als Vergleich nannte der Coach den mit hohen Erwartungen gestarteten Alexander Stöckl (52), der seine Tätigkeit als Sportdirektor in Polen bereits 2025 nach weniger als einem Jahr wieder aufgab.
Bevor die Zusammenarbeit Früchte trägt, könnte sie laut Sobański genauso schnell wieder beendet sein: "Horngacher mag keine Einmischungen, er ist sehr kompromisslos, und beim Polnischen Skiverband wird das so nicht funktionieren. Ganz ehrlich: Ich bin davon nicht überzeugt."