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Für Skisprung-Ikone ist der Traum geplatzt! Verband verweigert Olympia-Rekord

Bern (Schweiz) – Eine bittere Enttäuschung für Simon Ammann (44): Der Traum von einer weiteren Olympia-Teilnahme ist für die Skisprung-Legende geplatzt, denn der Schweizer wurde nicht für die Wettkämpfe in Mailand und Cortina ausgewählt. Damit endet nicht nur eine bedeutende Ära, sondern Ammann verpasst auch die Chance auf einen Rekord.

Am Montag lief die Frist für die Nominierung der Schweizer Wintersportler ab, und bis zuletzt blieb es spannend für Ammann.

Durch die Ausweitung des Frauenkontingents zulasten der Männerstartplätze sowie die Reduzierung des Teamwettkampfs von vier auf zwei Springer stehen der Schweiz bei den Olympischen Spielen nur noch drei Startplätze zur Verfügung. Mit Gregor Deschwanden (34) und Sandro Hauswirth (25) waren bereits zwei Athleten fest gesetzt.

Über den letzten verbliebenen Platz entschied schließlich ein Generationenvergleich zwischen dem 44-jährigen Ammann und dem 19-jährigen Felix Trunz – mit dem besseren Ausgang für den Nachwuchsathleten, der ebenso wie Hauswirth damit sein Olympia-Debüt feiern wird.

Für Ammann hätte es die achte Teilnahme an Olympischen Spielen bedeutet – eine fast unfassbare Zahl, mit der er gleichauf mit den Rekordhaltern Claudia Pechstein (53, Eisschnelllauf) und dem "Flugsaurier" Noriaki Kasai (53) gewesen wäre.

Sein erstes Olympia-Abenteuer erlebte der Gesamtweltcupsieger von 2010 bereits 1998 in Nagano, zu jener Zeit waren Hauswirth und Trunz noch gar nicht geboren.

„Er war über die Kriterien informiert und hatte seine Chance. Sportlich gesehen gilt es, diese Entscheidung zu akzeptieren“, äußerte sich der Schweizer Chef de Mission Ralph Stöckli zur Nichtnominierung seines erfahrenen Athleten.

Zwar erzielten sowohl Ammann als auch Trunz die Anforderungen von Swiss-Ski, und der 44-Jährige liegt im Gesamtweltcup sogar leicht vor dem jungen Springer. Auch bei der Skiflug-Weltmeisterschaft vergangenes Wochenende war Ammann minimal besser als Trunz. Trotzdem fiel die Wahl zugunsten des Nachwuchses.

Nach dem Verpassen des Saisonhöhepunkts hat sich Ammann bislang nicht öffentlich geäußert. Bereits im Dezember hatte der Toggenburger jedoch betont, dass es ihm „nicht um die achte Teilnahme“ gehe.

Sportlich betrachtet ist das nachvollziehbar, da es für den zweifachen Doppel-Olympiasieger (Gold 2002 und 2010 jeweils von Normal- und Großschanze) momentan vor allem darum gegangen wäre, die Qualifikation für den zweiten Durchgang zu schaffen.

Der Eintrag in die Geschichtsbücher bleibt Ammann damit verwehrt, denn eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2030 in Frankreich als 48-Jähriger erscheint kaum realistisch.