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Schock-Moment bei der Skiflug-WM: Plötzlich stürzen zwei Skier die Schanze hinab

Oberstdorf – Für Aufsehen sorgten dramatische Szenen bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf: Während des Teamwettbewerbs saß der Norweger Marius Lindvik bereits auf dem Startbalken, als plötzlich von hinten zwei Skier gegen seine eigenen gerieten! Die Ski lösten sich eigenständig und rasten die Schanze hinunter – ein Vorfall, der seinen Ursprung bei Dominator Domen Prevc hatte, der daraufhin vom Start ausgeschlossen wurde.

Sportschau-Kommentator Matthias Opdenhövel und Experte Sven Hannawald waren völlig verblüfft, als sich die Ski hinter Lindvik lösten und den ganzen Hang hinabsausten. "So etwas habe ich noch nie erlebt", kommentierte Opdenhövel und scherzte: "Persönliche Bestweite: geschätzte 23,5 Meter."

Der Wettbewerb wurde vorübergehend unterbrochen, um sicherzugehen, dass die Anlaufspur unversehrt blieb und keine Gefahrenquelle im Landebereich entstand.

Doch wie gelangten die Ski in die Anlaufspur? Die Fernsehaufnahmen zeigten lediglich, dass die Skier unter einer Sponsorenwand hervorkamen, jedoch nicht, wie sie dorthin gelangt waren. Dann folgte der Schock: Es handelte sich um die Skier von Einzel-Skiflug-Weltmeister und aktueller Saisonführer Domen Prevc, der eigentlich kurz darauf an den Start gehen sollte!

Am Schanzentisch herrschte hektisches Treiben, um dem Weltklasse-Springer seine Ausrüstung zurückzubringen. Mehrere Personen wurden von Kameras erfasst, wie sie mit den entlaufenen Skiern und Ersatzbrettern zum Sprungturm eilten.

Der Einsatz blieb jedoch erfolglos: Zu lange dauerte es, bis Prevc startbereit war. Er wurde schließlich vom Wettbewerb ausgeschlossen, was Slowenien im ersten Durchgang durch nur drei statt vier Wertungen massiv schwächte.

Kurz nach dem Vorfall erklärte FIS-Mitarbeiter Andreas Bauer, wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte.

"Oben gibt es eine Material- und Kontrollbox, in der die Schrittmessung vor dem Start erfolgt. Dort hatte Prevc seine Skier an eine Zeltplane gelehnt", sagte Bauer in der Sportschau.

Er machte deutlich, dass der Skierollen-Unfall allein auf das Verhalten von Prevc zurückzuführen sei.

"Er hätte die Ski einem FIS-Mitarbeiter übergeben können, die die Ausrüstung halten, oder sie in den Skihalter stellen müssen. Stattdessen lehnte er die Skier an das Zelt – bei dem Schneefall war es glatt, deshalb machten sich die Ski selbstständig und rollten in die Anlaufspur. So etwas habe ich noch nie erlebt", zeigte sich der technische Delegierte fassungslos.

Da der 26-Jährige für den verpassten Sprung keine Gelbe Karte oder sonstige Strafe erhielt, darf er zumindest im zweiten Durchgang antreten. Ein Protest der slowenischen Mannschaft gegen die Startverweigerung im ersten Durchgang wurde abgelehnt.