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Deutscher Olympiasieger bricht Wettkampf ab: Teamkollege widerspricht ihm nun

Oslo (Norwegen) – Für Aufsehen sorgte Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund (25) am vergangenen Wochenende, als er sich weigerte, beim Wettbewerb in Oslo vom Balken zu springen. Aufgrund sehr schwieriger Windverhältnisse entschied sich der derzeit beste deutsche Springer gegen einen Start und äußerte dabei Sätze wie „Ich mache diesen Scheiß hier nicht“. Sein Mannschaftskamerad Karl Geiger (33) sieht die Situation jedoch anders.

In seiner Kolumne bei sport.de äußerte der 33-Jährige: „Im Gegensatz zu vielen öffentlichen Meinungen empfand ich die Bedingungen grundsätzlich als bewältigbar.“ Selbst kam er mit den schwierigen Umständen gut zurecht und landete am Ende als bester Deutscher auf dem elften Rang.

Geiger erläuterte seine Ansicht folgendermaßen: „Zwar war der Flug manchmal etwas unruhig, und ein kleines Quäntchen Glück gehört dazu, doch mit genügend Zeit, um die Sprungfenster durch die Jury abzupassen, war ein Sprung möglich. Dafür ist unser Sport ja auch im Freien.“

Darüber hinaus zeigte er sich mit seinem persönlichen Leistungsanstieg und dem Verlauf des Wochenendes zufrieden.

Mit dieser Einschätzung steht der fünfmalige Weltmeister allerdings recht alleine da.

So äußerte sich auch Felix Hoffmann (28), der bei starken Böen in der Luft stark ins Schwanken geriet und beinahe stürzte: Im Nachhinein hätte er sich gewünscht, dem Beispiel seines Teamkollegen zu folgen.

„Ich habe nicht komplett die Kontrolle verloren, aber der Ski bewegte sich eigenständig, sodass ich kaum eingreifen konnte“, berichtete der 28-Jährige nach seinem Beinahe-Sturz, der letztlich auch zu Raimunds endgültigem Verzicht auf den Start führte.

Er sei froh, heil gelandet zu sein, und fügte hinzu: „Nach dem Sprung hätte ich wahrscheinlich gerne genauso gehandelt wie Philipp.“

Auch Österreichs Bundestrainer Andreas Widhölzl (49) nahm im ORF deutlich Stellung zu der Entscheidung, den Wettbewerb nicht abzubrechen: „Ich muss auch die FIS kritisieren, weil sie mit aller Macht einen Durchgang durchsetzen wollte, damit ein Ergebnis zustande kommt, und dabei die Sicherheit der Athleten ziemlich vernachlässigt wurde“, wetterte der 49-Jährige.

Der Abbruch des zweiten Durchgangs sei unbedingt notwendig gewesen, bereits der erste hätte unter diesen Bedingungen nicht stattfinden dürfen: „Es war stellenweise wirklich gefährlich. Das müssen wir akzeptieren, aber angenehm war es keineswegs.“