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Deutsches Ski-Highlight fehlt im Terminplan: Droht die Vierschanzentournee vor einem Eklat?

Garmisch-Partenkirchen – Rund um den Jahreswechsel zieht die Vierschanzentournee traditionell zahlreiche Zuschauer in ihren Bann. Nicht nur eingefleischte Wintersportfans fiebern dabei den DSV-Adlern entgegen. Besonders das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gilt als feste Größe im Kalender – doch nun gerät das bewährte Event offenbar wegen finanzieller Differenzen ins Wanken.

Ein Blick in den offiziellen Veranstaltungsplan der FIS sorgt bei Skisprung-Anhängern derzeit für Verwunderung. Während Oberstdorf (28. Dezember), Innsbruck (3. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) wie gewohnt gelistet sind, fehlt der gewohnte Eintrag zum Neujahrstag 2027 in Garmisch-Partenkirchen. Stattdessen ist nur das Kürzel GER vermerkt.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, konnte der Deutsche Skiverband (DSV) bisher keine Einigung mit dem traditionsreichen Austragungsort erzielen, der bereits seit 1953 Teil der Tournee ist. Aus diesem Grund steht die zweite Station des Wettbewerbs aktuell auf der Kippe.

Als Ursache werden finanzielle Streitigkeiten genannt. Bislang erhielt Garmisch-Partenkirchen vom DSV jährlich eine niedrige siebenstellige Summe für die Ausrichtung, die seit über 20 Jahren nicht erhöht wurde. Nun fordert die Gemeinde laut Bericht eine Erhöhung um 30 Prozent.

Die Gespräche zwischen den Parteien sind weiterhin im Gange. DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach erklärte gegenüber „Bild“, dass noch „einige rechtliche und inhaltliche Fragen“ zu klären seien. Dennoch gehe man davon aus, eine „gemeinsame Lösung“ zu finden.

Falls dies wider Erwarten nicht gelingt, gibt es laut Bericht zwei mögliche Alternativen: Entweder springt Oberstdorf als Ersatz ein und richtet beide deutschen Wettbewerbe aus, oder ein neuer Austragungsort muss bestimmt werden.

Infrastrukturell käme das vogtländische Klingenthal als bewährte Weltcup-Stätte in Frage. Allerdings würde die größere Entfernung zu den anderen Tournee-Orten logistische Herausforderungen für die Sportler bedeuten.

Bis zum 28. Dezember, dem Termin des ersten Wettkampfs, bleibt noch ausreichend Zeit für weitere Verhandlungen zwischen dem DSV und Garmisch-Partenkirchen.