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Mit gerade einmal drei Jahren: Motocross-Talent unterschreibt Vertrag bei Rennstall – Mutter sieht sich Anfeindungen ausgesetzt

Kellinghusen – Bei Mio fließt das Benzin im Blut! Der Dreijährige ist ein begeisterter Motocross-Fahrer und hat inzwischen sogar einen Vertrag bei einem Rennteam unterschrieben.

Während Gleichaltrige noch in der Sandkiste spielen oder erste Fahrversuche auf dem Fahrrad unternehmen, rast der kleine Kellinghusener mit seinem Motorrad über die Rennstrecke. Kaum zu glauben, dass sich unter dem Helm ein so junger Junge verbirgt, der bereits Sprünge wagt und das Bike durch matschige Passagen steuert.

Kein Wunder, dass Mio eine große Fangemeinde hat – über 40.000 Menschen verfolgen seine spektakulären Fortschritte auf dem TikTok-Kanal „mx_knightbrothers“ und feiern den kleinen Motocross-Star.

Seine Erfolgsgeschichte begann an seinem dritten Geburtstag. „Sein großer Bruder Thilo machte damals einen Schnupperkurs beim MSC Gnutz. Ab diesem Moment war Mio völlig begeistert“, erinnert sich seine Mutter Nadine Ritter im Gespräch mit TAG24.

Daraufhin erhielt der junge Nachwuchsfahrer ein elektrisches Laufrad, auf dem er seine ersten Fahrversuche unternahm. Nur acht Wochen später bekam er die Möglichkeit, eine Yamaha PW50, ein Mini-Motorrad, auszuprobieren. Es war klar, dass das Motorrad von da an ganz oben auf Mios Wunschliste stand.

Zum Glück hielt seine Mutter bei nahezu jeder Gelegenheit mit dem Handy fest, wie Mio über die Strecke sauste, und stellte die Videos auf TikTok online.

„Dann schrieb mich jemand an und bot an, dass sein Sohn Mio seine PW50 leihen würde. Ich konnte das kaum glauben, weil wir uns ja gar nicht kannten“, erzählt die sozialpädagogische Assistentin.

Doch das ist nicht die einzige unerwartete Unterstützung: Mio hat soeben einen Vertrag beim Juniorteam der Profimannschaft KMP-Honda-Racing unterschrieben.

Zu den Details des Vertrags äußert sich Teamchef Alexander Karg zurückhaltend: „Er ist noch sehr jung, da wollen wir nichts überstürzen. Wir unterstützen ihn und im Juniorteam helfen die Älteren den Jüngeren. Ich engagiere mich für die Kinder, um sie auf den richtigen Weg zu bringen und zu verhindern, dass sie unnötigen Unsinn machen“, erklärt der ehemalige Profi.

Ende März steht Mios erstes Rennen an. „Er hat eine Sondergenehmigung bekommen, denn eigentlich dürfen Kinder erst ab vier Jahren starten. Beim ersten Rennen beobachten wir, wie er sich schlägt und ob das überhaupt etwas für ihn ist“, berichtet die 37-Jährige.

Unabhängig vom Vertrag gilt für sie: Wenn sie das Gefühl hat, ihr Jüngster ist noch nicht bereit, wird sie einen Schlussstrich ziehen. Die gelernte Malerin und Lackiererin betont:

„Mio möchte es unbedingt. Also nehmen wir den ganzen Aufwand in Kauf und fahren sechs Stunden zu einem Rennen, obwohl es natürlich passieren kann, dass er nach dem ersten Training keine Lust mehr hat“, so die Mutter.

Es könnte auch sein, dass das Nesthäkchen die Strecke noch nicht schafft. „Mal sehen, ob Mio zumindest eine Runde durchhält – das wäre schon super“, sagt die Schleswig-Holsteinerin.

Die hohen Kosten für Motorräder, Ausrüstung und Reisen kann Nadine Ritter zumindest teilweise durch Einnahmen aus dem TikTok-Kanal decken.

„Das Geld fließt komplett in den Sport. Ohne diese Unterstützung wäre es kaum möglich“, erklärt die alleinerziehende Mutter. Doch sie muss sich auch immer wieder mit bösen Vorwürfen auseinandersetzen.

„Es gibt viele positive Menschen, aber leider auch sehr viele negative und richtig gemeine. Ich wurde als H*re beschimpft, man unterstellte mir, ich würde meine Kinder verkaufen, man forderte, das Jugendamt solle eingeschaltet werden, und dass man mir die Kinder wegnehmen müsse“, zählt die vierfache Mutter auf.

Es gab Phasen, in denen sie sich das zu Herzen nahm und sogar darüber nachdachte, den Account zu löschen. „Aber ich muss ehrlich sein: Als alleinerziehende Mutter ist das Geld, das ich über TikTok verdiene, eine enorme Unterstützung, auch wenn es bei Weitem nicht die Ausgaben deckt, die bisher angefallen sind“, so Ritter.

Den Hass nimmt sie in Kauf, um ihre Kinder bei ihren Träumen zu fördern. Zum Glück gibt es Menschen wie Alexander Karg, die sie dabei unterstützen.