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Gefährdete Talentschmiede in Sachsen: Schließung des Eliteinternats steht bevor

Altenberg – In jener Einrichtung, in der die Biathlon-Stars von morgen ausgebildet werden, droht bald ein Stillstand: Das Sportinternat "Glückauf" im Osterzgebirge soll Mitte des Jahres geschlossen werden.

Die angehenden Wintersport-Asse und ihre Lehrkräfte wollen ihr „Glück“ jedoch nicht kampflos aufgeben und haben deshalb zu einer außergewöhnlichen Spendenaktion aufgerufen.

Grund für die angespannte Lage ist die finanzielle Situation in Altenberg, die dazu führt, dass der bisherige Träger die Verantwortung abgibt. Ein neuer Betreiber ist zwar bereits gefunden, wird die Leitung jedoch erst Anfang nächsten Jahres übernehmen.

Am 9. März steht eine Sitzung an, in der darüber entschieden werden soll, ob der Landkreis ab Juli die Verantwortung für eine unterbrechungsfreie Betreuung im Internat übernimmt.

Schuldirektor Volker Hegewald (62) zeigt sich trotz Hoffnung vorsichtig: „Die Schüler, die hier im Internat wohnen, kommen größtenteils von außerhalb. Ein tägliches Pendeln ist deshalb keine Option. Man kann sich vorstellen, welche Folgen das für die Jugendlichen und uns als Sportstätte hätte.“

Der Direktor möchte jedoch nicht untätig bleiben: „Deshalb veranstalten wir am 30. Januar eine Langlauf-Staffel, die um 18 Uhr startet und 48 Stunden am Stück laufen wird. Ganz im Sinne unseres sportlichen Mottos.“

Das Internat gilt als eine bedeutende Talentschmiede und zählt zu den wichtigsten Bundesstützpunkten für Wintersportarten wie Bob, Biathlon und Skeleton. Ehemalige Schüler, darunter Profi-Biathlet Justus Strelow (29), der im Februar bei den Olympischen Winterspielen antritt, haben hier ihr Abitur abgelegt. Derzeit leben 65 Nachwuchsleistungssportler im Internat.

Besonders bitter: Vor nur zwei Jahren wurden fast 20 Millionen Euro in ein neues Leistungszentrum investiert, das unter anderem eine Bob-Anschubstrecke sowie eine Indoor-Lauf- und Schießhalle umfasst. Heute gilt die Anlage als modernste Wintersportstätte Sachsens.

Soll hier tatsächlich das Ende kommen? Nicht, wenn es nach dem Schulleiter geht: „Mit unserer Aktion können wir das Internat zwar nicht retten, aber wir möchten damit ein klares Signal senden.“

Weitere Informationen unter gagym.de.