Rekordzahlen und zugleich eklatante Trainerknappheit: Fast jeder fünfte Einwohner Sachsens ist in einem Sportverein aktiv
Dresden/Leipzig – Sportlich aktiv: Die Zahl der Vereinsmitglieder in Sachsen steigt kontinuierlich an. Der Landessportbund (LSB) berichtet von einem neuen Höchststand bei den Mitgliedern. Gleichzeitig steht der organisierte Sport vor großen Herausforderungen.
Zu Beginn des Jahres waren insgesamt 749.547 Personen in sächsischen Sportvereinen gemeldet, was einem Zuwachs von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das bedeutet, dass rund 18,5 Prozent der Bevölkerung – also fast jeder fünfte Sachse – einem Verein angehört.
„Diese Entwicklung unterstreicht die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Sports in Sachsen“, kommentiert LSB-Präsident Frank Pfeil (65) erfreut.
Im Jahr 2025 verzeichneten die Erwachsenen mit einem Plus von 4,39 Prozent die stärksten Zuwächse. Die größte Mitgliedergruppe bilden jedoch mit 261.419 Personen weiterhin die Kinder und Jugendlichen.
Derzeit existieren 61 Großvereine mit mehr als 1000 Mitgliedern. Besonders beliebt sind die Sportarten Fußball, Volleyball sowie Berg- und Gesundheitssport.
Doch trotz der positiven Entwicklung gibt es auch Schattenseiten: Die Anzahl der Sportvereine ist auf insgesamt 4312 leicht rückläufig (-18 Vereine gegenüber dem Vorjahr). Außerdem nimmt die Zahl der Ehrenamtlichen, die sich nach der Arbeit in den Vereinen engagieren, kontinuierlich ab.
Melden Sie sich jetzt kostenlos für den News-des-Tages-Newsletter an!
Seit 2019 haben die Vereine etwa 10.000 freiwillige Helfer verloren, sodass aktuell noch 86.630 Ehrenamtliche aktiv sind.
Dieser Rückgang gefährdet die Zukunft von rund 15 Prozent der Vereine. Ohne Trainer, Übungsleiter und Vorstände droht der organisierte Sport zum Erliegen zu kommen. Besonders kritisch ist die Lage bei Kampfrichtern und Schiedsrichtern: Seit 2019 ist das Engagement junger Menschen in diesem Bereich um fast ein Drittel gesunken.
„Das Ehrenamt bildet das Fundament unserer Vereinsarbeit“, betont Chris Mellack (28), Geschäftsführer des SV Motor Mickten-Dresden. Auch sein Verein mit mittlerweile 2286 Mitgliedern sucht dringend nach neuen Übungsleitern und Trainern.
Mellack erklärt: „Wir gewinnen neue Freiwillige vor allem durch persönliche Ansprache innerhalb des Mitglieder- und Elternkreises. Zudem bieten wir flexible und zeitlich begrenzte Tätigkeiten an, um den Einstieg so einfach wie möglich zu gestalten.“