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Nach Fan-Krawallen beim Ost-Derby: KI-Bild eines blutenden Polizisten sorgt für Kontroverse

Dresden/Magdeburg – Im Anschluss an die gewalttätigen Ausschreitungen beim Ost-Derby zwischen dem 1. FC Magdeburg und der SG Dynamo Dresden geriet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wegen der Nutzung eines KI-erschaffenen Bildes heftig in die Kritik.

Von der äußerst brisanten Zweitliga-Begegnung blieben weniger die sportlichen Höhepunkte im Gedächtnis, sondern vielmehr die heftigen Attacken auf die Einsatzkräfte der Polizei. Rund 70 Beamte wurden dabei teilweise schwer verletzt.

Zu Beginn der Woche verurteilte die sächsische Polizeigewerkschaft die Fan-Ausschreitungen in einem Instagram-Post und setzte dafür ein Bild ein, das mithilfe künstlicher Intelligenz generiert wurde. Dieses zeigt einen Polizisten mit einer Platzwunde am Kopf, der von zwei Kollegen gestützt wird, während im Hintergrund eine Gruppe von Fans randaliert.

Die Piratenpartei äußerte am Donnerstag scharfe Kritik an der Verwendung dieses KI-Bildes. Manuel Wolf von den Piraten Sachsen erklärte in einer Pressemitteilung, dass die Darstellung das „Vertrauen in den Staat und seine Institutionen“ untergrabe und lediglich zur „Stimmungsmache“ diene. Wolf zog sogar den Vergleich zur umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE.

Die GdP reagierte schnell und verteidigte den Einsatz des KI-Bildes: „Das Ziel war es, die Ernsthaftigkeit der Lage sowie die Belastung der Einsatzkräfte zu verdeutlichen, ohne dabei reale Personen oder konkrete Vorfälle darzustellen. Die Illustration sollte den Kontext verdeutlichen, nicht eine tatsächliche Szene wiedergeben“, erklärte Jan Krumlovsky, Landesvorsitzender der GdP Sachsen, gegenüber TAG24 am Donnerstag.

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Krumlovsky erläuterte, dass bewusst auf die Abbildung von tatsächlichen Szenen der Gewalteskalation verzichtet wurde, da dies insbesondere dem Schutz der Persönlichkeitsrechte, laufenden Ermittlungen sowie dem respektvollen Umgang mit betroffenen Kolleginnen und Kollegen diene.

Während auch Wolf betonte, dass solche Ausschreitungen nichts mit „Fankultur“ zu tun hätten, bemängelte der Piraten-Politiker vor allem, dass das Bild zunächst nicht eindeutig als KI-generiert gekennzeichnet gewesen sei. Zunächst war lediglich in kleiner Schrift zu erkennen gewesen, dass es sich um ein Werk von „ChatGPT“ handelte.

Inzwischen hat die GdP ihren Beitrag um den Hinweis ergänzt, dass es sich um ein künstlich erzeugtes Bild handelt. Laut einem Bericht des Magazins „Netzpolitik.org“ wurde diese Kennzeichnung allerdings erst nachträglich hinzugefügt.

Die aktuelle Debatte um das KI-Bild eines blutenden Polizisten möchte die GdP laut Krumlovsky nutzen, um „interne Richtlinien zum Umgang mit KI-generierten Inhalten weiter zu schärfen, insbesondere was Kennzeichnung und Kontextualisierung betrifft“.