zurück

Weißes Haus legt ihm Worte in den Mund: US-Olympiasieger muss für KI-Debakel büßen

Washington (USA) – Die USA – beziehungsweise das Weiße Haus – zeigen gerade eindrücklich, wie man sich nach einem Olympiasieg alles andere als als vorbildlicher Sieger verhält. Nun sah sich ein Goldgewinner der US-Eishockeynationalmannschaft sogar gezwungen, ein gefälschtes Video seiner Regierung ausdrücklich als Fälschung zu entlarven.

„So etwas würde ich niemals sagen. Das entspricht nicht meiner Art. Ich mag dieses Video nicht, weil ich diese Worte niemals äußern würde“, betonte Brady Tkachuk (26) am Donnerstag bei einem Pressetermin.

Zuvor hatte der offizielle TikTok-Account des Weißen Hauses anlässlich des Triumphs der US-Herren im Finale gegen Kanada bei den Olympischen Winterspielen einen KI-generierten Clip veröffentlicht, in dem der 26-Jährige zu sehen war.

Darin wird dem Flügelspieler die Aussage in den Mund gelegt: „Sie haben unsere Nationalhymne ausgepfiffen, also musste ich rausgehen und diesen Ahornsirup-fressenden Idioten eine Lektion erteilen.“

„Das ist definitiv nicht echt. Die Stimme gehört nicht mir, und die Lippenbewegungen sind nicht meine“, machte Tkachuk deutlich. „Ich habe keinen Zugriff auf die Accounts. Ich weiß, dass ich so etwas niemals sagen würde, doch gegen solche Dinge kann ich nichts unternehmen.“

Für den US-Olympiasieger ist die Situation besonders heikel: Seit 2018 spielt er für die Ottawa Senators in Kanadas Hauptstadt und ist seit 2021 Kapitän des Teams.

Auch der Gratulationsanruf von Präsident Donald Trump (79) sorgte für mehrere Kontroversen. Zum einen soll Tkachuk im Hintergrund „Schließt die Nordgrenze!“ gerufen haben – was er jedoch vehement bestritt.

„Ich habe mitbekommen, dass manche Leute denken, das wäre ich gewesen. Aber das war weder meine Stimme noch etwas, das ich sagen würde“, erklärte der Senators-Star. „Ich verstehe nicht, wie so etwas solche Wellen schlagen konnte. Es ist verrückt, wie schnell sich Nachrichten in den sozialen Medien verbreiten.“

Zum anderen machte Trump einen Scherz, er müsse nun wohl auch das Damen-Team ins Oval Office einladen, da ihm sonst ein Amtsenthebungsverfahren drohe. Die US-Damen hatten sich ebenfalls im Finale gegen Kanada zum Eishockey-Olympiasieger gekrönt.

Die Einladung ins Weiße Haus lehnten sie anschließend jedoch offiziell aus zeitlichen Gründen ab. Kapitänin Hilary Knight (36) bezeichnete den Scherz inzwischen als „geschmacklos“.

„Ich kann das nachvollziehen“, antwortete Tkachuk auf Fragen zum Unmut über den Witz. „Wir unterstützen sie, sie unterstützen uns. Man kann nicht kontrollieren, was andere sagen.“

Das Männerteam reagierte während des Anrufs jedoch mit Gelächter. Laut dem 26-Jährigen lag das eher an der Situation: „Man spricht zehn Minuten, nachdem sich ein Traum erfüllt hat, mit dem Präsidenten“, erklärte er sein Verhalten.