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Skistar zieht sich nach Medaillen-Drama in den Wald zurück: Das steckt hinter dem traurigen Rückzug

Bormio (Italien) – Nachdem Atle Lie McGrath (25), der norwegische Skirennläufer, im Slalom trotz Goldchancen ausgeschieden war, sorgte er mit einem ungewöhnlichen Verhalten für Aufsehen: Er verschwand zunächst in den nahegelegenen Wald. Stunden später erklärte der 25-Jährige den traurigen Grund für seine Reaktion.

„Normalerweise kann ich Situationen gut einordnen. Wenn ich in einem Rennen nicht gut abschneide, tröste ich mich damit, dass ich gesund bin, meine Familie wohlauf ist und die Menschen, die ich liebe, bei mir sind“, berichtete der Norweger während einer Pressekonferenz.

Doch am Montag war das anders: Am Tag der Eröffnungsfeier verstarb McGraths Großvater. „Ich habe jemanden verloren, der mir unendlich viel bedeutet, und das macht die Situation sehr schwer für mich“, erklärte er.

Der Vize-Weltmeister im Slalom von 2025 wollte eigentlich hoffen, diese schwierige Phase mit einem Erfolg abschließen zu können: „Ich musste vieles durchstehen und stark bleiben. Das macht alles noch einmal besonders hart.“

Doch das gelang ihm nicht. Im ersten Lauf legte McGrath eine hervorragende Zeit vor und startete mit einem Vorsprung von 0,59 Sekunden in den Finallauf. Dort passierte ihm jedoch ein Fehler, der für einen der denkwürdigen Momente bei Olympia sorgte.

Frustriert warf er seine Skistöcke weg, löste seine Skier und ging in Richtung Wald. Dort legte er sich schließlich unter den Bäumen nieder und verweilte längere Zeit.

„Ich musste einfach Abstand gewinnen“, erzählte McGrath später. „Ich hoffte, etwas Ruhe zu finden – doch Fotografen und die Polizei entdeckten mich im Wald.“

Er brauchte einfach Zeit für sich selbst. Der Führende im Slalom-Weltcup gestand offen, wie groß die Bedeutung des Ausscheidens für ihn war.

„Es ist nicht der schlimmste Moment meines Lebens, aber definitiv der schlimmste meiner Karriere – und angesichts dessen, was gerade alles passiert ist, einer der härtesten Momente überhaupt“, sagte der 25-Jährige.

„Ich habe meine Zeit im Wald verbracht, jetzt möchte ich Zeit mit meinen Liebsten verbringen – und das ist alles, was ich jetzt brauche.“